| ROUNDUP: Haushaltsausschuss billigt Kamikazedrohnen für Bundeswehr |
| 25.02.2026 15:59:00 |
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat grünes
Licht für den Kauf von Kamikazedrohnen für die Bundeswehr gegeben.
Die Haushaltspolitiker billigten dazu Pläne aus dem
Verteidigungsministerium, das Waffensysteme der deutschen Hersteller
Helsing und Stark Defence im Umfang von zunächst rund 540 Millionen
Euro bestellen will, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin
erfuhr.
Zugleich deckelte der Haushaltsausschuss Käufe auf jeweils eine
Milliarde Euro und erlegte dem Ministerium Berichtspflichten auf.
Dazu wurde ein sogenannter Maßgabebeschluss gefasst. Der fordert
auch eine erneute parlamentarische Billigung als Voraussetzung
dafür, weitere Stückzahlen aus den Verträgen abrufen zu können.
Verteidigungsminister Boris Pistorius sprach mit Blick auf die
Kamikazedrohnen von einem "wichtigen Schritt". Die Bundeswehr lerne
dabei auch von den Erfahrungen der Ukrainer und profitiere von
Rüstungskooperationen. Zugleich sagte er nach einer Sitzung des
Verteidigungsausschusses: "So sehr es stimmt, dass Drohnen den
gegenwärtigen Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt,
dominieren, so richtig ist es auch, dass keiner weiß, ob das auch in
fünf Jahren noch der Fall wäre."
"Brigade Litauen" soll die Waffensysteme zuerst bekommen
Die unbemannten und mit Gefechtsköpfen versehenen Flugsysteme -
fachlich: "Loitering Munition" - sind im Ukraine-Krieg inzwischen
zentral für einen großen Teil der Wirkungstreffer.
Die Bundeswehr, die beim Einsatz von Drohnen als Waffe aufgrund
früherer politischer Entscheidungen lange abgehängt schien, will mit
den Waffen ein neues Kapitel auf dem Gefechtsfeld aufschlagen. Als
erster Verband soll die "Brigade Litauen" an der Ostflanke der Nato
die neuen Waffensysteme bekommen.
Insgesamt sollten nach Plänen des Ministeriums in den kommenden
Jahren bis zu 4,4 Milliarden Euro für Kamikazedrohnen ausgegeben
werden. In der ersten Tranche werden nun jeweils mehrere Tausend
Stück bestellt. Insgesamt steht die Beschaffung einer fünfstelligen
Zahl von Kamikazedrohnen an. Als dritter möglicher Anbieter dafür
steht der Rüstungskonzern Rheinmetall in den
Startlöchern.
Die neuen Systeme wurden getestet
Als "Loitering Munition" - etwa "lauernde Munition" - werden Drohnen
mit einem Sprengkopf bezeichnet, die längere Zeit über einem
Zielgebiet kreisen können, bis ihnen per Datenlink ein Ziel
zugewiesen und das Angriffskommando gegeben wird. Sie fliegen dann
das Ziel an.
Die Bundeswehr hat diese Waffensysteme bereits getestet und den
Herstellern zudem eigene Vorgaben gemacht, so dass die Bundeswehr
andere Versionen erhält als die ukrainischen Streitkräfte. Die
Drohnen der beiden Hersteller gelten damit nicht mehr als
kampferprobt ("combat proven"), müssen sich aber umfangreichen
deutschen Prüfungen stellen und den Praxistest in der Truppe
bestehen.
Heeresinspekteur Christian Freuding will in den nächsten Jahren
sechs Einheiten für den Einsatz von den dann neu eingeführten
Kamikazedrohnen aufstellen. Bis 2027 wolle er die erste Batterie
mittlerer Reichweite einsatzbereit machen; bis 2029 fünf weitere,
sagte der Generalleutnant im November. Eine Batterie entspricht in
der Größe einer Kompanie aus 60 bis 150 Soldaten.
Bedenken gibt es gegen einen Investor
Vor allem die Grünen hatten vor der Sitzung des Haushaltsauschusses
starke Vorbehalte gegen den an Stark Defence beteiligten US-Investor
Peter Thiel auf den Tisch gebracht und Aufklärung über dessen
möglichen Einfluss gefordert. Thiel ist bekannt für seine libertären
und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident
Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien.
Der Grünen-Verteidigungshaushälter Sebastian Schäfer kritisiert, bis
dato habe die Bundesregierung keine eigenen Erkenntnisse darüber,
wem ein Unternehmen gehört, das jetzt mit einem Milliardenvertrag
für Drohnen bedacht werden soll.
Hersteller weist Kritik der Grünen zurück
Stark Defence erklärt auf Anfrage, Thiel habe "keinerlei Einfluss
auf das operative Geschäft". Der Investor habe auch keine
Sperrminorität. Zudem sei im Fall ausländischer Investitionen in
deutsche Rüstungsunternehmen bei Überschreiten von zehn Prozent eine
verpflichtende Vorab-Prüfung durch das Wirtschaftsministerium nötig.
Gleiches gelte, sollten unterhalb dieser Schwelle Sonderrechte etwa
bei der Besetzung von Gremien oder sonstige untypische
Einflussmöglichkeiten bestehen. "Nichts davon ist hier der Fall",
sagte eine Sprecherin.
Pistorius ging am Rande der Sitzungen auf die Debatte ein. Wenn es
Bedenken gebe "hinsichtlich der Qualität der Beteiligung von Thiel
an dem Unternehmen, dann müssen wir dem nachgehen", sagte er. "Das
hat sich aber herausgestellt, dass das nicht der Fall ist." Es gehe
bei Thiel um eine Beteiligung in einstelliger Prozenthöhe ohne
Zugriff oder Einsicht in operative Sachverhalte./cn/DP/jha
ISIN DE0007030009
AXC0269 2026-02-25/15:59
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.175,94 | 189,69 | 0,76% |
| TecDax | 3.749,00 | 33,74 | 0,91% |
| MDAX | 31.431,62 | 22,12 | 0,07% |
| Dow Jones (EOD) | 49.174,50 | 370,44 | 0,76% |
| Nasdaq 100 | 25.316,62 | 339,58 | 1,36% |
| S & P 500 (EOD) | 6.890,07 | 52,32 | 0,77% |
| SMI | 13.977,10 | -20,03 | -0,14% |
|
| EUR/US$ | 1,1806 | 0,00 | 0,29% |
| EUR/Yen | 184,6900 | 1,15 | 0,63% |
| EUR/CHF | 0,9124 | 0,00 | 0,12% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8712 | -0,00 | -0,18% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | -0,33% |
| CHF/US$ | 1,2940 | 0,00 | 0,14% |
|
| baha Brent Indication | 71,18 | -0,45 | -0,64% |
| Gold | 5.191,88 | 64,35 | 1,26% |
| Silber | 90,47 | 2,41 | 2,74% |
| Platin | 2.336,45 | 167,39 | 7,72% |
| |
|
|