| Selenskyj über Trump: 'Präsidenten kommen und gehen' |
| 23.02.2026 06:23:00 |
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj
setzt auf verlässliche Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten
für sein Land, die nicht allein vom Willen des US-Präsidenten
abhängen. "Aus guten Gründen wird der Kongress über sie (die
Sicherheitsgarantien) abstimmen", sagte Selenskyj dem britischen
Sender BBC in Kiew. Es gehe nicht allein um Präsident Donald Trump,
auch das Parlament werde gebraucht, betonte er laut der Übersetzung
aus dem Ukrainischen. "Denn Präsidenten kommen und gehen, aber
Institutionen bleiben."
Selenskyj gab das Interview laut BBC am Wochenende in einem streng
gesicherten Raum in der Regierungszentrale in Kiew. Darin wurde er
auch gefragt, ob er Trump trauen könne und Versprechen des
US-Präsidenten etwa zu Sicherheitsgarantien verlässlich wären.
"Es geht nicht nur um Präsident Trump"
Selenskyjs Antwort: "Es geht nicht nur um Präsident Trump, wir reden
von Amerika. Wir alle sind für eine angemessene Zeit Präsidenten.
Wir (als Ukrainer) wollen beispielsweise Garantien für 30 Jahre. Die
politischen Eliten werden künftig andere sein, die Anführer werden
andere sein." Trumps zweite und damit gemäß der US-Verfassung letzte
Amtszeit endet in knapp drei Jahren.
Der BBC-Journalist, der das Interview mit Selenskyj führte, fasste
den Tenor der Aussagen des Präsidenten wie folgt zusammen: "Donald
Trump mag unzuverlässig sein, aber er wird nicht für immer da sein."
Selenskyj beantwortete die Fragen des Reporters auf Ukrainisch,
anschließend veröffentlichte die BBC eine schriftliche
Zusammenfassung mit Zitaten auf Englisch und einem kurzen
Videoausschnitt des Gesprächs.
Selenskyj: Komplette Rückeroberung bloß "Frage der Zeit"
In dem Interview ließ Selenskyj offen, ob er bei etwaigen Neuwahlen
nochmals als Präsident kandidieren würde. In jedem Fall brauche es
vor einer solchen Abstimmung verlässliche Sicherheitsgarantien, um
eine Manipulation der Wahl zu verhindern und die Ukraine dauerhaft
vor russischen Annexionsgelüsten zu schützen, sagte Selenskyj.
Langfristig wolle man das gesamte besetzte Gebiet zurückerobern und
zu den im Unabhängigkeitsjahr 1991 festgelegten Grenzen der Ukraine
zurückkehren, sagte er weiter. Das sei nur eine Frage der Zeit,
momentan aber noch nicht möglich. Die russische Armee sei zu
mächtig, und der Verlust von Menschenleben - Selenskyj sprach von
Millionen Toten, die zu befürchten wären - wäre zu groß. Die Ukraine
habe nicht genügend Waffen für entsprechende Erfolge auf dem
Schlachtfeld, so Selenskyj.
Eine Abtretung weiterer Landstriche in den Gebieten Donezk, Cherson
und Saporischschja, die Russland bislang nicht vollständig erobern
konnte, lehnte Selenskyj erneut kategorisch ab. "Ich betrachte das
nicht einfach als Land. Für mich würde das Aufgeben bedeuten - eine
Schwächung unserer Positionen, mit der wir Hunderttausende unserer
Mitmenschen im Stich lassen würden, die dort leben. So sehe ich das.
Und ich bin sicher, dass dieser "Rückzug" unsere Gesellschaft
spalten würde."/mk/DP/stk
AXC0026 2026-02-23/06:23
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Autor: - dpa-AFX
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