| Preise für Gold und Silber steigen wegen neuer Zoll-Unsicherheit |
| 23.02.2026 09:06:00 |
Die zurückgekehrte Unsicherheit rund um die
US-Zölle hat zum Wochenstart die Preise für Gold und Silber nach
oben getrieben. Zuletzt ließ der Schwung aber insbesondere bei
Silber wieder nach.
Für eine Feinunze Silber (etwa 31,1 Gramm) wurden am Morgen zuletzt
85,47 US-Dollar bezahlt. Damit bewegt sich der Silberpreis auf dem
Niveau von Mitte Februar. Eine Feinunze Gold kostete
5.127 Dollar (4.337 Euro). Hier wurde im Handelsverlauf mit knapp
5.177 Dollar der höchste Stand seit Ende Januar erreicht.
Grund für die Preissprünge bei Gold und Silber sind die jüngsten
Entwicklungen im Zollstreit der USA mit dem Rest der Welt. Nach der
am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs
gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser
mit einem neuen Zollsatz nach. Der Republikaner kündigte am Samstag
auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in
die USA von 15 Prozent an - statt der kurz davor bereits
veranschlagten 10 Prozent. Damit schöpft Trump die Höchstgrenze
eines Handelsgesetzes, auf das er sich beruft, voll aus.
"Die Unsicherheit hat sich wieder einmal erhöht, was deutlich am
Goldpreis und noch stärker bei Silber abzulesen ist", schrieben die
Experten der Dekabank. Anleger griffen damit bei den Edelmetallen
zu, die oft in turbulenten Zeiten als Depotabsicherung gefragt sind.
Hinzu kommt, dass der Euro auf die jüngsten Entwicklungen mit
Kursgewinnen zum US-Dollar reagierte. Damit werden Gold und Silber,
die in Dollar notieren, für die Anleger günstiger; auch dadurch
stieg die Edelmetall-Nachfrage.
Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank äußerte sich ähnlich:
"Da die USA in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Ländern
Handelsabkommen geschlossen haben, stellt sich nun die Frage, was
denn nun eigentlich gilt." Eigentlich sollte der Handelsausschuss
des EU-Parlaments am morgigen Dienstag die mit den USA vereinbarten
Zollvereinbarungen absegnen, nun wird es aber zunächst am Montag
eine Sondersitzung des EU-Verhandlungsteams geben.
"Zu Wochenbeginn gibt es also eine ganze Reihe an Fragezeichen",
fuhr Gitzel fort. Besonders schwer wiege die Situation für
Unternehmen, die aktuell Waren in die USA versenden. Unter welchen
Bedingungen ihre Güter über den Atlantik gehen, ist ungewiss. Die
Unsicherheiten könnten im schlimmsten Falle dazu führen, dass Waren
zurückhalten werden. Der globale Güterhandel bleibt damit Gitzel
zufolge belastet. In den meisten Weltregionen werde man deshalb auf
die Aktivierung binnenwirtschaftlicher Kräfte setzen./la/mis
ISIN XC0009655157
AXC0052 2026-02-23/09:06
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Autor: - dpa-AFX
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