| AKTIE IM FOKUS 2: Heidelberg Materials holen auf - Telefonkonferenz ermutigend |
| 25.02.2026 17:03:00 |
(neu: Kursverluste fast ausgeglichen, Aussagen in der
Telefonkonferenz, JPMorgan-Kommentar)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Für die Anleger von Heidelberg Materials
bleibt der Februar ein trüber Börsenmonat. Die Aktien
verblieben am Mittwoch nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen
in ihrem Abwärtstrend, der seit dem Rekordhoch von Ende Januar
läuft. Allerdings konnten sie ihren Abschlag im Tagesverlauf
deutlich reduzieren.
Am Mittwoch sackte der Kurs des Zementherstellers zeitweise um mehr
als vier Prozent ab und konnte sich erst bei 192,10 Euro fangen. Als
der Dax sich etwas klarer ins Plus absetzte und eine Analystin von
ermutigenden Aussagen im Rahmen einer Telefonkonferenz sprach,
konnten die Aktien von Heidelberg Materials etwas aufholen. Zuletzt
betrug der Abschlag dann nur noch ein Prozent auf 198,95 Euro.
2026 haben die Titel trotz der im Januar erzielten Bestmarke zehn
Prozent verloren. Nach ein paar Erholungstagen, die es Mitte Februar
gegeben hatte, steht nun schon wieder der dritte Verlusttag in Folge
zu Buche. Eine Rückkehr über die 200-Tage-Linie, die Mitte Februar
erstmals seit längerer Zeit unterschritten wurde, erwies sich
zuletzt als charttechnischer Fehlausbruch.
Ordentliche Zahlen reichten nicht, um das zuletzt von der Debatte
über europäische Klimaschutzmaßnahmen getrübte Stimmungsbild unter
den Anlegern zu wandeln. Thorsten Reigber von der DZ Bank schrieb,
die Zahlen hätten die Erwartungen erfüllt und der Zielkorridor für
das operative Ergebnis (Ebit) im Jahr 2026 erscheine optimistisch,
wenngleich der Konsens schon am oberen Ende der Spanne liege.
Tom Zhang von der Barclays Bank zog daraus dann aber auch den
Schluss, dass der von Analysten oft als Vergleich herangezogene
Mittelwert der Ebit-Spanne unter dem Analystendurchschnitt liege.
Julian Radlinger von UBS schrieb, das Unternehmen gehe 2026 von
starkem Währungsgegenwind aus. Dies erinnere an den Ausblick im
vergangenen Jahr, der sich im Jahresverlauf dann als korrekt
erwiesen habe.
Radlinger betonte allerdings auch, dass die Investorenerwartung vor
dem Hintergrund der jüngsten Nachrichten zum Emissionshandel in
Europa zuletzt schon unter den Analystenkonsens und auf ein
konservativeres Niveau gesenkt worden sei. Vor diesem Hintergrund
sieht er im Ausblick keine wirkliche Überraschung. Er betonte
außerdem, Heidelberg Materials habe auch in den beiden Vorjahren den
Ausblick ein bis zwei Prozent unter dem Konsens angesetzt.
Der Baustoffhersteller war in den vergangenen Wochen vom Rekordhoch
wegen EU-Plänen zurückgefallen, energieintensive Unternehmen mit
einem aufgeweichten Emissionshandel länger zu entlasten. In der
Folge hatten die Zementpreise gelitten und die Heidelberger noch
dazu, weil sie als Vorreiter derzeit viel in eine emissionsarme
Produktion investieren. Anleger hatten sich ehemals Kostenvorteile
erhofft, sobald die Ausgabe kostenloser Zertifikate gestoppt wird.
Analysten bezogen in ihren ersten Kommentaren auch vereinzelt
Stellung zum Emissionsthema. Glynis Johnson von Jefferies schrieb,
in den Erklärungen zum Ausblick blieben die Zementpreiserwartungen
unerwähnt, was aber auch nicht ungewöhnlich sei. Hierzu gab es
allerdings ermutigende Aussagen im Rahmen einer Telefonkonferenz,
die JPM-Analystin Elodie Rall am Nachmittag in einem Kommentar
erwähnte.
Rall erwähnte, im Zusammenhang mit dem Emissionshandelssystem (ETS)
gehe das Management weiterhin von einer Rationalisierung der
Kapazitäten aus und sehe kein Risiko einer Abschaffung des Systems.
Wichtig sei auch die Erwähnung, dass die Preisgestaltung
voraussichtlich nicht durch die ETS-Änderungen beeinflusst werde.
Außerdem gebe es offenbar keine Anzeichen dafür, dass die Nachfrage
nach CO2-armen Baustoffen beeinträchtigt werde.
Anthony Codling von der kanadischen Bank RBC hatte am Morgen schon
seinen Glauben betont, dass es der richtige Ansatz ist, wenn das
Unternehmen an seiner Emissionsstrategie festhält./tih/mne/mis/he
ISIN DE0006047004
AXC0291 2026-02-25/17:03
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Autor: - dpa-AFX
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