| ROUNDUP 3: Fresenius will weiter profitabel wachsen - Kurs dreht ins Plus |
| 25.02.2026 16:19:00 |
(neu: Kurs, Experte)
BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Fresenius hat dank
Einsparungen und einem guten Lauf seiner Pharmatochter Kabi sowie
seinem Klinikgeschäft Helios im vergangenen Jahr mehr verdient. 2026
soll es weiter aufwärtsgehen. "Wir sind überzeugt, dass wir auch
weiterhin profitabel und nachhaltig wachsen werden", sagte
Unternehmenschef Michael Sen, dessen Vertrag vorzeitig um weitere
fünf Jahre bis 2031 verlängert wird. Der Konzern kündigte ferner am
Mittwoch einen Wechsel an der Spitze seiner Kliniksparte Helios an.
Die Aktie legte nach anfänglichen kräftigen Kursverlusten zuletzt
klar zu.
Die Anleger von Fresenius haben sich damit nicht nachhaltig an
durchwachsenen Quartalszahlen und einem ebenfalls durchwachsenen
Ausblick gestört. Am Nachmittag waren die Papiere des
Gesundheitskonzerns mit zuletzt zwei Prozent ins Plus gedreht,
nachdem sie im frühen Handel noch bis zu 4,4 Prozent im Minus lagen
und Dax -Schlusslicht waren. Bereits am Vortag war der
Kurs im Zuge der mauen Jahresziele der Fresenius-Beteiligung FMC
(Fresenius Medical Care) gefallen. In den vergangenen
drei Jahren hat sich der Kurs aber - parallel zum von Sen
eingeläuteten Umbau - fast verdoppelt.
Für Analyst Graham Doyle von der UBS sind die von Fresenius
präsentierten Quartalszahlen in Ordnung, aber der Ausblick
enttäuschend. Sven Kürten von der DZ Bank sah in letzterem den
"Knackpunkt", da das Margenziel auf den ersten Blick enttäuschend
sei. In seiner Studie, die zur Mittagszeit veröffentlicht wurde,
bewertete er dies aber "als nicht dramatisch". Die Hauptabweichung
komme durch höhere Kosten auf Konzernebene, die durch verstärkte
Investitionen in Digitalisierung und neue Produktinnovationen
bedingt seien.
JPMorgan-Analyst Richard Vosser gab zu bedenken, dass Fresenius
üblicherweise mit konservativen Zielen in das Jahr starte und diese
dann womöglich noch anheben könnte. Angesprochen auf seine weiteren
Vorhaben, sagte Konzernlenker Sen: "Wir setzen auf
innovativgetriebenes Wachstum und die Digitalisierung im
Krankenhausbereich und stärken unsere Pipeline durch
Einlizensierungen und eigene Entwicklungen."
In diesem Jahr stünden etwa zahlreiche Produktanläufe bei der
Tochter Kabi im Geschäft mit klinischer Ernährung und bei den
biotechnologisch hergestellten Nachahmermedikamenten an. "Da müssen
wir erst einmal schauen, wo wir beim Umsatz herauskommen",
erläuterte der Manager mit Blick auf die Konzernziele. Auch die
weitere Rechtssprechung zum Thema Zölle in den USA bleibe
abzuwarten.
So klammert das Unternehmen die Auswirkungen des jüngsten
Zoll-Urteils des obersten US-Gerichtshofs beim Jahresausblick aus,
da diese nicht vollständig abgeschätzt werden könnten.
2026 soll der Konzernerlös aus eigener Kraft um 4 bis 7 Prozent
zulegen - und damit nur bestenfalls so stark wachsen wie im
vergangenen Jahr, in dem der Umsatz auf knapp 22,6 Milliarden Euro
gestiegen war. Die operative Marge (bereinigte Ebit-Marge) soll in
etwa auf dem Vorjahresniveau von 11,5 Prozent stagnieren.
Zugleich führt Fresenius im Ausblick eine neue Kennziffer ein. Damit
wolle das Unternehmen den Fokus auf die Wertschaffung für die
Anteilseigner stärker betonen, erläuterte Finanzchefin Sara
Hennicken. So soll das sogenannte Kernergebnis je Aktie in diesem
Jahr währungsbereinigt um 5 bis 10 Prozent steigen, nach einem Plus
von 12 Prozent auf 2,87 Euro für 2025. Herausgerechnet sind hier
Sondereffekte und die Beteiligung FMC.
2025 war ein weiteres starkes Jahr für Fresenius. Belastungen etwa
durch US-Zölle und den Wegfall von staatlichen Energiehilfen nach
der Corona-Pandemie für deutsche Kliniken konnte der Konzern
ausgleichen. In den zwölf Monaten kletterte das um Sondereffekte
bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) um
etwas mehr als vier Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.
Damit traf der Pharmakonzern und Krankenhausbetreiber in etwa die
Erwartungen am Markt, das Schlussquartal lag jedoch moderat darunter
- trotz erheblicher Ergebnisverbesserungen bei Helios. In der
Kliniksparte Helios kamen im letzten Jahresviertel - wie zuvor
angekündigt - unter anderem positive Effekte des Sparprogramms zum
Tragen. Auch bei der Pharmatochter Kabi hätten sich weitere
Effizienzmaßnahmen positiv ausgewirkt. Fresenius erhöhte in diesem
Zusammenhang das längerfristige Margenziel für die Pharmatochter
leicht.
Seinen Aktionären will das Unternehmen nun für 2025 eine um fünf
Cent auf 1,05 Euro angehobene Dividende je Aktie zahlen.
Wie Fresenius weiter mitteilte, soll Christian Pawlu zum 1. Juli als
neuer Leiter der Kliniksparte Helios in den Vorstand einziehen. Der
bisherige Helios-Lenker Robert Möller soll künftig das Büro der
Unternehmensleitung in Berlin und Brüssel aufbauen.
Fresenius hat bereits einen radikalen Umbau unter dem früheren
Siemens - und Eon -Manager Sen hinter
sich. Dieser war im April 2021 zunächst als Leiter der Pharmasparte
Kabi zu Fresenius gekommen. Im Oktober 2022 übernahm er den
Vorstandsvorsitz beim Arzneihersteller und größten deutschen
Klinikbetreiber, der damals noch in der Krise steckte. Unter Sen
verkaufte Fresenius Randbereiche wie die Kinderwunsch-Klinikkette
Eugin, verschlankteStrukturen und zog sich weitgehend aus der
verlustträchtigen österreichischen Tochter Vamed zurück.
Auch wurde die frühere enge Verflechtung mit dem Dialysespezialisten
FMC gelöst. Inzwischen wird die frühere Blutwäsche-Tochter nur noch
als Finanzbeteiligung geführt, Fresenius ist aber weiter größter
Aktionär. Damit schnitt Konzernlenker Sen Fresenius auf die
Pharmatochter Kabi und das Klinikgeschäft bei Helios zu, wo er
parallel Sparprogramme einläutete und auf eine Verjüngung des
Produktangebots setzte. In der Folge verbesserten sich die
Ergebnisse des Unternehmens wieder, und die Nettoverschuldung sank
in den vergangenen zwei Jahren laut Finanzchefin Henniken um rund
drei Milliarden Euro./tav/lew/jha/mis/jha/
ISIN DE0005785604
AXC0276 2026-02-25/16:19
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Autor: - dpa-AFX
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