| Chemie-Tarifgespräche für 585.000 Beschäftigte fortgesetzt |
| 23.02.2026 13:51:00 |
Die bundesweiten Tarifverhandlungen für rund
585.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie sind in die
zweite Runde gegangen. In Wiesbaden treffen sich die
Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC, die
Gespräche sind bis Dienstag angesetzt. Der aktuelle Tarifvertrag für
die Branche läuft Ende Februar aus.
Zum Verhandlungsauftakt in Hannover vor wenigen Wochen lagen IG BCE
und BAVC noch weit auseinander. So will die Gewerkschaft Jobs in der
kriselnden Chemiebranche sichern und höhere Entgelte über der
Inflationsrate erreichen, wenngleich sie auf eine konkrete
Lohnforderung verzichtet.
"Jobsicherheit und Kaufkraftsteigerung gibt es für uns nur im
Paket", sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich vor der
zweiten Runde. Die Frage der Jobsicherung sei ein gutes Stück
vorangekommen, beim Entgelt bewege man sich dagegen "im
Schneckentempo". Die Reallöhne der Menschen lägen bis heute fünf
Prozent unter dem Niveau von 2018.
Klassische Chemie in der Krise, Pharma wächst
Die Arbeitgeber pochen dagegen auf Lohnzurückhaltung angesichts der
Krise der Chemieindustrie, die unter hohen Energiepreisen,
Konjunkturflaute, US-Zöllen und Überkapazitäten am Weltmarkt leidet.
BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk betonte, die Branche
produziere 20 Prozent weniger als 2018, zahle aber deutlich höhere
Tariflöhne.
Die Chemie- und Pharmabranche ist die drittgrößte Industriebranche
in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Dem Chemieverband
VCI zufolge erzielte sie 2025 einen Umsatz von rund 220 Milliarden
Euro. Während die Geschäfte der Pharmaindustrie im vergangenen Jahr
deutlich wuchsen und diese Milliarden in Deutschland investiert,
steckt die klassische Chemie seit Jahren in der Flaute. Konzerne wie
BASF und Evonik haben Sparprogramme
verkündet samt Stellenabbau, teils wurden Anlagen
geschlossen./als/DP/mis
ISIN DE000BASF111 DE0005470405 DE000WCH8881 DE000EVNK013 US2605571031
AXC0138 2026-02-23/13:51
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Autor: - dpa-AFX
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