| ROUNDUP: Reiche-Ministerium plant Einschnitte bei der Solarförderung |
| 26.02.2026 19:38:00 |
Das Bundeswirtschaftsministerium plant
Einschnitte bei der Solarförderung. Demnach soll die Förderung für
neue, kleine Solaranlagen eingestellt werden. Das geht aus einem der
Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Arbeitsentwurf für eine
Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit Stand 22. Januar
hervor.
Insbesondere kleine Solaranlagen seien inzwischen aufgrund
gesunkener Kosten oft bereits ohne zusätzliche Förderung
wirtschaftlich, sofern sie hohe Eigenverbrauchsanteile realisieren
könnten, heißt es. Konkret soll die Förderung für Anlagen bis 25
Kilowatt installierter Leistung eingestellt werden.
Ein Sprecher des Ministeriums sagte, man sei noch in der internen
Vorbereitung der Novelle. An dem Entwurf werde derzeit noch
gearbeitet. Beim EEG bestehe Handlungsbedarf. "Ziele von
Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit wurden in den letzten
Jahren zu wenig berücksichtigt."
Ministerium: Kleine Solaranlagen rechnen sich
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte bereits
deutlich gemacht, neue kleine Solaranlagen auf dem Dach bräuchten
keine Förderung mehr, weil sie sich für die Verbraucher bereits
rechneten. Die Preise für Anlagen und Speicher seien deutlich
gesunken. Für bestehende Anlagen solle es Bestandsschutz geben.
Der Ministeriumssprecher sagte, derzeit finanziert die Allgemeinheit
über Steuermittel Strom aus kleinen Photovoltaik-Dachanlagen, die
sich bereits ohne Förderung wirtschaftlich tragen könnten und zudem
auch dann ins Netz einspeisten, wenn kein Bedarf bestehe und dadurch
Systemprobleme verschärften.
Bisher gilt: Wer Solarstrom auf seinem Dach erzeugt und in das Netz
einspeist, erhält 20 Jahre lang pro Kilowattstunde einen festen
Betrag.
Kritik von Grünen und aus Branche
Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner sagte: "Die
Solarförderung auf privaten Dächern ist eine Erfolgsgeschichte -
Millionen Bürger haben investiert, das Land profitiert. Mit ihrem
Gesetzentwurf droht Katherina Reiche dieses Engagement
auszubremsen." Die Grünen-Politikerin Katrin Uhlig sprach von einem
Angriff auf das Erfolgsmodell der Energiewende.
Der Bundesverband Solarwirtschaft warnte vor einem Kahlschlag beim
Solarausbau. Aus dem Entwurf gehe hervor, dass die Förderung neuer
privater Solarstromanlagen komplett gestrichen werden solle. Selbst
Betreiber neuer Photovoltaik-Kleinanlagen sollten zudem ihren in das
öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstrom künftig direkt an der
Strombörse vermarkten müssen. "Sollten diese Maßnahmen tatsächlich
umgesetzt werden, dürfte die Errichtung neuer Solarstromanlagen auf
privaten Gebäuden fast komplett zum Erliegen kommen."
Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig sagte, die
EEG-Einspeisevergütung sei für die Mehrzahl neuer
Solaranlagenbetreiber immer noch zwingend notwendig, um eine
hinreichende Rentabilität sicherzustellen.
Der Branchenverband BEE nannte den Entwurf einen "weiteren Angriff
auf die Erneuerbaren Energien". Die erfolgreiche Fortführung der
Energiewende werde blockiert, kritisierre die Präsidentin des
Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE),Ursula Heinen-Esser. Das
bedrohe Arbeitsplätze und die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen.
"Die Erneuerbaren Energien sind eine der wenigen noch verbliebenen
deutschen Wachstumsbranchen, die im großen Stil Jobs geschaffen hat
und um deren Erhalt kämpft", so der Verband. "Die Erneuerbaren
ermöglichen Investitionen auch abseits von Metropolregionen, stärken
den Mittelstand und machen unsere Energieversorgung sicherer."
Mehr Kosteneffizienz
Im Arbeitsentwurf des Ministeriums heißt es, das EEG bedürfe aus
einer Reihe von Gründen einer grundlegenden Neuordnung. "Es gilt,
das EEG konsequent auf Bezahlbarkeit, Kosteneffizienz und
Versorgungssicherheit auszurichten." Die erneuerbaren Energien seien
im "Zentrum der Stromversorgung" angekommen. Reiche hatte deutlich
gemacht, die erneuerbaren Energien müssten mehr Verantwortung
tragen.
Im Arbeitsentwurf wird am Ziel festgehalten, den Anteil des aus
erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch bis
2030 auf 80 Prozent zu steigern. 2025 lag der Anteil der
erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung nach Angaben der
Energiebranche bei 58 Prozent./hoe/DP/he
AXC0362 2026-02-26/19:38
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Autor: - dpa-AFX
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