| GESAMT-ROUNDUP: Kommt eine Social-Media-Altersgrenze ab 14 Jahren? |
| 22.02.2026 14:14:00 |
Ein Mindestalter für soziale Medien wie Tiktok
und Instagram zum Schutz von Kindern und Jugendlichen rückt immer
näher. Nach der SPD plädiert nun auch die CDU dafür. Der Parteitag
in Stuttgart nahm einen Antrag an, der die Bundesregierung
auffordert, "eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die
Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen". Sie wird außerdem
aufgefordert, das "besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr
im digitalen Raum" auszugestalten.
Der Koalitionspartner SPD dringt jetzt darauf, dass die Idee schnell
zum Gesetz wird. "Dass die Union nun auf unsere Linie eines
Social-Media-Verbots ab 14 Jahren einbiegt und damit auch den Schutz
von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum verbessern möchte,
begrüße ich ausdrücklich", sagte der erste Parlamentarische
Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, der "Bild". "Nun
sollten wir sehr zeitnah im Deutschen Bundestag gemeinsam ein
konkretes Gesetz verabschieden."
Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte kurz vor dem Parteitag
bereits Sympathie für den Vorstoß für eine Social-Media-Altersgrenze
erkennen lassen - ebenso wie für den konkreten Vorschlag aus der
mitregierenden SPD.
Umsetzung offen
Wann ein solches Gesetz genau kommt, ist aber noch offen - und auch,
was der dritte Koalitionspartner CSU darüber denkt. Im vergangenen
Sommer hatte CSU-Chef Markus Söder eine Altersgrenze noch als
"totalen Quatsch" und "realitätsfremd" bezeichnet. Ein Verbot mache
Tiktok, Instagram und Co. eher noch interessanter für Jugendliche
und Kinder, sagte er damals in einem ARD-Interview. Union und SPD
hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, den Kinder- und Jugendschutz
in der digitalen Welt zu stärken.
Die CDU plädiert in ihrem Beschluss nun dafür, als Grundlage für die
Regeln die Empfehlungen einer von der Bundesregierung eingesetzten
Expertenkommission zu nutzen. Diese soll im Sommer ihre Ergebnisse
vorlegen. Die Bundesregierung werde aufgefordert, die zu erwartenden
Vorschläge gemeinsam mit den Ländern umzusetzen, heißt es bei der
CDU.
Antrag fordert Regelungen zu Altersverifikation
Der Landesverband Schleswig-Holstein hatte das Thema auf dem
Parteitag angestoßen. Ein ursprünglicher Antrag der Nord-CDU sah
eine Altersgrenze von 16 Jahren und mehrere weitere Forderungen vor.
Später wurde ein neuer Text formuliert und zur Annahme empfohlen.
Konkret fordert die CDU nun auf nationaler und europäischer Ebene
gesetzliche Regelungen, die Plattformbetreiber zum Einrichten einer
datenschutzkonformen Altersverifikation verpflichten. Eine bloße
Selbstauskunft als "Klick-Abfrage" soll nicht ausreichen. Bei
Verstößen sollen "empfindliche Bußgelder" drohen. Die CDU setzt sich
für eine EU-weite Harmonisierung von Altersstandards ein, um
Umgehungen der Regeln über andere Mitgliedstaaten zu verhindern.
SPD will Jugendversion von Plattformen für Unter-16-Jährige
Führende SPD-Politiker hatte vorgeschlagen, für die
Altersverifikation die App "EUDI-Wallet" zu nutzen. Das ist eine Art
digitales Portemonnaie, in dem beispielsweise Personalausweis und
Führerschein der Erziehungsberechtigten gespeichert sind. Die App
soll Anfang 2027 in Deutschland starten. Wer ein Instagram- oder
Tiktok-Konto einrichtet, soll über die Wallet der Eltern das Alter
nachweisen müssen.
Für Jugendliche unter 14 Jahren will die SPD den Zugang zu Social
Media komplett sperren, für Jugendliche zwischen 14 und 16 soll es
Jugendversionen der Plattformen geben. Die dürften dann keine
suchtverstärkenden Funktionen wie Endlos-Scrollen oder automatisches
Abspielen von Inhalten enthalten. Zudem müsste eine Jugendversion
ohne algorithmisch gesteuerte Feeds auskommen, die Videos und Posts
personalisiert vorschlagen.
Ergänzende Medienbildung
Die CDU will ihren Vorstoß flankieren durch stärkere Medienbildung
in Schulen. Vermittelt werden sollten etwa Wissen über
Wirkmechanismen von Algorithmen und zum Schutz vor Cybermobbing und
digitaler Manipulation. Angebote müssten Eltern einbeziehen.
Medienkompetenz stärke zudem die "demokratische Resilienz gegen
Desinformation und Radikalisierung".
Die CDU fordert mit dem Parteitagsvotum auch mehr
Transparenzpflichten. Es brauche gesetzliche Regelungen, um die
Entscheidungen von Algorithmen nachvollziehbar zu machen. Zudem
müssten Verfahren zum schnelleren Löschen rechtswidriger Inhalte
geschaffen werden. Wenn man rechtswidrige Inhalte einstelle oder auf
seinen Plattformen dulde, müssten Bußgelder
drohen./sam/bk/mfi/poi/DP/jha
ISIN US02079K3059 US30303M1027 US02079K1079
AXC0038 2026-02-22/14:14
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Autor: - dpa-AFX
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