| ROUNDUP: SPD macht Mieterschutz zur Bedingung für Heizungsgesetz |
| 28.02.2026 13:47:00 |
Die SPD macht den Mieterschutz zu einer zentralen
Bedingung für das geplante neue Heizungsgesetz der
Regierungskoalition. "Mit mir wird es kein Gesetz geben, das
Mieterinnen und Mieter auf den Kosten sitzen lässt. Der Mieterschutz
ist für mich zentral", erklärte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch
dem Magazin "Stern". "Wir haben Eckpunkte vorgelegt, jetzt beginnt
die Detailarbeit", sagte er zum geplanten
Gebäudemodernisierungsgesetz.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wies die Kritik
am geplanten verstärkten Einsatz von weniger klimaschädlichem Biogas
zurück. Größere Mengen davon könnten aus der Ukraine importiert
werden. Die oppositionellen Grünen sehen die schwarz-rote Koalition
dagegen auf einem Irrweg. Biogas sei schon heute teurer als Erdgas,
weil kaum verfügbar, sagte die Grünen-Vorsitzende Franziska
Brantner. "Und es wird ja nicht günstiger werden", fügte sie hinzu.
SPD-Fraktionschef Miersch machte klar: "Die Förderung für
klimafreundliche Heizungen muss verlässlich bleiben, damit der
Austausch zu klimafreundlichen Heizungen weiter angereizt wird." Er
erinnerte daran, dass es beim CO2-Preis bereits eine klare soziale
Lenkung gebe, sodass Vermieter steigende Kosten nicht einfach an
Mieter durchreichen könnten. "Daran werden wir uns in den
parlamentarischen Beratungen zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz
orientieren", kündigte der SPD-Fraktionschef an.
Einbau von Öl- und Gasheizungen soll erlaubt bleiben
Seit Anfang 2023 müssen Vermieter in Deutschland einen Teil der
CO2-Kosten beim Heizen mit fossilen Brennstoffen mittragen. Nach
einem Stufenmodell werden die Kosten zwischen Mietern und Vermietern
aufgeteilt. Je schlechter die Energieeffizienz des Gebäudes, desto
höher der Anteil des Vermieters. Der Mieterbund hält die Regelung
jedoch für fehleranfällig und sie enthalte zu viele Ausnahmen für
Vermieter. Aus Sicht von Eigentümerverbänden fehlt ein Anreiz für
Mieter, sparsam zu heizen.
Nach den Reformplänen von Union und SPD sollen Immobilienbesitzer
weiterhin Öl- und Gasheizungen in ihre Wohnhäuser einbauen dürfen.
Die pauschale Pflicht entfällt, dass jede neu eingebaute Heizung mit
65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Allerdings
müssen nun neue Gas- und Ölheizungen ab Januar 2029 mit einem
wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden.
Ministerin Reiche: Biomethan ist verfügbar
Zwar sagen Union und SPD, Mieter, die nicht selbst über ihre Heizung
entscheiden könnten, sollten "vor überhöhten Nebenkosten durch den
Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen" geschützt werden. Aber
Details müssen noch ausgehandelt werden.
Wirtschaftsministerin Reiche widersprach der Einschätzung von
Kritikern, wonach "grüner Brennstoff" knapp und teuer sei.
"Biomethan ist verfügbar, wird hierzulande produziert und schon
jetzt im Markt vertrieben. Wo eine Nachfrage ist, wird sich ein
Markt bilden", sagte Reiche den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Die Ukraine etwa biete Biogas in großen Mengen an.
Es gebe noch regulatorische Herausforderungen aufseiten der Ukraine
und der EU. "Aber wenn diese gelöst sind, können wir mit
signifikanten Biomethanimporten rechnen", sagte Reiche.
Modell für Beimischung von Biogas soll bis Sommer kommen
Kritik am neuen Heizungsgesetz wies Reiche zurück. "Wir wollen die
Verbraucher zu einer Investitionsentscheidung ermuntern, indem wir
ihnen die Angst vor Überforderung nehmen und ihnen beim Umstieg auf
ein modernes Heizungssystem helfen", sagte sie. "In vielen Fällen
werden sich die Verbraucher für eine Wärmepumpe entscheiden. Dort,
wo das nicht möglich ist, können auch neue Gasthermen zum Einsatz
kommen." Ein Modell für die Beimischung "grüner Gase" werde bis zum
Sommer entwickelt.
Reiche will zudem die Förderung von heimischem Gas ausweiten: "Wir
haben eigene Reserven in Deutschland." Entscheidend sei, ob das Gas
zu guten Bedingungen förderfähig sei. "Darüber müssen wir sprechen -
gerade wenn man nicht so viele Rohstoffe hat, gerade in so
herausfordernden geopolitischen Zeiten." Hierbei müsse "sehr
sensibel zwischen Umweltinteressen und Rohstoffversorgung abgewogen
werden".
Brantner warnt vor Abhängigkeit von US-Gaslieferungen
Grünen-Chefin Franziska Brantner warnte vor einer stärkeren
Abhängigkeit Deutschlands von US-Präsident Donald Trump. "Donald
Trump kann morgen schon auf die Idee kommen, uns kein LNG-Gas mehr
zu liefern", sagte Brantner der "Rheinischen Post". "Dass wir uns
mit Reiches Heizhammer in eine neue Abhängigkeit von den USA
begeben, ist verrückt." Die nötige Energie könne Deutschland mit
mehr Wind und Sonne, Speichern und optimierten Netzen selbst
produzieren./sl/DP/mis
ISIN DE0008303504 LU0775917882 DE000LEG1110 DE000A1ML7J1 LU1673108939
AXC0039 2026-02-28/13:47
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Autor: - dpa-AFX
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