| Was die Unwetter in Spanien so zerstörerisch machte |
| 26.02.2026 06:10:00 |
Bei den verheerenden Niederschlägen in Spanien
und Portugal hat der Klimawandel nach jüngsten Berechnungen eine
große Rolle gespielt. Die Tage mit den heftigsten Niederschlägen
sind Forschern zufolge dadurch in Südwesteuropa um ein Drittel
nasser geworden als ohne Klimawandel. Dieser Trend zeichne sich beim
aktuellen Stand von global etwa 1,3 Grad Erderwärmung gegenüber der
vorindustriellen Zeit ab, heißt es in einer Analyse der
wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution.
Das internationale Forschungsteam kommt zu diesem Schluss, nachdem
es die außergewöhnlich starken Stürme und Niederschläge untersucht
hat, die im Januar und Februar in Spanien, Portugal und Nord-Marokko
große Zerstörung angerichtet haben. Ergebnis für die jeweiligen Tage
mit den heftigsten Niederschlägen: Im südlichen Teil der
untersuchten Region nahm die Intensität der Regenfälle um 36 Prozent
zu, in der nördlichen Region um 29 Prozent.
In Grazalema (Südspanien) fiel innerhalb weniger Tage mehr Regen als
normalerweise in einem gesamten Jahr. Teile Marokkos und Portugals
erlebten während eines Sturms Niederschläge, wie sie statistisch nur
einmal pro Jahrhundert vorkommen. Die Unwetter kosteten der Studie
zufolge rund 50 Menschen das Leben, vertrieben Hunderttausende und
richteten enorme Schäden an.
Man könne zuverlässig nachweisen, dass der Klimawandel die heftigen
Niederschläge noch extremer mache, erklärt die deutsche
Klimaforscherin Friederike Otto vom Imperial College London. "Das
ist exakt, wie der Klimawandel sich zeigt: Wetterlagen, die früher
handhabbar waren, verwandeln sich in gefährliche Katastrophen." Man
habe das Wissen und die Werkzeuge, diesen sich verschlimmernden
Trend zu stoppen - dies müsse jedoch deutlich schneller passieren.
Otto gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern der Zuordnungsforschung - auch
Attributionsforschung genannt. Diese untersucht, welchen Anteil der
Klimawandel an extremen Wetterereignissen hat. Dabei analysieren die
Wissenschaftler, wie wahrscheinlich und wie heftig die Ereignisse
ohne die menschlich verursachte Erwärmung seit Beginn der
Industriellen Revolution gewesen wären./swe/DP/zb
AXC0040 2026-02-26/06:10
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Autor: - dpa-AFX
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