| Gericht stoppt Ölförderung auf Bohrinsel Mittelplate |
| 26.02.2026 17:15:00 |
Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht
hat die Ölförderung auf der Bohrinsel Mittelplate im Wattenmeer
gestoppt. Die Bohrinsel habe derzeit keine vollziehbare
Fördererlaubnis, sagte eine Sprecherin des Gerichts. In einem
Eilverfahren hatte zuvor die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geklagt.
Eine Gerichtssprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur, es müsse
alle zwei Jahre eine Bestandsprüfung vollzogen werden. Dabei sei die
Verträglichkeitsprüfung der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH)
ausgeblieben. Das Gericht habe daher eine Förderung bis auf weiteres
untersagt. Eine Beschwerde des Betreibers habe keine aufschiebende
Wirkung, hieß es.
Reaktionen
Die Umwelthilfe sprach von einem historischen Sieg für den Schutz
des Wattenmeeres. "Deutschlands größtes Weltnaturerbe darf nicht
ohne gründliche Prüfung der Naturschutzauswirkungen der Ölförderung
ausgebeutet werden", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha
Müller-Kraenner. "Das Wattenmeer ist eines der empfindlichsten und
wertvollsten Ökosysteme Europas und darf nicht weiter durch
Ölförderung gefährdet werden." Die Plattform sei veraltet. "Mit
jedem Tag steigt die Gefahr eines Unfalls."
Ein Sprecher des Betreibers Wintershall Dea Deutschland sagte der
dpa, das Unternehmen wolle die Entscheidung sorgfältig prüfen. "Nach
unserer Überzeugung erfolgte die Zulassung des Hauptbetriebsplans
für die Bohr- und Förderinsel Mittelplate unter Einhaltung aller
geltenden rechtlichen Vorgaben." Auch der Betrieb der Anlage sei
stets unter enger staatlichen Beaufsichtigung im Einklang mit den
bestehenden Regelungen erfolgt. Es handele sich um eine hochmoderne
Anlage, mit der seit Oktober 1987 sicher mehr als 40 Millionen
Tonnen Öl gewonnen worden seien.
Die Umwelthilfe geht seit Jahren gegen den Weiterbetrieb der
Plattform vor. Im Oktober 2024 legte sie Widerspruch gegen die
Ölförderung beim zuständigen niedersächsischen Landesamt für
Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ein, der jedoch als nicht
fristgerecht zurückgewiesen wurde. Als Grund hatten die
Umweltschützer angeführt, dass die Auswirkungen der Ölförderung auf
das Wattenmeer gemäß einer Verträglichkeitsprüfung (FFH) anhand der
Betriebspläne nie geprüft wurden - auch im Betriebsplan für 2024 bis
2026 nicht.
Daraufhin klagte der Verband vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig
Klage gegen die Ablehnung des Widerspruchs.
Förderung seit 1987
Von der Bohrinsel Mittelplate aus wird seit 1987 Öl in der Nordsee
störungsfrei gefördert. Nach früherem Angaben von Wintershall Dea
wurden aus dem Feld dort bislang mehr als 40 Millionen Tonnen Öl
gepumpt. 10 bis 15 Millionen Tonnen Öl gelten noch als gewinnbar.
Im Mai 2024 hatte das zuständige schleswig-holsteinische
Energieministerium erklärt, für die Erschließung neuer Ölfelder
keine Genehmigungen mehr zu erteilen. Wintershall zog entsprechende
Anträge zurück. Die Ölförderung im schleswig-holsteinischen
Wattenmeer endet damit 2041./akl/xil/DP/jha
AXC0327 2026-02-26/17:15
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Autor: - dpa-AFX
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