| ROUNDUP: Warnstreiks im Nahverkehr haben begonnen |
| 27.02.2026 06:35:00 |
Bei Bussen und Bahnen im Nahverkehr gibt es seit
den frühen Morgenstunden wegen Warnstreiks erhebliche
Einschränkungen. Beim größten deutschen Nahverkehrsunternehmen, den
Berliner Verkehrsbetrieben, werde seit 3.00 Uhr gestreikt, sagte ein
Verdi-Vertreter der Deutschen Presse-Agentur.
Die Gewerkschaft hat in fast allen Bundesländern zu
Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Warnstreiks beginnen je nach
Betriebsstart in den einzelnen Städten zu unterschiedlichen Zeiten.
In den allermeisten Regionen dürften heute durch den Ausstand kaum
Busse, Tram- und U-Bahnen fahren. Vor allem Pendler sowie Kinder und
Jugendliche auf dem Weg zur Schule müssen sich heute meist andere
Möglichkeiten suchen, um rechtzeitig ans Ziel zu kommen. Einige
Nahverkehrsunternehmen haben bereits angekündigt, dass sie
Notfahrpläne aufgestellt haben.
Niedersachsen und Deutsche Bahn nicht betroffen
In Niedersachsen gilt noch bis Ende März eine Friedenspflicht,
Arbeitskämpfe im ÖPNV sind dort bis dahin nicht möglich. Die
Deutsche Bahn und damit auch die S-Bahnen sind ebenfalls nicht von
dem Ausstand betroffen, da sich die Tarifrunde nicht auf den Konzern
bezieht. Die Bahn hat mancherorts angekündigt, dass sie das
S-Bahn-Angebot aufgrund der Warnstreiks ausweitet.
Ob es auch in Baden-Württemberg zu neuen Warnstreiks im öffentlichen
Personennahverkehr kommen wird, hatte Verdi zunächst offen gelassen.
Laut Pressemitteilung wird sich am Montag entscheiden, ob Verdi
angesichts der laufenden Verhandlungen mit dem Kommunalen
Arbeitgeberverband erneut zu Warnstreiks aufrufen wird.
Zweite bundesweite Aktion im ÖPNV diesen Monat
In den meisten Regionen dauern die Warnstreiks laut den
Verdi-Ankündigungen bis in die Nacht auf Sonntag. Mancherorts wurde
schon am Donnerstag die Arbeit niedergelegt, auch am Sonntag könnten
noch einige Nahverkehrsunternehmen von Ausständen betroffen sein.
So werden zum Beispiel in Bremen Warnstreiks bis in die Nacht auf
Montag angekündigt, in Mecklenburg-Vorpommern dagegen nur am
Freitag. In einem Landkreis in Sachsen-Anhalt wiederum von
Donnerstag bis einschließlich Sonntag, also vier Tage lang.
Die Warnstreiks sind die zweite großangelegte Aktion in der
laufenden ÖPNV-Tarifrunde. Bei der ersten Aktion am 2. Februar kam
der öffentliche Personennahverkehr in großen Teilen des Landes
nahezu komplett zum Erliegen.
Lösung des Tarifkonflikts noch nicht in Sicht
In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit
den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi
insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch
kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten,
aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am
Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei
der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und
Gehälter verhandelt.
Nach Ansicht von Verdi kamen die Gespräche zuletzt kaum voran. Auch
die Arbeitgeber beklagten zuletzt fehlenden Fortschritt bei den
Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das größte
ÖPNV-Unternehmen in Deutschland, kritisierten beispielsweise, dass
Verdi bisher nicht klargemacht habe, welche Forderungen die
Gewerkschaft am wichtigsten findet.
Wann es zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft zu
Tarifeinigungen kommen könnte, ist derzeit völlig offen. Die
Verhandlungen verlaufen regional sehr unterschiedlich - kurz vor
einem Abschluss schienen sie zuletzt aber nirgends zu
sein./nif/DP/zb
AXC0042 2026-02-27/06:35
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Autor: - dpa-AFX
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