| Aluminiumkonzern AMAG erlitt 2025 Gewinneinbruch / Unter dem Strich blieb um ein Fünftel weniger - Umsatz leicht gestiegen - US-Handelspolitik sorgte für Margenrückgänge und drückte auf das Ergebnis - Dividende soll stark gekürzt werden |
| 27.02.2026 14:19:00 |
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Weitere Zitate und Details nach der Pressekonferenz
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Die AMAG Austria Metall AG hat im Vorjahr
um rund ein Fünftel weniger Gewinn erzielt, der Umsatz stieg dagegen
leicht an. Unterm Strich stand ein Ergebnis nach Steuern von 34 Mio.
Euro - um 21,3 Prozent weniger als im Jahr davor, wie der
Aluminiumkonzern am Freitag bekanntgab. Der stark von der
US-Handelspolitik beeinflusste Wettbewerb habe für Margenrückgänge
gesorgt, strategische Flexibilität und Maßnahmen zur Stabilisierung
federten die Auswirkungen etwas ab.
Das abgelaufene Jahr habe jedenfalls "ein sehr schwieriges
Umfeld" geboten - es habe sich von Quartal zu Quartal verändert,
berichtete Vorstands- und Technikchef Helmut Kaufmann am Freitag in
einer Pressekonferenz in Wien. "Im zweiten Quartal ist Trump
eingefallen, 50 Prozent auf Stahl und Aluminium einzuheben." Die
AMAG habe rasch Stabilisierungsmaßnahmen gesetzt. "Wir haben
Ausgaben und Investitionen auf ein Minimum reduziert."
Neue Unsicherheit rund um US-Zölle
Seit einer Woche gibt es weitere Unsicherheiten rund um die
US-Zölle, nachdem der Supreme Court (Oberste Gerichtshof) vor einer
Woche, die Trump-Zölle kippte, die auf Basis des Notstandsgesetzes
verhängt wurden. Trump drohte umgehend mit neuen Zöllen auf einer
anderen rechtlichen Basis. "Das Alte hat sich eingespielt, jetzt
seit einer Woche gibt es wieder neue Unsicherheit", so Kaufmann.
"Das wird jetzt von unserer Fachabteilung und Experten evaluiert."
Für Stahl und Aluminium gilt - davon unabhängig - weiterhin der Zoll
von 50 Prozent.
Im abgelaufenen Jahr habe es sich angesichts der US-Zollpolitik
für den Konzern als vorteilhafter erwiesen Europa verstärkt zu
beliefern. "2025 wurden nur noch 60 Prozent - statt 100 Prozent -
nach Nordamerika geliefert und 40 Prozent nach Europa", berichtete
Kaufmann. "Die deutsche Autoindustrie hatte Probleme nach
Nordamerika zu liefern, das hatte Auswirkungen auf unser Segment
Gießen", räumte er ein.
Das Segment Walzen hingegen habe seine Spezialprodukte "weiterhin
stabil nach Nordamerika geliefert". Die stark gestiegenen US-Zölle
hätten freilich Einfluss auf die Margen gehabt. "Aus besagten
Gründen waren die Ergebnisse unter Druck."
Kein Personalschnitt in Ranshofen
Der weltweite Personalstand der AMAG ging im abgelaufenen Jahr
gegenüber 2024 von 2.237 um 2,3 Prozent auf 2.185
Vollzeitäquivalente zurück. In Ranshofen (Oberösterreich)
beschäftigt der Konzern 1.850 Personen. Bei aller Kosteneffizienz
habe es keine großen Personalmaßnahmen gegeben. Die AMAG habe dort
eine jährliche Fluktuation von 6 bis 7 Prozent in Form von
Pensionierungen etc., die man sich im abgelaufenen Jahr zunutze
machte, indem bei Nachbesetzungen gespart wurde.
Im Innviertel droht den Angaben zufolge auch heuer kein
Stellenabbau, im Gegenteil: "Wir werden, jedenfalls im
Produktionsbereich, mit einem moderaten Personalwachstum rechnen",
stellte Kaufmann in Aussicht. "Es gibt positive Signale im Segment
Walzen - das ist sehr wichtig für den Standort Ranshofen."
2025 stiegen die Umsatzerlöse um 2,1 Prozent auf 1,48 Mrd. Euro.
Der gestiegene Aluminiumpreis konnte einer geringeren Absatzmenge
entgegenwirken. Mit 417.600 Tonnen lag der Absatz um 1,7 Prozent
unter dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen
(EBITDA) sank um 23,5 Prozent auf 137 Mio. Euro. Der Gewinn vor
Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich um 26,2 Prozent auf 56,9
Mio. Euro und das Ergebnis je Aktie (EPS) ging von 1,23 auf 0,96
Euro zurück. "Ein insgesamt zunehmender Wettbewerbsdruck,
Auswirkungen infolge der US-Zölle sowie anhaltend hohe Energie- und
Personalkosten am Standort Ranshofen" hätten den Margendruck erhöht,
so das Unternehmen.
Positive Signale für 2026
Gleichzeitig sei es aber gelungen, die Eigenkapitalquote per
Jahresende von 42,3 auf 43,2 Prozent zu verbessern und die
Nettoverschuldung um 16 Prozent auf 321 Mio. Euro zu senken, betonte
Finanzvorständin Claudia Trampitsch. "Das ist ein gutes Zeichen",
vermerkte Kaufmann. Absolut ging das Eigenkapital von 741 auf 717
Mio. Euro zurück (minus 3,2 Prozent).
Doch auch für das heurige Jahr rechnet die AMAG mit einem
volatilen Umfeld mit handelspolitischen Unsicherheiten - vor allem
aufgrund der Aluminiumzölle in den USA. Aktuell sei noch keine
Prognose für das 2026 zu erwartende Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) möglich. "Was ich aber schon sagen möchte,
ist: wir sehen positive Signale", betonte Kaufmann. Allerdings werde
für den Weltmarkt eine stärkere Nachfrage nach Primär- und
Sekundäraluminium erwartet. "Für die nächsten fünf Jahre erwarten
wir noch Wachstum der globalen Nachfrage nach Aluminium - das ist
eine gute Nachricht für uns", bekräftigte Vertriebsvorstand Victor
Breguncci.
Seit dem dritten und vierten Quartal verbessere sich die
Auftragslage. Auch im Automobilbereich soll sich der Absatz
verstärken. Weiters habe man im vierten Quartal einen weiteren
Anstieg der Aluminiumpreise gesehen. Als Dividende für das
abgelaufene Geschäftsjahr will der Vorstand 0,75 Euro je Aktie
vorschlagen - deutlich weniger als im Vorjahr (1,20 Euro).
kre/bel/hel
ISIN AT00000AMAG3
WEB http://www.amag.at
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Autor: - APA/kre/bel/hel
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