| Polens Parlament macht Weg für EU-Rüstungskredite frei |
| 27.02.2026 16:48:00 |
Das Parlament in Polen hat ein Gesetz zur
Umsetzung des EU-Rüstungsprogramms Safe gebilligt. Die EU stellt 150
Milliarden Euro günstiger Kredite für Rüstung vor Verfügung, Polen
soll mit knapp 44 Milliarden Euro größter Nutznießer sein. Bevor das
erste Geld fließen kann, muss allerdings der rechtskonservative
Staatschef Karol Nawrocki das Gesetz unterschreiben - und der blickt
mit Skepsis auf das europäische Programm.
Ministerpräsident Donald Tusk betonte, seine Regierung wolle mehr
als 80 Prozent der EU-Gelder in Aufträge für polnische
Rüstungskonzerne stecken. "Dies es ist nicht nur ein großes Programm
zur direkten Finanzierung der polnischen Armee, sondern auch ein
großer Schub an Möglichkeiten, Geld und Technologie für die
polnische Rüstungsindustrie und alle Kooperationspartner", sagte
Tusk.
Nawrocki: Keine Hilfe für den "westlichen Nachbarn"
Zur Umsetzung ihrer Pläne braucht die Mitte-Links-Regierung von Tusk
nun noch die Unterschrift des europakritischen Präsidenten Karol
Nawrocki. Der Staatschef hatte Mitte Februar bei einer Sitzung des
Nationalen Sicherheitsrates Front gegen das europäische Programm
gemacht. Safe solle "nicht zu einer Unterstützung für die
krisengeschüttelte Wirtschaft unseres westlichen Nachbarn" werden,
sagte er. Gemeint ist Deutschland.
Nach Meinung der politischen Rechten in Polen verschafft Safe vor
allem der deutschen und französischen Rüstungsindustrie Aufträge.
Nawrocki sagte am Donnerstag, er habe für seine Entscheidung zu dem
Gesetz mehrere Wochen Zeit und werde sich jetzt noch nicht
festlegen.
Dauerstreit zwischen Polens Staatschef und der Regierung
Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen
Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich
auch selbst von Russland bedroht und rüstet seit Jahren stark auf.
Der Streit ist bezeichnend für die Frontstellung in Warschau seit
Nawrockis Wahl 2025. Der wichtige EU- und Nato-Staat spricht seitdem
in strategischen Fragen nicht mehr mit einer Stimme. Denn der von
der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS unterstützte Präsident
und Regierungschef Tusk stammen aus verfeindeten politischen Lagern.
Das Kreditprogramm Safe von 2025 soll den EU-Staaten mehr Mittel für
Rüstungskäufe gegen ein aggressiver auftretendes Russland geben.
Polen will nach Planung des Verteidigungsministeriums damit
Abwehrwaffen gegen Drohnen und Raketen, Hubschrauber und Boote
kaufen. Deutschland nutzt die EU-Kredite nicht, sondern stützt sich
auf eigene Mittel./dhe/DP/nas
AXC0251 2026-02-27/16:48
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Autor: - dpa-AFX
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