| Zwangsübernachtung im Flugzeug - Kritik von Feuerwehr |
| 26.02.2026 17:28:00 |
Nach der unfreiwilligen Übernachtung Hunderter
Passagiere in Flugzeugen am Münchner Flughafen gibt es nun auch
Kritik von der Feuerwehr. Der Bundesvorsitzende der Deutschen
Feuerwehr-Gewerkschaft, Siegfried Maier, bemängelte, "dass es nicht
zu einer Alarmierung der Flughafenfeuerwehr gekommen ist", wie er
der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatte die
"Bild"-Zeitung berichtet.
Warum kam die Flughafenfeuerwehr nicht zum Einsatz?
"Flughafenfeuerwehren halten spezielle Treppen vor, um Menschen in
besonderen Situationen das Aussteigen aus einem Flugzeug zu
ermöglichen. Auch am Flughafen München werden solche Treppen, bei
der Flughafenfeuerwehr, vorgehalten", sagte Maier. "Uns allen fehlen
Informationen, weshalb die Flughafenfeuerwehr nicht zum Einsatz
kam."
Denn wäre sie zum Einsatz gekommen, hätten die Einsatzkräfte dafür
gesorgt, dass die Passagiere aussteigen können. "Ein eventueller
Transport in ein Flughafengebäude wäre ebenfalls zu organisieren
möglich gewesen", betonte Maier. Dazu hätten beispielsweise auch
Fahrzeuge von Feuerwehr und Bundespolizei genutzt werden können.
"Ein Notausstieg und Transport in ein Gebäude wäre vielleicht nicht
für alle Betroffenen zeitgleich zu realisieren, aber möglich
gewesen", sagte er.
Feuerwehrgewerkschaft fordert "Schlüsse für die Zukunft"
Vielleicht gebe es bislang nicht veröffentlichte Gründe dafür, dass
die Feuerwehr nicht alarmiert wurde. Sollte das aber gar nicht
erwogen worden sein, obwohl die Feuerwehr doch extra für besondere
Situationen da ist, "dann muss ein kritisches Hinterfragen nicht nur
erlaubt sein, sondern es müssen Schlüsse für die Zukunft gezogen
werden".
Insgesamt waren laut Flughafen in der Nacht zum Freitag vergangener
Woche sechs Flüge mit rund 600 Passagieren betroffen, die bereits an
Bord waren und eigentlich starten sollten. Als die Flugzeuge dann
aber wegen des starken Schneefalls wider Erwarten doch nicht abheben
durften, fehlten Busse, um die Fluggäste ins Flughafengebäude
zurückzubringen.
Pressekonferenz von Flughafen und Lufthansa angekündigt
Zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens gilt in München die
Nachtflugregelung. Um trotzdem doch noch möglichst viele Flüge zu
ermöglichen, sei in der Nacht eine Sonderfluggenehmigung eingeholt
worden und Flugzeuge seien noch bis 1.00 Uhr nachts auf die
Rollfelder geschickt worden. Wegen des massiven Schneefalls konnten
die betroffenen sechs Flieger in dem Zeitfenster nicht abheben.
Der Flughafen und die Lufthansa haben für diesen
Freitag eine Pressekonferenz zu dem Vorfall angekündigt. In der
Einladung dazu heißt es: "Die Flughafen München GmbH und Lufthansa
arbeiten intensiv an der Aufklärung der Abläufe."/bsj/DP/jha
ISIN DE0008232125
AXC0329 2026-02-26/17:28
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Autor: - dpa-AFX
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