| ROUNDUP 2: Netflix gibt Bieterkampf um Warner Brothers verloren |
| 27.02.2026 07:20:00 |
(Neu: weitere Details)
LOS ANGELES (dpa-AFX) - Netflix ist aus dem
Bieterstreit um Warner Brothers ausgestiegen und
öffnet damit den Weg für die Übernahme des Hollywood-Urgesteins
durch den Rivalen Paramount. Damit dürfte auch der Nachrichtensender
CNN unter Kontrolle der Familie des als Trump-Unterstützers
geltenden Tech-Milliardärs Larry Ellison wandern.
Paramount , das im vergangenen Jahr von den Ellisons
übernommen wurde, besserte jüngst das Gebot für den Konzern Warner
Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar pro Aktie nach. Der
Warner-Verwaltungsrat entschied nun, dass das Angebot der zuvor
bereits angenommenen Offerte von Netflix überlegen ist. Der
Streaming-Riese hätte danach eigentlich vier Tage Zeit gehabt,
Paramount mit einem besseren Vorschlag entgegenzutreten. Doch
Netflix teilte mit, wenn man versuchen würde, Paramount zu
überbieten, wäre der Deal finanziell nicht mehr attraktiv.
Da das neue Paramount-Angebot von Warner als das Bessere eingestuft
wurde, dürfte der Konzern nun den Zuschlag bekommen. Paramount hatte
sich schon zuvor bereiterklärt, die Vertragsstrafe von 2,8
Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner in diesem Fall an
Netflix zahlen muss.
Paramount will mehr Gewicht
Netflix bot knapp 83 Milliarden Dollar nur für das Studio- und
Streaming-Geschäft von Warner Brothers. Die TV-Sender sollten in
eine neue Firma abgespalten werden. Paramount bietet nach der
Erhöhung rund 111 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen
Konzern samt der Fernsehsparte.
Paramount wird von Larry Ellisons Sohn, dem Filmproduzenten David
Ellison geführt. Er will mit der Übernahme von Warner Bros.
Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den
kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören derweil unter
anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman,
Filmreihen wie "Harry Potter" sowie ein starkes Streaming-Geschäft
auf Basis des Bezahlsenders HBO.
Wettbewerbsprüfung
Zugleich warnte Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta die
Unternehmen, dass es eine Wettbewerbsprüfung geben werde - und eine
Übernahme von Warner durch Paramount noch keine sichere Sache sei.
Auch die Wettbewerbshüter in Washington werden den Deal angesichts
seiner Dimension unter die Lupe nehmen. Die Ellisons machten sich
Medienberichten zufolge angesichts der Nähe zu Trump Hoffnungen auf
eine positive Entscheidung.
Paramount erklärte sich bereit, bei einem Scheitern des Deals sieben
Milliarden Dollar zu zahlen. Große Teil von Kaufpreis werden von
Larry Ellison persönlich garantiert. Der 81-jährige Tech-Mogul kann
sich das leisten: Sein Vermögen wird aktuell vom Finanzdienst
Bloomberg auf gut 200 Milliarden Dollar geschätzt.
Angst vor Stellenabbau in Hollywood
Die Stimmung in Hollywood mit Blick auf den Bieterwettstreit
zwischen Netflix und Paramount war gespalten. Netflix haftete an,
dass der Konzern sich stets auf das Streaming konzentrierte und
seine Top-Manager sich in der Vergangenheit skeptisch über das
Filmtheater-Geschäft äußerten. Zusicherungen von Co-Chef Ted
Sarandos, dass man Warner-Filme unverändert in Kinos bringen würde,
konnten das Misstrauen nicht ganz wettmachen.
Andererseits war auch klar, dass sich das Studio-Geschäft von Warner
und die bisherigen Aktivitäten von Netflix weitgehend ergänzen
würden. Beim Kauf durch Paramount werden sich hingegen viele
Strukturen doppeln, was einen größeren Stellenabbau zur Folge haben
könnte.
Netflix-Aktie steigt
Aus Sicht der Anleger steht Netflix ohne Warner Brothers jedenfalls
besser da. Die Aktie des Streaming-Riesen stieg im nachbörslichen
Handel zeitweise um mehr als zehn Prozent. Netflix kündigte an, man
werde weiter selbst in hochwertige Filme, Serien und Unterhaltung
investieren. Zudem will das Unternehmen ein Programm zum
Aktienrückkauf wieder aufnehmen. Der Netflix-Aktienkurs hatte
angesichts der kostspieligen Übernahmepläne in den vergangenen
Monaten deutlich nachgegeben.
Zukunft von CNN
In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des
Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident
Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse
sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den
Besitzer wechsele.
Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von
Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.
Unbegründet ist die Sorge nicht: Die Nachrichtenredaktion des
Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons
zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.
Der von Larry Ellison kontrollierte Technologie-Konzern Oracle
spielt zugleich eine Schlüsselrolle für das
US-Geschäft von Tiktok als technischer Dienstleister, der unter
anderem für die Datenspeicherung und den Algorithmus, der den
Nutzern die nächsten Videos vorschlägt, zuständig ist./sl/DP/zb
ISIN US64110L1061 US68389X1054 US9344231041 US69932A2042
AXC0059 2026-02-27/07:20
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Autor: - dpa-AFX
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