| ROUNDUP 2: Bahn und GDL finden ohne Streiks zu Tarifeinigung |
| 27.02.2026 07:20:00 |
(Neu: weitere Details)
BERLIN (dpa-AFX) - Bei der Deutschen Bahn wird es in den nächsten
Monaten nicht zu Streiks kommen. Der bundeseigene Konzern und die
Lokführergewerkschaft GDL haben sich in der Nacht auf Freitag auf
einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Details sollen am Vormittag
vorgestellt werden. Um 11.00 Uhr will Bahn-Personalvorstand Martin
Seiler sich dazu äußern.
Mögliche Warnstreiks der GDL sind damit vom Tisch. Die mit der GDL
konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat mit der
Bahn noch einen Tarifvertrag bis Ende 2027 und kann daher ebenfalls
in den nächsten Monaten nicht zu Arbeitskämpfen aufrufen.
Die für Freitag und Samstag angekündigten Warnstreiks im
öffentlichen Nahverkehr haben mit der Tarifrunde der Deutschen Bahn
allerdings nichts zu tun. Daher werden Regionalzüge und S-Bahnen der
DB in den kommenden Tagen wie gewohnt fahren.
Neuer GDL-Chef kommt ohne Streiks aus
Es ist die erste Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn und der GDL
seit dem Jahr 2018, die ohne Arbeitskämpfe endet. Damals wurden die
Verhandlungen noch vom streitbaren Ex-Gewerkschaftschef Claus
Weselsky geführt. Die nun beendete Tarifrunde war die erste unter
dem neuen Bundesvorsitzenden Mario Reiß.
Der bisherige Tarifvertrag war Ende Dezember ausgelaufen, Anfang
Januar begannen die Verhandlungen über ein neues Vertragswerk. Dafür
wurden fünf Verhandlungsrunden mit insgesamt 14 Verhandlungstagen
angesetzt, von denen 13 genutzt wurden. Die Besonderheit dieses Mal:
Bis einschließlich Februar galt eine Friedenspflicht, während der
die GDL nicht zu Arbeitskämpfen aufrufen konnte.
GDL forderte 8 Prozent mehr Geld
Wären die Verhandlungen nun in dieser Woche gescheitert, hätten im
März umfassende Warnstreiks mit erheblichen Auswirkungen auf den
bundesweiten Bahnverkehr gedroht. Dazu kommt es nicht. Wie der
Tarifkompromiss konkret aussieht, wurde zunächst nicht bekannt.
Die Gewerkschaft hatte unter anderem 8 Prozent mehr Geld für die
Beschäftigten gefordert. 3,8 Prozent davon sollen über eine
Entgelterhöhung erzielt werden. Die weiteren Erhöhungen will die
Gewerkschaft über Umstrukturierungen im Tarifsystem erreichen.
Konkret geht es um die Einführung einer neuen Entgeltstufe.
Erstes Angebot in der vorigen Runde
Die Deutsche Bahn hatte in der vergangenen Runde ein erstes Angebot
vorgelegt. Insgesamt sah es eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um
3,8 Prozent in zwei Schritten vor. Über Anpassungen im Tarifsystem
sollten die Gehälter zudem um weitere 2,2 Prozent steigen. Das
beinhaltet unter anderem die von der GDL geforderte zusätzliche
Entgeltstufe. Darüber hinaus schlug die Bahn eine Einmalzahlung in
Höhe von 400 Euro vor.
Deutliche Differenzen gab es bei der Laufzeit. Die Arbeitgeberseite
dringt auf 30 Monate, die GDL auf zwölf.
Wurde der jahrelange Konflikt zum Tarifeinheitsgesetz beigelegt?
Als weiterer Knackpunkt in den Verhandlungen galten Vorschläge der
Bahn hinsichtlich des sogenannten Tarifeinheitsgesetzes. Dieses
sieht vor, dass in einem Betrieb nur die Tarifverträge derjenigen
Arbeitgebervertretung angewendet werden, die dort die Mehrheit der
Mitglieder hat. In den meisten der rund 300 Bahn-Betriebe ist das
die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft./maa/DP/zb
AXC0060 2026-02-27/07:20
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Autor: - dpa-AFX
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