| ROUNDUP/USA und Iran verhandeln: Durchbruch oder Eskalation? |
| 26.02.2026 06:35:00 |
Vor dem Hintergrund militärischer Spannungen gehen
die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in eine
entscheidende Runde. Delegationen beider Staaten wollen sich heute
erneut in Genf treffen. Wieder vermittelt dabei der Golfstaat Oman.
US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Teheran vor einer
Woche ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. "Entweder wir erzielen
eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich", sagte er. Antworten
auf zentrale Fragen:
Worüber verhandeln die USA und der Iran?
Im Fokus der Gespräche steht das umstrittene iranische Atomprogramm.
Die USA und andere westliche Länder wollen verhindern, dass die
Islamische Republik an Atomwaffen gelangt. Während Teheran beteuert,
sein Nuklearprogramm nur zivil zu nutzen, ist die Staatsführung zu
Kompromissen bei der Einschränkung bereit. Dazu zählt etwa, Uran nur
bis zu einem geringen Prozentsatz anzureichern, wie es bereits 2015
im Wiener Atomdeal vereinbart worden war. Trump hatte dieses
Abkommen 2018 einseitig aufgekündigt.
Teheran hat jedoch nach außen gleich mehrere rote Linien definiert.
Die Industrie zur Urananreicherung wolle man nicht vollständig
aufgeben, nicht verhandelbar sei außerdem eine Begrenzung des
Raketenprogramms. Teheran betrachtet sein Arsenal als einzige
wirksame militärische Abschreckung.
Auch über eine Unterstützung militanter Gruppen in der Region, wie
etwa der Hisbollah im Libanon, will die iranische Seite nicht
sprechen.
Was will Irans Staatsführung erreichen?
Die iranische Regierung hatte bereits bei den letzten Verhandlungen
mit den USA eine Aufhebung der harten Wirtschaftssanktionen als Ziel
formuliert. Die Strafmaßnahmen haben das Land vom internationalen
Finanzmarkt weitgehend abgeschottet und Investoren abgeschreckt. Sie
gelten als Grund für die katastrophale Wirtschaftslage, die die
Mittelschicht ausgehöhlt und Teile der Bevölkerung an den Rand der
Armut gedrängt hat.
Angesichts der militärischen Drohungen dürfte Irans Regierung jedoch
auch das Ziel verfolgen, einen Krieg gegen das eigene Land
abzuwenden. Die Staatsführung betonte zuletzt ihre Bereitschaft zu
einem Abkommen, stellte zugleich aber auch eine militärische
Eskalation in Aussicht. Präsident Massud Peseschkian drohte mit
einem "umfassenden Krieg", sollte etwa Religionsführer Ajatollah Ali
Chamenei angegriffen werden. Trump hatte in den vergangenen Wochen
mehrfach erklärt, ein Machtwechsel im Iran liege in seinem
Interesse.
Chamenei selbst warnte die USA Anfang Februar: "Die Amerikaner
sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses
Mal ein regionaler Krieg sein." Der Iran wolle keinen Krieg und
werde ihn auch nicht beginnen. Der Religionsführer hat in allen
strategischen Belangen das letzte Wort in Teheran.
Welche Ergebnisse und Folgen sind wahrscheinlich?
Nachdem US-Präsident Trump der iranischen Führung ein Ultimatum
gestellt hat, gehen viele Experten und Beobachter nun von einer
entscheidenden Verhandlungsrunde aus. Dabei ist völlig offen, ob und
zu welchen Konzessionen die iranische Seite bereit ist. Nach außen
hin demonstriert das Verhandlungsteam um Außenminister Abbas
Araghtschi Entschlossenheit und Stärke. Der Iran werde nicht unter
Druck und Einschüchterungen verhandeln, betont die Regierung in
Teheran stets.
Sollte es bei den Gesprächen nicht zu einem Durchbruch kommen, wird
ein Krieg der USA gegen den Iran wahrscheinlicher. In den
vergangenen Wochen hat das Militär eine massive Flotte mit zwei
Flugzeugträgern, Dutzenden Kampfjets sowie Flugabwehr und
Militärflugzeugen zur Luftbetankung - wie sie bei intensiven
Bombardierungen benötigt werden - in den Nahen Osten verlegt. Laut
dem "Wall Street Journal" ist es der größte Aufmarsch von
US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.
Welche Rolle spielen die Vermittler?
Bei den Verhandlungen vermittelt wieder der Golfstaat Oman. Bereits
im vergangenen Jahr und bei den jüngsten beiden Verhandlungsrunden
übermittelte Außenminister Badr al-Bussaidi nach iranischer
Darstellung Nachrichten zwischen beiden Seiten. Offiziell, so stellt
es die Seite in Teheran dar, verhandele man nicht direkt mit den
USA, die seit der Revolution von 1979 als Erzfeind der Islamischen
Republik gelten.
Die Schweiz als Austragungsort schätzt die iranische Seite als
neutralen Vermittler. Der Staat vertritt im Iran auch die Interessen
der USA, die dort keine diplomatische Vertretung haben.
Rafael Grossi, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde
(IAEA), wird ebenfalls am Donnerstag erneut in Genf sein, wie ein
IAEA-Sprecher in Wien mitteilte. Vergangene Woche hatte der Chef der
UN-Atominspektoren mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi in Genf
Gespräche zur Vorbereitung der US-iranischen Verhandlungen geführt.
Was denken Menschen im Iran über Verhandlungen mit den USA?
Im Iran sehen viele Menschen, insbesondere Anhänger der jüngsten
Protestbewegung, Verhandlungen zwischen der Staatsführung und den
USA kritisch. Sie werfen Trump vor, sie verraten zu haben, nachdem
er ihnen auf dem Höhepunkt der Massenproteste versichert hatte:
"Hilfe ist auf dem Weg." Der Republikaner drohte der iranischen
Führung wegen ihres repressiven Vorgehens mehrfach, militärisch
einzugreifen. Das blieb aber aus./arb/DP/zb
AXC0046 2026-02-26/06:35
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.175,94 | 189,69 | 0,76% |
| TecDax | 3.745,63 | -3,37 | -0,09% |
| MDAX | 31.382,19 | -49,43 | -0,16% |
| Dow Jones (EOD) | 49.482,15 | 307,65 | 0,63% |
| Nasdaq 100 | 25.329,04 | 351,99 | 1,41% |
| S & P 500 (EOD) | 6.946,13 | 56,06 | 0,81% |
| SMI | 13.977,10 | -20,03 | -0,14% |
|
| EUR/US$ | 1,1808 | -0,00 | -0,02% |
| EUR/Yen | 184,2440 | -0,43 | -0,23% |
| EUR/CHF | 0,9125 | 0,00 | 0,00 |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8725 | 0,00 | 0,17% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | 0,09% |
| CHF/US$ | 1,2941 | -0,00 | -0,08% |
|
| baha Brent Indication | 71,31 | 0,10 | 0,13% |
| Gold | 5.191,88 | 64,35 | 1,26% |
| Silber | 90,47 | 2,41 | 2,74% |
| Platin | 2.336,45 | 167,39 | 7,72% |
| |
|
|