| ROUNDUP 3: Heidelberg Materials peilt bei operativem Gewinn erneut Rekord an |
| 25.02.2026 16:26:00 |
(Kurse aktualisiert)
HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials
hat 2025 erneut einen Rekord beim operativen Gewinn
erzielt. "Unsere konsequente Ausrichtung auf striktes
Kostenmanagement hat maßgeblich zu diesem hervorragenden Ergebnis
beigetragen", sagte der Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten am
Mittwoch in Heidelberg laut Mitteilung. Wenngleich der Bausektor in
manchen Regionen noch von Schwankungen geprägt sei, setze sich die
Stabilisierung in den Kernmärkten fort. Daher rechne das Management
im laufenden Jahr erneut mit einem Ergebniswachstum.
Der Aktienkurs geriet zunächst dennoch unter Druck. Im frühen Handel
fiel er bis auf gut 192 Euro. Nach mehreren Erholungsversuchen
gelang ihm am Nachmittag dann sogar kurz das Erreichen der
Gewinnzone. Zuletzt notierte das Papiere 0,25 Prozent tiefer bei
200,30 Euro.
Die vorherige Kursrally bis auf ein Rekordhoch von fast 242 Euro im
Januar hatte jüngst einen Dämpfer durch Nachrichten über ein
mögliches Aufweichen der EU-Pläne für Klimaschutzmaßnahmen bekommen
. Der Konzern galt bisher als Profiteur davon, da er eine
branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung
von CO2-Emissionen im Produktionsprozess innehat. Anleger hatten
daher bislang Kostenvorteile für den deutschen Zementhersteller
gesehen, sobald die Ausgabe kostenloser Zertifikate gestoppt wird.
Analysten verwiesen mit Blick auf die Geschäftszahlen darauf, dass
die durchschnittlichen Marktschätzungen bereits am oberen Ende der
nun vom Konzern veröffentlichten Prognose lägen. Für 2026 peilt das
Unternehmen ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 3,4 bis
3,75 Milliarden Euro an, und damit mindestens den Vorjahreswert.
Für das laufende Jahr zeigte sich Unternehmenschef von Achten vor
allem zuversichtlich für die Baukonjunktur im wichtigen Markt USA
aufgrund der Zwischenwahlen im November. "Im Anlauf zu Wahlen
passiert in der Regel auch etwas auf der Bauseite, weil das ein
Riesenmarkt ist, der mit Wählerstimmen zu tun hat", sagte der
Manager. Der Bereich Rechenzentren entwickele sich bereits sehr
dynamisch und der Markt für Gewerbeimmobilien sei wieder
angesprungen. Im amerikanischen Wohnungsmarkt passiere hingegen noch
zu wenig. Die Region steuert von Achten zufolge etwa 30 Prozent zum
Konzernumsatz und -ertrag bei.
Auch für den Heimatmarkt Deutschland geht von Achten davon aus, dass
es dank Infrastrukturprogrammen wieder aufwärtsgehen wird. Im
Tiefbau habe es bereits im vierten Quartal eine deutliche Belebung
der Nachfrage gegeben, erläuterte von Achten. Es würden
Infrastrukturprojekte vor allem im Energie- und Verteidigungsbereich
kommen.
2025 kletterte der Umsatz trotz teilweise rückläufiger Absatzmengen
im Jahresvergleich um gut ein Prozent auf knapp 21,5 Milliarden
Euro, wie das Dax-Unternehmen weiter mitteilte. Während der Konzern
in der Region Afrika-Mittelmeer-Westasien deutlich mehr umsetzte,
gingen die Erlöse in den restlichen Regionen auf vergleichbarer
Basis etwas zurück.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(Ebit) - das sogenannte RCO - nahm 2025 um sechs Prozent auf knapp
3,4 Milliarden Euro zu. Dies war so viel, wie Analysten erwartet
hatten. Zum Ergebnisplus trug insbesondere ein Sparprogramm bei, das
Ende 2024 angekündigt worden war.
Heidelberg Materials will bis Ende 2026 unter anderem mit einer
geringeren Klinkerherstellung, Verbesserung der Produktion und
Personalabbau eine halbe Milliarde Euro jährlich einsparen. Im
vergangenen Jahr haben die Einsparungen rund 380 Millionen Euro
betragen.
Unter dem Strich entfiel 2025 auf die Aktionäre ein Gewinn von gut
1,9 Milliarden Euro nach knapp 1,8 Milliarden im Vorjahr.
Für die Aktionäre gibt es eine gute Nachricht: "Die Dividende wird
steigen", sagte Finanzchef René Aldach. Wie viel genau an die
Anteilseigner je Aktie gehen soll, wird auf der Hauptversammlung im
Mai entschieden. Im März wird der Vorstand bereits einen Vorschlag
veröffentlichen. Im vergangenen Jahr zahlte das Unternehmen für das
Jahr 2024 eine Dividende von 3,30 Euro je Aktie.
Heidelberg Materials hat inzwischen wegen des deutlichen
Absatzrückgangs bei Zement in Europa sowie aufgrund der verstärkten
Ausrichtung des Zementportfolios hin zu CO2-reduzierten Produkten
seine Herstellung in mehreren Werken angepasst. So wurde vor einiger
Zeit im Zementwerk Hannover und im nordspanischen Werk Añorga
jeweils die Klinkerproduktion eingestellt. Die französischen Werke
in Beffes und Villiers-au-Bouin wurden Ende November geschlossen.
Unterdessen setzt das Unternehmen weiter auf den nordamerikanischen
Markt, wo es weiter zukauft.
Heidelberg Materials ist eines der größten Baustoffunternehmen der
Welt. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen rund 50.000
Mitarbeiter./mne/tav/mis/men/jha/he
ISIN DE0006047004
AXC0281 2026-02-25/16:26
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Autor: - dpa-AFX
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