| Mehr Transparenz mit neuer Bonitätsberechnung |
| 20.02.2026 05:52:00 |
Die von Kritikern als "Blackbox" gescholtene
Schufa macht ihre einflussreichen Berechnungen transparenter: Vom
17. März an können Verbraucherinnen und Verbraucher den neuen,
vereinfachten Score kostenfrei einsehen, der ein wichtiger Baustein
für die Vergabe von Krediten ist.
Das Versprechen der Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden: Laien können
dann ohne großen Aufwand nachrechnen, wie die Angaben zu ihrer
Kreditwürdigkeit zustande komme. Für die folgenden zwölf - aus
Schufa-Sicht verständlichen - Kriterien werden Punkte vergeben, in
Summe 100 bis 999:
* Alter der ältesten Kreditkarte
* Alter der aktuellen Adresse
* Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und
Kreditkarten in den vergangenen 12 Monaten
* Kredit mit der längsten Restlaufzeit
* Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation & (Online)-Handel
in den vergangenen 12 Monaten
* Alter des ältesten Bankvertrags
* Immobilienkredit oder Bürgschaft
* Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten
* Kreditstatus
* Vorliegen einer Identitätsprüfung
* Jüngster Rahmenkredit
* Zahlungsstörungen
Einflussreiche Vorhersage zum Zahlungsverhalten von Verbrauchern
"Jedes Kriterium, das in den Score einfließt, erhält Punkte, die
ganz einfach zusammengerechnet werden können und die Gewichtung im
Score widerspiegeln", erläutert die Schufa. "Verbraucherinnen und
Verbraucher können so künftig einfach nachvollziehen, welche
Kriterien ihren persönlichen Score wie beeinflussen und Änderungen
ihres Scores leichter verstehen."
Je höher die Gesamtpunktzahl, umso höher wird die Bonität des
jeweiligen Verbrauchers eingeschätzt - also die Wahrscheinlichkeit,
ob Rechnungen pünktlich bezahlt und Kredite zuverlässig getilgt
werden.
Die Berechnungen von Auskunfteien wie Schufa, Creditreform oder Crif
sind für Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und
Energielieferanten ein wichtiger Maßstab. Sie wollen wissen, wie es
um die Zahlungsmoral ihrer Kundschaft bestellt ist, bevor Verträge
geschlossen und Waren übergeben werden.
Schufa will "Blackbox"- Image loswerden
Verbraucherschützer fordern seit langem mehr Transparenz von der
Schufa. Immer wieder gibt es Beschwerden von Verbrauchern, dass
negative Bewertungen auf falschen oder zumindest strittigen Daten
beruhen. Die Schufa begründete ihre bisherige Zurückhaltung damit,
dass der Score manipuliert werden könnte, wenn das Berechnungsmodell
völlig transparent wäre.
Zudem argumentiert die Schufa, der Score sei nur ein Baustein. Sie
selbst treffe keine Entscheidungen zum Beispiel über die Vergabe von
Krediten oder den Abschluss eines Handyvertrages. Die Entscheidung
für oder gegen ein Geschäft treffe letztlich das Unternehmen, mit
dem ein Verbraucher einen Vertrag abschließen möchte.
Eine Bank zum Beispiel fragt bei einer Kreditanfrage eines Kunden
dessen Bonität bei der Schufa ab. Diese Daten reichert die Bank mit
eigenen Informationen an: etwa Daten zu Einkommen und Ausgaben sowie
Vermögen des Kunden. Schließlich hängt die Kreditvergabe auch von
der Risikobereitschaft des jeweiligen Geldhauses ab.
Anmeldung zur Einsicht in sensible Daten notwendig
Wer den neuen Schufa-Score einsehen will, muss sich einmalig für den
sogenannten Schufa-Account registrieren. Der Schufa-Account als
Zugang zu den persönlichen Daten wird zunächst über eine
Web-Anwendung erreichbar sein, welche über den Browser auf dem PC,
Tablet und Smartphone zur Verfügung steht. Geplant ist eine
Erweiterung um eine Schufa-App, die als Download in den
einschlägigen App-Stores zur Verfügung gestellt werden soll.
Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu 68
Millionen Menschen in Deutschland - überwiegend seien
"ausschließlich positive Informationen gespeichert"./ben/DP/zb
AXC0031 2026-02-20/05:52
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Autor: - dpa-AFX
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