| Kundin: Sparkasse verlangt nach Einbruch Zinsen für Kredit |
| 21.02.2026 14:14:00 |
Nach dem spektakulären Millionen-Einbruch
in eine Sparkasse in Gelsenkirchen verlangt die Bank von einer
geschädigten Kundin nach Angaben der Frau mehr als sieben Prozent
Zinsen für einen Überbrückungskredit. "Ich hätte erwartet, wenn die
Sparkasse von Unterstützung redet, dass man dieses Darlehen zinsfrei
bekommt", sagte die 57-jährige Astrid Kaiser einem dpa-Reporter.
"Ich kann's ja auch zurückzahlen, wenn die Versicherung der
Sparkasse das mir zustehende Geld überweist", sagte sie. Sie sehe
sich jetzt "noch mehr als Opfer der Sparkasse", sagte die Kundin,
denn die Sparkasse verdiene jetzt auch noch an ihr Geld. Der Kredit
sei nötig, weil sie mit Teilen des aus ihrem Schließfach gestohlenen
Goldes eine bereits gebuchte Kreuzfahrt bezahlen wollte. Die
Schließfächer sind mit maximal 10.300 Euro versichert.
Keine Aussagen zu Verträgen einzelner Kunden
Die Sparkasse erklärte auf Anfrage schriftlich, dass ihre
Beraterinnen und Berater "stets ein offenes Ohr" für die Probleme
der Kundschaft hätten. "Uns ist kein Fall bekannt, dass betroffene
Kundinnen und Kunden aufgrund des Diebstahls in akute finanzielle
Schwierigkeiten geraten sind." Zu Verträgen einzelner Kunden könne
die Sparkasse aufgrund des Bankgeheimnisses und des Datenschutzes
keine Angaben machen. Zuvor berichtete der WDR.
Bei dem Einbruch hatten Unbekannte Ende Dezember mehr als 3.000
Schließfächer - darunter das von Astrid Kaiser - im Tresorraum
aufgebrochen. Zuvor hatten sie ein Loch in eine dicke Betonwand
gebohrt. Die Einbrecher flohen mit Gold, Bargeld und anderen
Wertsachen in möglicherweise zwei- oder sogar dreistelliger
Millionenhöhe.
Gegen die Sparkasse laufen Klagen, in denen ihr mangelnde
Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen werden. Diesen Klagen hat sich
auch Astrid Kaiser angeschlossen, wie sie sagte. "Wir haben nichts
mehr zu verlieren, wir haben schon alles verloren."/rs/DP/zb
AXC0036 2026-02-21/14:14
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Autor: - dpa-AFX
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