| ROUNDUP 3: Nvidia liefert wieder einmal - Investoren dennoch zurückhaltend |
| 26.02.2026 16:39:00 |
(neu: Kurs aktualisiert)
SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der KI-Boom lässt das Geschäft des
Chipkonzerns Nvidia allen Zweiflern zum Trotz
explosiv wachsen. Im letzten Quartal des vergangenen Geschäftsjahrs
2025/26, das bis Ende Januar lief, sprang der Umsatz im
Jahresvergleich um 73 Prozent auf 68 Milliarden Dollar (rund 57,7
Mrd Euro) hoch. Nvidia übertraf damit die Erwartungen der Wall
Street. Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von 20
Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss
mitteilte. Anleger hielten sich aber nach der Bekanntgabe der Zahlen
zurück: Nach den Kursgewinnen in den vergangenen Tagen wurden die
Zahlen und vor allem die Aussagen der Firmenspitze überwiegend
zurückhaltend aufgenommen.
Nachdem das Papier in einer ersten Reaktion auf die Zahlen und den
Ausblick noch deutlich angezogen hatte, rutschte der Kurs während
einer Telefonkonferenz mit Analysten zwischenzeitlich leicht ins
Minus. Händler führten dies unter anderem auf Aussagen der
Finanzchefin Collette Kress über einen langfristig möglicherweise
stärker werdenden Druck chinesischer Konkurrenten zurück. Zudem habe
es wenig Details dazu gegeben, wie sich der optimistische
Umsatzausblick zusammensetzt. Am Donnerstagnachmittag lag der Kurs
im frühen US-Handel deutlich im Minus.
Angst vor KI-Blase an der Börse
Chipsysteme von Nvidia wurden zu einer Schlüsseltechnologie für die
Entwicklung von Software mit Künstlicher Intelligenz (KI). Sie
werden sowohl für das aufwendige Training von KI-Modellen für
Chatbots wie etwa ChatGPT eingesetzt - als auch beim Betrieb solcher
Software. Die Nvidia-Ergebnisse sind damit zu einem Gradmesser für
den Zustand der KI-Industrie geworden.
In den vergangenen Monaten flammte an den Börsen immer wieder mal
die Sorge auf, dass die großen Erwartungen an das zukünftige
Geschäft mit Künstlicher Intelligenz zu einer Blase bei den
Aktienkursen von Tech-Unternehmen geführt haben könnten.
Tech-Riesen wie Google und der Facebook-Konzern Meta
sowie KI-Start-ups wie der ChatGPT-Erfinder OpenAI
stecken gerade hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau ihrer
Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Es gibt Zweifel, ob diese
gewaltigen Investitionen zurückverdient werden können. Nvidia
profitiert jedoch unabhängig davon schon heute von der
Ausgabefreudigkeit: Ein großer Teil des Geldes fließt in Chips des
Konzerns.
Ausblick über Erwartungen
Nvidia widerlegte die Zweifler nun erneut mit einer Prognose für das
laufende Vierteljahr, die über den Erwartungen der Analysten liegt.
Nvidia rechnet mit 78 Milliarden Dollar Umsatz, mit einer möglichen
Abweichung von zwei Prozent nach oben oder unten. Experten hatten im
Schnitt mit einer Prognose von rund 73 Milliarden Dollar gerechnet.
Das Geschäft mit Rechenzentren erwirtschaftet inzwischen gut 90
Prozent der Nvidia-Erlöse. Unter dem Strich sprang der
Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 94 Prozent auf knapp 43
Milliarden Dollar hoch. Beim Ergebnis pro Aktie lag der Konzern über
den Schätzungen der Analysten.
Im Geschäftsjahr 2025/26 setzte Nvidia fast 216 Milliarden Dollar um
- zwei Drittel mehr als im Jahr davor. Unter dem Strich verdiente
der Konzern in den zwölf Monaten bis Ende Januar 120 Milliarden
Dollar; ein Plus von 65 Prozent.
Einen Teil der hohen Gewinne investiert Nvidia in KI-Entwickler. In
der Branche spricht man dabei von Kreislauf-Deals: Mit den
Finanzspritzen kaufen die Entwicklerfirmen dann Halbleiter-Technik
bei dem KI-Chip-Spezialisten.
Kapazitätsengpässe bremsen - offene Fragen in China
Nvidia-Chef Jensen Huang bekräftigte in einer Telefonkonferenz mit
Analysten, die Computerwelt habe sich durch Künstliche Intelligenz
verändert und in Zukunft werde es nur noch mehr Nachfrage nach
Rechenleistung geben - womit sich auch schon jetzt Geld verdienen
lasse. Computer-Kapazitäten führten zu Wachstum und dies wiederum
bringe Umsätze. Finanzchefin Colette Kress sagte, Nvidia habe
weiterhin Probleme, genug Chipsysteme produzieren zu lassen.
Nach wie vor offen ist, wie es für Nvidia in China weitergeht. Die
US-Regierung erlaubt zwar wieder den Verkauf abgespeckter
Chipsysteme mit der Bezeichnung H200 in das Land - für eine saftige
Gebühr von 25 Prozent. Allerdings ist weiterhin unklar, ob die
Regierung in Peking die dortigen Unternehmen diese Chips kaufen
lässt. In den Prognosen von Nvidia wird deshalb immer noch kein
potenzielles Geschäft in China berücksichtigt.
Der rapide Ausbau der Rechenzentren sorgt gerade für eine akute
Knappheit bei Speicherchips - und das bremst wiederum das Geschäft
von Nvidia mit Grafikkarten für Gamer, mit denen der Konzern einst
groß wurde. Im vergangenen Quartal verpasste die Sparte mit Erlösen
von 3,73 Milliarden Dollar die Erwartungen von Analysten, die eher
mit rund vier Milliarden Dollar gerechnet hatten
Nvidias Aktienkurs befindet sich seit einigen Jahren auf einem
rasanten Höhenflug. Im vergangenen Oktober war der Kurs bis auf 212
Dollar geklettert. Nvidia war damals das erste Unternehmen mit einem
Börsenwert von mehr als fünf Billionen Dollar. In den Wochen und
Monaten nach dem Rekordhoch fiel der Kurs zeitweise wieder bis auf
170 Dollar zurück, bevor er sich zuletzt wieder erholte und an die
Marke von 200 Dollar heranrobbte.
Aktuell wird Nvidia an der Börse mit 4,5 Billionen Dollar bewertet
und liegt damit deutlich vor Apple. Der iPhone-Hersteller kommt
derzeit auf vier Billionen Dollar./so/zb/stk/he
ISIN US67066G1040
AXC0316 2026-02-26/16:39
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.289,02 | 113,08 | 0,45% |
| TecDax | 3.754,52 | 5,52 | 0,15% |
| MDAX | 31.452,62 | 21,00 | 0,07% |
| Dow Jones (EOD) | 49.499,20 | 17,05 | 0,03% |
| Nasdaq 100 | 25.034,37 | -294,66 | -1,16% |
| S & P 500 (EOD) | 6.908,86 | -37,27 | -0,54% |
| SMI | 13.913,73 | -63,37 | -0,45% |
|
| EUR/US$ | 1,1797 | -0,00 | -0,01% |
| EUR/Yen | 184,1797 | -0,02 | -0,01% |
| EUR/CHF | 0,9132 | 0,00 | 0,01% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8749 | -0,00 | -0,01% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | 0,05% |
| CHF/US$ | 1,2912 | -0,00 | -0,30% |
|
| baha Brent Indication | 71,32 | 0,11 | 0,16% |
| Gold | 5.165,60 | -26,28 | -0,51% |
| Silber | 87,27 | -3,20 | -3,54% |
| Platin | 2.263,64 | -72,81 | -3,12% |
| |
|
|