| OpenAI-Rivale Anthropic im Clinch mit dem Pentagon |
| 27.02.2026 06:36:00 |
Der OpenAI-Konkurrent Anthropic legt sich
mit dem Pentagon an und will Grenzen für die Verwendung seiner
KI-Software im US-Militär durchsetzen. Anthropic bestehe darauf,
dass Künstliche Intelligenz der Firma nicht für Massenüberwachung in
den USA sowie nicht in komplett autonomen Waffen eingesetzt wird,
schrieb Mitgründer und Chef Dario Amodei in einem Blogeintrag. Das
Verteidigungsministerium habe deshalb gedroht, Anthropic als ein
Lieferketten-Risiko einzustufen, was das Geschäft des Unternehmens
in den USA drastisch einschränken würde.
Mit dem Blogeintrag von Amodei bestätigen sich tagelange
Medienberichte über den Streit zwischen der Firma und dem Pentagon.
Aus dem Verteidigungsministerium kam ein Konter in scharfen Worten.
Der ranghohe Beamte Emil Michael schrieb auf der Online-Plattform X,
Amodei habe einen "Gott-Komplex" und wolle persönlich das US-Militär
kontrollieren.
Firma: KI nicht verlässlich für autonome Waffen
Das Verteidigungsministerium will nur mit KI-Firmen
zusammenarbeiten, die "jedem legalen Einsatz" ihrer Software
zustimmen. Anthropic beharrt jedoch darauf, dass die von der Firma
geforderten Einschränkungen wichtig seien.
So warnte Amodei, dass Künstliche Intelligenz es möglich mache, über
das Netz verstreute Daten einzelner Menschen in großem Stil
automatisiert zu einem ausführlichen Bild ihres Lebens
zusammenzusetzen. Und zugleich sei KI noch nicht verlässlich genug,
um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. "Wir werden
nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Krieger und
Zivilisten in Gefahr bringt", schrieb der Anthropic-Chef.
Pentagon droht
Amodei zufolge droht das Pentagon auch, auf ein Gesetz aus dem Jahr
1950 (Defense Production Act) zurückzugreifen, um Anthropic zur
Aufhebung der Beschränkungen zu zwingen. Das Pentagon setzte der
Firma eine Frist bis zum späten Freitagnachmittag in Washington,
jeglichem legal Einsatz der Software zuzustimmen, wie ein
Ministeriumssprecher schrieb.
Die Lücke, die sich in US-Militärsystemen durch ein Ausbooten der
Anthropic-Software auftun könnte, dürfte unter anderem die Firma xAI
von Tech-Milliardär Elon Musk füllen wollen. Allerdings ist unklar,
ob andere Entwickler die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz von
Anthropic bieten können.
Einsatz bei Maduro-Gefangennahme
Spannungen zwischen Anthropic und dem Pentagon wurden öffentlich,
nachdem bekannt wurde, dass Software der Firma bei der
US-Militäroperation zur Gefangennahme des venezolanischen
Machthabers Nicolás Maduro eingesetzt wurde. Wofür genau sie dabei
verwendet wurde, blieb unklar.
Anthropics Chatbot Claude kann - wie etwa auch ChatGPT von OpenAI -
unter anderem Dokumente analysieren und Informationen
zusammenfassen. Anthropic betonte damals, dass jegliche Nutzung -
egal ob in der Privatwirtschaft oder durch Regierungen - im Rahmen
der Nutzungsrichtlinie bleiben müsse.
Hegseth will KI für den Krieg
Amodei warnt schon seit längerer Zeit vor Risiken Künstlicher
Intelligenz und setzt sich - anders als viele seiner Kollegen - für
mehr Leitplanken bei der KI-Entwicklung ein. Das brachte ihn auch
auf Kollisionskurs mit dem KI-Beauftragten des Weißen Hauses, David
Sacks.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte unterdessen im Januar
gesagt, das Pentagon wolle keine KI-Modelle nutzen, "die es nicht
erlauben, Kriege zu führen"./so/DP/zb
AXC0046 2026-02-27/06:36
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Autor: - dpa-AFX
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