| ROUNDUP/KI im Militär: OpenAI will Deal mit Pentagon gemacht haben |
| 28.02.2026 08:35:00 |
Im Streit zwischen dem Pentagon und der
KI-Firma Anthropic um die Verwendung von Software mit Künstlicher
Intelligenz im US-Militär hat offenbar der Rivale OpenAI den
Zuschlag bekommen. In einem Statement auf der Plattform X verkündete
OpenAI-Chef Sam Altman, man habe sich mit dem
Verteidigungsministerium eine Vereinbarung. Details blieben dabei
zunächst unklar. Die Ankündigung folgt wenige Stunden, nachdem das
Pentagon Anthropic wegen der Unstimmigkeiten beim Einsatz von KI als
Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft hatte.
ChatGPT-Betreiber OpenAI und die Firma Anthropic wetteifern darum,
ihre Software mit Künstlicher Intelligenz in Unternehmen und
Behörden unterzubringen.
Altman spricht von wichtigen Sicherheitsprinzipien
Nun springt offenbar OpenAI in die Lücke. "Heute Abend haben wir mit
dem Kriegsministerium eine Vereinbarung getroffen, unsere Modelle in
dessen klassifiziertem Netzwerk einzusetzen", schrieb Altman bei X.
Pentagon-Chef Pete Hegseth repostete das Statement, ebenso wie der
ranghohe Beamte Emil Michael.
Altman erläuterte weiter, zwei der wichtigsten Sicherheitsprinzipien
von OpenAI seien das Verbot inländischer Massenüberwachung sowie die
menschliche Verantwortung für den Einsatz von Gewalt, einschließlich
autonomer Waffensysteme. "Das Kriegsministerium stimmt diesen
Prinzipien zu, verankert sie in Gesetz und Richtlinien, und wir
haben sie in unsere Vereinbarung aufgenommen."
Streit zwischen Pentagon und Anthropic eskalierte
Im Kern hatte auch Konkurrent Anthropic auf diese beiden Punkte
gepocht. Das Unternehmen wollte ihrem Chef Dario Amodei zufolge als
Grenzen für die Verwendung seiner KI-Software im US-Militär
durchsetzen, dass die KI der Firma nicht für Massenüberwachung in
den USA sowie nicht in komplett autonomen Waffen eingesetzt wird.
Am Freitag eskalierte der Streit: Hegseth ordnete an, Anthropic als
"Supply-Chain Risk to National Security", also als
Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit, einzustufen. Mit
sofortiger Wirkung dürften Auftragnehmer, Zulieferer oder Partner
des US-Militärs keine Geschäfte mehr mit dem Unternehmen machen,
schrieb Hegseth bei X. Anthropic solle dem Verteidigungsministerium
noch maximal sechs Monate lang Dienstleistungen bereitstellen, um
einen Übergang zu einem "besseren und patriotischeren" Anbieter zu
ermöglichen.
Die Maßnahme erfolge im Zusammenhang mit einer Anweisung von
Präsident Donald Trump, wonach alle Bundesbehörden die Nutzung von
Anthropic-Technologie einstellen sollen.
Anthropic: KI nicht verlässlich für autonome Waffen
Das Verteidigungsministerium will nur mit KI-Firmen
zusammenarbeiten, die "jedem legalen Einsatz" ihrer Software
zustimmen. Anthropic hatte jedoch darauf beharrt, dass die von der
Firma geforderten Einschränkungen wichtig seien.
So warnte Amodei in einem Blogbeitrag, dass Künstliche Intelligenz
es möglich mache, über das Netz verstreute Daten einzelner Menschen
in großem Stil automatisiert zu einem ausführlichen Bild ihres
Lebens zusammenzusetzen. Und zugleich sei KI noch nicht verlässlich
genug, um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. "Wir
werden nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Krieger
und Zivilisten in Gefahr bringt", so der Anthropic-Chef.
Spannungen zwischen Anthropic und dem Pentagon wurden öffentlich,
nachdem bekannt wurde, dass Software der Firma bei der
US-Militäroperation zur Gefangennahme des venezolanischen
Machthabers Nicolás Maduro eingesetzt wurde. Wofür genau sie dabei
verwendet wurde, blieb unklar.
Details des OpenAI-Deals nicht klar
Was die Vereinbarung zwischen dem Pentagon und OpenAI nun im Detail
bei den Punkten Massenüberwachung und autonome Waffen vorsieht,
blieb zunächst unklar.
In seinem Statement auf X rief OpenAI-Chef Altman das Pentagon
zugleich dazu auf, diese gleichen Bedingungen allen KI-Unternehmen
anzubieten - "Bedingungen, die unserer Meinung nach jedes
Unternehmen akzeptieren sollte". Man habe den Wunsch nach
Deeskalation zum Ausdruck gebracht.
Er erklärte auch, dass OpenAI technische Schutzmaßnahmen entwickeln
werde, um sicherzustellen, dass sich die Modelle wie vorgesehen
verhielten, was auch dem Wunsch des Ministeriums entspreche. Zudem
betonte Altman, das Pentagon habe bei allen Interaktionen tiefen
Respekt gezeigt für Sicherheit und den Wunsch, gemeinsam das
bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
US-Beamter zeigt sich erfreut über Vereinbarung
Der Pentagon-Beamte Michael schrieb bei X, wenn es um Leben und Tod
der US-Soldaten gehe, sei es im Zeitalter von KI von entscheidender
Bedeutung, einen zuverlässigen und beständigen Partner zu haben, der
in gutem Glauben handele./thn/DP/mis
AXC0019 2026-02-28/08:35
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Autor: - dpa-AFX
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