| Streit um Energie: Orban erhöht Druck auf Ukraine |
| 19.02.2026 22:59:00 |
Ungarns Ministerpräsident Viktor
Orban deutet an, dass sein Land die Stromversorgung der benachbarten
Ukraine behindern könnte, falls Kiew weiter Ungarns Belieferung mit
russischem Erdöl beeinträchtige. "Ich will ja nicht drohen und
nichts vorwegnehmen. Aber die Ukraine bekommt einen bedeutenden Teil
ihrer Stromversorgung über Ungarn", sagte Orban in Washington bei
einer Pressekonferenz, die live übertragen wurde.
"Wir hoffen, dass sie (die Führung der Ukraine) einsehen, dass ihr
Unruhe- und Chaosstiften sowie ihre Erpressungsversuche scheitern
und dass sie diese nicht fortsetzen." Anderenfalls könnte Ungarn an
"Antwortschritte" denken, sagte der Premier weiter.
Seit Ende Januar kommt kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline
über die Ukraine aus Russland nach Ungarn. Davon war die
Ölversorgung der Slowakei ebenso wie Ungarns bisher weitgehend
abhängig. Budapest und Bratislava haben deswegen bereits am Mittwoch
ihre Treibstoff-Lieferungen an die Ukraine gestoppt.
Orban bekräftigte, dass seiner Meinung nach die Ukraine daran
interessiert sei, dass er die am 12. April geplante Parlamentswahl
verliere. Deswegen wolle Kiew mit der Blockade der Druschba-Pipeline
dafür sorgen, dass in Ungarn die Heizkosten steigen, behauptete
Orban. Es gebe Beweise dafür, dass die Oppositionspartei Tisza "von
der Ukraine finanziert" sei. Die Ukraine, die EU und Deutschland
hätten bei der jüngsten Sicherheitskonferenz in München einen
"geheimen Pakt" geschlossen, der auf seine Entmachtung abziele,
sagte Orban weiter, ohne dafür Beweise vorzulegen.
Erstmals seit 16 Jahren läuft Orban Gefahr, die Parlamentswahl zu
verlieren. In den Umfragen liegt die Tisza-Partei von Peter Magyar
seit anderthalb Jahren um acht bis zehn Prozentpunkte vor Orbans
Partei Fidesz. Seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die
Ukraine versucht Orban, EU-Hilfen für die Ukraine und Sanktionen
gegen Russland zu blockieren und bezeichnet die Ukraine-Politik der
EU als kriegstreiberisch.
Orban äußerte sich vor ungarischen Journalisten in Washington nach
der ersten Sitzung des Friedensrats von US-Präsident Donald Trump,
an der er teilgenommen hatte. Ungarn und Bulgarien sind bisher als
einzige EU-Staaten Mitglieder dieses Gremiums./kl/DP/he
AXC0304 2026-02-19/22:59
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Autor: - dpa-AFX
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