| Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland verlängert |
| 28.02.2026 15:15:00 |
Rosneft Deutschland bleibt unter der
Treuhandverwaltung des Bundes. Auf einer neuen Rechtsgrundlage hat
die Bundesregierung die Bundesnetzagentur als Treuhänderin für die
deutschen Tochtergesellschaften des russischen Energiekonzerns
eingesetzt, wie das Wirtschaftsministerium am Samstag in Berlin
mitteilte. Sie gilt für die Firmen Rosneft Deutschland GmbH und RN
Refining & Marketing GmbH.
Die Netzagentur erhält damit auch die Kontrolle über den jeweiligen
Anteil an den drei Raffinerien PCK Schwedt in Brandenburg, MiRo in
Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg an der Donau (Bayern). Nach
Angaben des Wirtschaftsministeriums vereint Rosneft Deutschland rund
13 Prozent der deutschen Erdölverarbeitungskapazität auf sich. Die
Anordnung gewährleiste vor allem die Versorgung der Bundesländer
Berlin und Brandenburg mit Mineralölprodukten und sichere den
Standort Schwedt, hieß es.
Nach Beginn des Ukraine-Krieges unter Treuhand gestellt
Die EU-Kommission hatte erst vor einer Woche entschieden, dass der
Bund dauerhaft die Kontrolle über Rosneft Deutschland übernehmen
darf. Es gebe diesbezüglich keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken.
Die Treuhandverwaltung fußt auf einer Neuerung im
Außenwirtschaftsgesetz. Hintergrund der Gesetzesänderung war das 18.
Sanktionspaket der EU gegen Russland aus dem Juli 2025, wie das
Wirtschaftsministerium erläuterte. Ohne eine öffentlich-rechtliche
Treuhand wären EU-Töchter von sanktionierten russischen
Muttergesellschaften ebenfalls unter die EU-Sanktionen gefallen.
Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte der Bund die
Rosneft-Töchter 2022 unter Treuhandverwaltung gestellt. Die damalige
Bundesregierung entschied auch, auf russisches Pipeline-Öl zu
verzichten, mit dem PCK jahrzehntelang versorgt wurde. Die
Treuhandverwaltung wurde bisher für jeweils ein halbes Jahr
angeordnet, die jüngste Anordnung galt bis 10. März./brd/DP/mis
AXC0061 2026-02-28/15:15
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Autor: - dpa-AFX
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