| Russischer Geheimdienst stuft Telegram als Gefahr ein |
| 21.02.2026 11:51:00 |
Moskaus Inlandsgeheimdienst FSB hat die von
Millionen Menschen in Russland genutzte Online-Plattform Telegram
als Sicherheitsrisiko eingestuft. Das russische Militär habe durch
die Nutzung des Messengers an der Front im Kampf gegen die
ukrainischen Truppen wiederholt das Leben von Soldaten gefährdet,
teilte der FSB in Moskau mit.
Demnach gebe es "zuverlässige Informationen darüber, dass die
Streitkräfte und Geheimdienste der Ukraine in der Lage sind,
innerhalb kürzester Zeit Informationen aus dem Messengerdienst
Telegram abzurufen und für militärische Zwecke zu nutzen", hieß es
in der Mitteilung.
Die Vorwürfe des FSB schüren in Russland einmal mehr Befürchtungen,
dass das extrem beliebte soziale Netzwerk in dem Land bald
abgeschaltet werden könnte. Für viele Russen ist Telegram der
wichtigste Weg für den ungehinderten Zugang zu Informationen.
Der russische Machtapparat hat den nationalen Messengerdienst Max
entwickelt, der Telegram, WhatsApp und andere Netzwerke ersetzen
soll. Die App steht als Überwachungsinstrument in der Kritik, durch
das Menschen nicht nur kontrolliert, sondern auch mit zensierten
Inhalten und mit Propaganda gefüttert werden.
Telegram zunehmend unter Druck in Russland
Die russische Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor hatte
zuletzt Telegram gedrosselt. Die Behörde wirft dem Messengerdienst
vor, sich nicht an russische Gesetze zu halten. So würden etwa auch
verbotene Inhalte nicht gelöscht. Und Telegram tue zu wenig gegen
Betrüger, die den Messenger für kriminelle Zwecke missbrauchten,
hieß es.
Zudem verlangt der Machtapparat, dass Telegram seine Server mit den
Daten russischer Nutzer im Land betreibt - und nicht im Ausland. Das
Digitalministerium hatte zuletzt auch behauptet, dass ausländische
Geheimdienste über Telegram Daten erhielten, um diese beim
Abwehrkampf gegen die russische Armee zu nutzen. Telegram weist
solche Anschuldigungen immer wieder zurück.
Kritik an Vorgehen gegen Messengerdienst
Digitalminister Maksut Schadajew hatte in dieser Woche erklärt, dass
Telegram im Kriegsgebiet nur noch vorläufig genutzt werden solle,
bis Max den Dienst ersetzen könne. Russische Militärblogger, aber
auch ranghohe Politiker in Grenzgebieten zur Ukraine hatten die
Verlangsamung von Telegram kritisiert und auf die Wichtigkeit des
Messengers für die Menschen hingewiesen.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass die russische Führung
Telegram für die Verbreitung von Nachrichten benutze. Allerdings
schwenken immer mehr Behörden auf Max um - wohl auch für den Fall
einer Sperrung von Telegram./mau/DP/zb
AXC0017 2026-02-21/11:51
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Autor: - dpa-AFX
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