| ROUNDUP/Träge Konjunktur und US-Zölle: BASF für 2026 vorsichtig - Aktie fällt |
| 27.02.2026 09:23:00 |
Der Chemiekonzern BASF geht
vorsichtig in das laufende Jahr. "Aus heutiger Sicht rechnen wir
kurzfristig weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit
einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage", sagte
Unternehmenschef Markus Kamieth am Freitag. Mit einer schrittweisen
Erholung werde aber später und vor allem 2027 gerechnet. Es gebe
hierfür erste vielversprechende Anzeichen. Der Start ins
Auftaktquartal habe sich allerdings wie erwartet herausfordernd
gestaltet.
Im Januar hätten sich Mengen außer in China schwach entwickelt.
Zudem könnte der schwache US-Dollar allein im ersten Quartal das
operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) um bis zu 200 Millionen Euro
belasten. An der Börse kam der Ausblick schlecht gut an. Die Aktie
hab kurz nach dem Handelsstart um rund drei Prozent nach.
Für 2026 peilt BASF für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen zwischen 6,2
Milliarden und 7,0 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern zur
Vorlage von endgültigen Resultaten für 2025 mitteilte. Damit könnte
das Ergebnis bis zu sechs Prozent zulegen, aber auch bis zur
gleichen Höhe zurückgehen. 2025 fiel der operative Gewinn um 9,5
Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro.
Der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) soll im laufenden Jahr
zwischen 1,5 Milliarden und 2,3 Milliarden Euro betragen, nach rund
1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Beim operativen Ergebnis rechnen
Analysten mit dem oberen Ende der Prognosespanne, beim freien
Mittelfluss haben sie etwas mehr auf den Zetteln.
Die Dividende für 2025 will der BASF-Vorstand mit 2,25 Euro je Aktie
stabil halten. BASF hatte bereits im Januar Eckdaten bekanntgegeben.
BASF leidet wie die gesamte Branche seit einiger Zeit unter einer
Nachfrageschwäche und gesunkenen Preisen. Neben der mauen Konjunktur
belastet die US-Zollpolitik. Beim Chemieriesen laufen deshalb
Sparprogramme. Diese will das Unternehmen weiter vorantreiben.
Bis Ende 2025 habe BASF bereits die Kosten um rund 1,7 Milliarden
Euro gesenkt und damit um 100 Millionen Euro mehr als ursprünglich
geplant, erläuterte Finanzchef Dirk Elvermann. Bis Ende 2026 soll
nun die jährliche Kosteneinsparung bei 2,3 Milliarden Euro liegen.
Zuvor hatte das Unternehmen 2,1 Milliarden Euro als Ziel angegeben.
Im Gegenzug fallen insgesamt 1,9 Milliarden Euro an Einmalkosten an,
statt bisher geplanter 1,8 Milliarden Euro.
Zu den Sparprogrammen gehört auch der Abbau von Stellen. Zwischen
Dezember 2023 und Dezember 2025 sei die Zahl der Mitarbeiter um
4.800 zurückgegangen, sagte Elvermann. Etwa die Hälfte davon
entfalle auf Deutschland, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Ende
2025 beschäftigte BASF knapp 108.300 Mitarbeiter. Sparen will BASF
aber auch mit geringeren Investitionen.
2025 schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt um knapp drei Prozent
auf knapp 59,7 Milliarden. Zwar stieg der Absatz leicht. Doch
niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte belasteten.
Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von
1,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro. Neben einem Sonderertrag aus
dem Verkauf des Geschäfts mit Baufarben an den US-Konzern
Sherwin-Williams profitierte BASF vor allem von einer
Zahlung des Bundes aus Staatsgarantien für frühere
Russlandaktivitäten der Tochter Wintershall DEA. 2025 erhielt BASF
laut dem Finanzchef Elvermann rund 900 Millionen Euro. Im ersten
Halbjahr 2026 sollen noch weitere rund 800 Millionen Euro fließen.
Neben den Sparbemühungen passt BASF seit einiger Zeit sein Portfolio
an. Insgesamt will sich das Unternehmen von einem breit
aufgestellten, integrierten Chemiekonzern mit vielen vernetzten
Geschäftsfeldern zu einem Unternehmen mit einem Kerngeschäft aus
vier Sparten und mehreren eigenständigen Geschäftsteilen entwickeln.
Zum Kerngeschäft zählt das Management künftig die Bereiche Chemicals
mit Basischemikalien und Zwischenprodukten, Materials mit modernen
Werkstoffen und Vorprodukten, Industrial Solutions mit Harzen,
Additiven und Elektronikmaterialien sowie Nutrition & Care mit
Produkten für die Lebens- und Futtermittelbranche sowie
Inhaltsstoffen für Pharma-, Kosmetik- und
Reinigungsprodukte./mne/men/mis
ISIN DE000BASF111
AXC0107 2026-02-27/09:23
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Autor: - dpa-AFX
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