| Aktien Frankfurt Ausblick: Verluste erwartet - Neue US-Zollunsicherheit |
| 23.02.2026 08:19:00 |
Für den Dax zeichnen sich nach
einem versöhnlichen Wochenausklang am Montag Verluste ab. Eine
Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für
den deutschen Leitindex ein Minus von 0,9 Prozent auf 25.134 Punkte.
Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wurde 0,5 Prozent
tiefer erwartet, womit auch ihm ein Rücksetzer droht. Er hatte noch
am Freitag seine Rekordjagd fortgesetzt.
Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die
Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle
der US-Regierung droht damit zu verpuffen. Die EU-Regierungschefs
hätten verhaltener auf den Gerichtsbeschluss reagiert als vor einem
Monat auf Donald Trumps Drohungen wegen Grönland, betonte Experte
Greg Fuzesi von der US-Bank JPMorgan. Zunächst ändere sich faktisch
nichts an den Zöllen, die der amerikanische Präsident gegen die EU
verhängt habe. Gegenmaßnahmen der EU erwartet Fuzesi daher eher
nicht.
Ifo-Präsident Clemens Fuest hält das Gerichtsurteil politisch zwar
für eine gute Nachricht, warnte in einem Interview mit dem
"Handelsblatt" aber vor wachsenden Risiken für die Wirtschaft.
Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen
Großteil von Trumps Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den
1970er Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte Trump einen
weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen
hob er am Folgetag auf 15 Prozent an. Damit schöpft er die
Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus den 1970er Jahren, auf das er
sich beruft, voll aus. Nun versuchen die EU und andere Länder, die
genauen Folgen für die globale Wirtschaft abzuschätzen. Im
EU-Parlament ist an diesem Montag eine Sondersitzung des
Rechtsdienstes und des Verhandlungsteams, das für ein Zollabkommen
zwischen den USA und der EU zuständig war, geplant.
Unternehmensseitig sieht die Agenda am deutschen Aktienmarkt zu
Wochenbeginn übersichtlich aus. Der Scheinwerferhersteller Hella
habe mit dem Umsatz im vergangenen Jahr sowohl die
Planung als auch die Erwartungen übertroffen, während die Margen der
eigenen Zielsetzung entsprächen, kommentierte ein Händler. Der
Umsatzausblick auf 2026 sei aber eine klare Enttäuschung. Auch bei
den Margen lägen die Markterwartungen schon am oberen Ende der
Unternehmenszielspanne. Mit einem vorbörslichen Kursrückgang um 0,7
Prozent dürfte die Aktie aus der Handelsspanne der vergangenen Tage
nach unten abrutschen.
Den zuletzt rekordhungrigen Titeln des Baukonzerns Hochtief
droht mit einem Minus von 2,6 Prozent ein Rückschlag.
Die spanische Bank Santander strich ihre positive Anlageempfehlung.
Sie hob zwar das Kursziel etwas an, liegt damit aber immer noch klar
unter dem aktuellen Bewertungsniveau./gl/mis
ISIN DE0008469008 DE0008467416
AXC0039 2026-02-23/08:19
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Autor: - dpa-AFX
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