| Keine Zeit zum Wunden lecken: BVB empfängt die Bayern |
| 26.02.2026 09:35:00 |
Der Schock über das dramatische Aus in der
Champions League war noch gar nicht richtig verdaut, da nahm
Sebastian Kehl die konsternierten Profis von Borussia Dortmund
vor dem Klassiker gegen Bayern München schon in die
Pflicht.
"Wir wissen um die Bedeutung des Spiels für die Bundesliga. Wir
werden alles versuchen, so nah wie möglich dranzubleiben. Das ist
die Aufgabe der Mannschaft", sagte der Sportdirektor von Borussia
Dortmund nach dem bitteren 1:4 (0:2) bei Atalanta Bergamo.
Im Klassiker zählt nur ein Sieg
Nach dem frühen Scheitern in der Königsklasse kann sich der BVB, der
auch im DFB-Pokal nicht mehr dabei ist, jetzt ganz auf die Liga
konzentrieren. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den
Branchenprimus von der Isar. Wollen die Dortmunder noch einmal etwas
Spannung in das Titelrennen bringen, müssen sie die Bayern am
Samstag (18.30 Uhr/Sky) vor heimischer Kulisse schlagen.
"Wir wissen, dass jetzt der deutsche Meister kommt. Das macht die
Sache nicht leichter. Wir müssen die Kräfte bündeln, um eine gute
Performance abzuliefern", forderte BVB-Trainer Niko Kovac eine
deutliche Steigerung gegenüber dem Auftritt in Bergamo.
Dortmunder Defensivprobleme
Der sorgte für tiefe Enttäuschung bei dem 54-Jährigen. "Wir haben
kein gutes Spiel gemacht und waren nicht richtig da. Das darf
natürlich nicht passieren, dass wir das hier noch aus der Hand
geben", kritisierte Kovac und legte den Finger in die Wunde: "Auf
diesem Niveau musst du die Mentalität haben, vieles weg zu
verteidigen. Du musst bereit sein, über den Punkt zu gehen und dem
Gegner den Schneid abzukaufen. Das ist uns nicht gelungen."
Will der Tabellenzweite dem deutschen Rekord-Champion ernsthaft
Paroli bieten, muss er vor allem in der Defensive deutlich zulegen.
"Wir müssen uns schleunigst darauf konzentrieren, dass wir gut
verteidigen. Dann gewinnen wir auch Spiele", sagte Kovac.
In Bergamo gelang das nicht. "Vier Gegentore zu kassieren, darf uns
nicht passieren. Wir haben zu viele Fehler gemacht", stellte Kehl
fest. Und Kovac räumte ein: "Wir hatten das Weiterkommen nicht
verdient."
Kobel-Blackout hat fatale Konsequenzen
Auf der Rückreise aus Norditalien war noch Wunden lecken angesagt.
Spätestens ab Freitag gilt der volle Fokus dann dem
Bundesliga-Gipfel. "Jetzt geht es darum, dass wir uns schnell
sammeln und den Bayern einen geilen Fight liefern", sagte Torwart
Gregor Kobel.
Der Schweizer hatte mit einem bösen Patzer kurz vor Schluss das Aus
eingeleitet. "Es ist bitter. Fußball kann sehr hart sein. Ich habe
in dieser Sekunde die falsche Entscheidung getroffen und nehme das
auf meine Kappe", sagte Kobel und schickte gleich noch eine
Entschuldigung hinterher: "Es tut mir leid für die Jungs."
Die Nachspielzeit war schon fast abgelaufen, als Kobel weit
außerhalb des eigenen Strafraums völlig unbedrängt ein verheerender
Fehlpass unterlief. Daraus entstand der Elfmeter für Bergamo, der
zum entscheidenden vierten Tor für die Italiener führte.
"Es war mein Fehler. Ich wollte ihn weghauen, aber der Ball lag
nicht richtig, um ihn sauber zu schlagen. Aber am Ende musst du den
Ball natürlich klären, scheißegal wie. Es ist super hart für die
Mannschaft", sagte Kobel. Schon in den Stadion-Katakomben richtete
der 28-Jährige den Blick aber nach vorn. "Jetzt heißt es Mund
abputzen und weitermachen. Wir haben ein geiles Spiel vor der Brust.
Da gilt es, die volle Energie auf den Platz zu bringen", sagte
Kobel.
Wohin führt der Weg des BVB?
Ob das gelingt? Das frühzeitige Scheitern in der Königsklasse dürfte
den Dortmundern noch einige Zeit zu schaffen machen - tut es dem
Verein doch nicht nur sportlich, sondern auch finanziell weh. Allein
für das Erreichen des Achtelfinales hätte es von der UEFA elf
Millionen Euro gegeben. "Wir hatten diese Einnahmen eingeplant",
räumte Kehl ein.
Welche Auswirkungen das "Drama von Bergamo" auf den weiteren
Saisonverlauf in der Bundesliga haben wird, ist offen. Oberste
Priorität hat das erneute Erreichen der lukrativen Champions League.
Die Chancen stehen gut, beträgt das Polster der Dortmunder zum
fünften Platz elf Spieltage vor dem Ende doch satte elf Punkte. Kehl
versprach daher für das Kräftemessen mit den Bayern: "Wir werden
alles geben und versuchen, sie zu schlagen."/edo/DP/zb
ISIN DE0005493092
AXC0127 2026-02-26/09:35
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