| ROUNDUP 2: Alzchem blickt vorsichtig ins Jahr - Aktie fällt ans SDax-Ende |
| 27.02.2026 16:35:00 |
(Kurs aktualisiert)
TROSTBERG (dpa-AFX) - Der Spezialchemie-Konzern Alzchem
hat im vergangenen Jahr wegen schwacher Nachfrage aus
der Stahlindustrie etwas weniger umgesetzt als geplant. Der Erlös
stieg insgesamt um zwei Prozent auf 562,1 Millionen Euro, wie das im
SDax notierte Unternehmen am Freitag in Trostberg
mitteilte. Laut Prognose hätten es eigentlich rund 580 Millionen
Euro sein sollen. Analysten hatten zwar damit gerechnet, dass
Alzchem das Ziel verfehlt, aber nicht in diesem Ausmaß. Auch beim
Ausblick gab sich das Management vorsichtig.
Die Alzchem-Aktie verlor am Nachmittag als schwächster Indexwert
fast sieben Prozent. Die mögliche Ankündigung eines neuen Standorts
in den USA bleibe ein wichtiger Treiber für den Aktienkurs, schrieb
Jefferies-Analyst Constantin Hesse.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zog vergangenes
Jahr um elf Prozent auf 116,5 Millionen Euro an - etwas mehr als
selbst mit 113 Millionen in Aussicht gestellt und als von Experten
erwartet.
In diesem Jahr peilt Alzchem rund 600 Millionen Euro Umsatz an bei
einem Ergebnisplus auf 126 Millionen Euro. Analysten hatten beim
Erlös bisher etwas mehr auf dem Zettel, beim Ergebnis erfüllte
Alzchem die Erwartungen.
Der Gewinn unterm Strich wuchs 2025 von 54,2 Millionen Euro ein Jahr
zuvor auf 63,6 Millionen Euro. Die Dividende soll um 30 Cent auf
2,10 Euro steigen.
Alzchem profitiert schon länger von einem guten Lauf bei
Spezialchemikalien. Unter anderem stellt das Unternehmen Kreatin
her, das insbesondere in Nahrungsergänzungsmitteln für Leistungs-
und Freizeitsportler zum Einsatz kommt. Hier baut Alzchem die
Kapazitäten aus und will damit vom Boom der Mittelchen profitieren.
Daneben produziert Alzchem den Sprengstoff Nitroguanidin unter
anderem für die Rüstungsindustrie. Hier weitet der Konzern die
Produktion von Guanidinnitrat und Nitroguanidin in Deutschland aus,
im zweiten Halbjahr soll eine weitere Fabrik an den Start gehen. In
den USA ist das Unternehmen noch auf der Suche nach einem Standort.
Im Bereich mit Standardchemikalien ist das Geschäft aber
schwieriger. Die Stahlindustrie in Europa schwächelt und hält sich
bei der Nachfrage nach Calciumcarbid für die Metallentschwefelung
zurück. Auch die Nachfrage aus der Autoindustrie etwa nach Guanidin
als Treibladung in Auto-Airbags ist verhalten./men/mne/mis
ISIN DE000A2YNT30
AXC0244 2026-02-27/16:35
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Autor: - dpa-AFX
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