| Leica bringt eigenes Smartphone weltweit auf den Markt |
| 28.02.2026 17:24:00 |
Der deutsche Kameraspezialist Leica
verstärkt sein Geschäft auf dem weltweiten Smartphone-Markt. Vor der
führenden Mobilfunkmesse MWC in Barcelona stellte das Unternehmen
aus Wetzlar die Neuauflage seines Leitzphone vor, die erstmals
weltweit vermarktet wird. Das Kamera-Smartphone von Leica wird in
Zusammenarbeit mit dem chinesischen Elektronikkonzern Xiaomi
produziert.
Die Smartphone-Kamera sei die natürliche Erweiterung der Leica-Welt,
sagte Firmenchef Matthias Harsch bei einem Event von Xiaomi. Als er
bei Leica begonnen habe, sei befürchtet worden, dass Smartphones das
Kamerageschäft zerstörten. Das habe sich nicht bewahrheitet, sagte
der Manager, der 2017 den Chefsessel bei der deutschen Firma
übernahm. Stattdessen habe Leica sein Geschäft dadurch erweitern
können.
Fotografie gehöre dorthin, wo bedeutungsvolle Momente geschähen, und
dazu eigneten sich nun mal auch Smartphones, sagte Harsch. Nach
seiner Präsentation kam Leica-Aufsichtsratschef Andreas Kaufmann zu
Harsch auf die Bühne, beide bekamen bei der Werbeveranstaltung von
Xiaomi viel Applaus.
Leica war bislang nur in Japan mit einem Leitzphone präsent, das
erstmals 2021 eingeführt wurde. Damals kooperierte der deutsche
Kameraspezialist mit dem japanischen Elektronikriesen Sharp
. Wegen des vergleichbar kleinen Zielmarktes stuften
Experten die Kooperation mit Sharp eher als Markenexperiment ein,
denn als ernsthaften Versuch, signifikante Erlöse im
Smartphone-Segment zu erzielen. Das soll sich nun ändern. Mit einem
Preis von knapp 2.000 Euro tritt Leica gegen Premiumersteller wie
Apple und Samsung an. Damit ist es
deutlich teurer als das neue Xiaomi 17 Ultra, das mindestens 1500
Euro kostet und ebenfalls vorgestellt wurde.
Technik aus Profikameras
Im Wettbewerb mit dem iPhone oder den Spitzenmodellen von Samsung
und anderen Herstellern versucht Leica mit Technik zu überzeugen,
die normalerweise in großen Profikameras steckt. Dazu gehört ein
großer Lichtsensor, der viel größer ist als bei normalen
Smartphones. Damit kann man mehr Licht einfangen, was besonders bei
schlechtem Wetter oder am Abend für bessere Bilder sorgt.
Rund um die Kamera auf der Rückseite des Leitzphone gibt es einen
Ring aus Metall. Diesen kann man drehen, um Einstellungen wie den
Zoom oder die Helligkeit zu verändern - ähnlich wie bei einer
konventionellen Fotokamera. Exklusiv beim Leitzphone sind in der
Kamerasoftware Filter eingebaut, die den Stil berühmter
Leica-Kameras (M3 und M9) nachahmen und beispielsweise besonders
typische Schwarz-Weiß-Aufnahmen produzieren.
Plattform aus China
In der Kooperation mit Xiaomi bringt Leica seine Kompetenz in
Bereichen Optik, Farbkalibrierung und Bildästhetik ein. "Xiaomi
ergänzt diese Expertise durch eine leistungsfähige mobile Plattform,
die hohe Rechenleistungen und effiziente Workflows sicherstellt",
sagt Leica-Chef Harsch. Eine Leica-Optik befindet sich auch in
mehreren Flaggschiff-Modellen von Xiaomi.
Leica schreibt seit vier Jahren Rekordumsätze und hat die große
Firmenkrise vor 20 Jahren längst hinter sich gelassen. Damals hatte
man den Übergang von der alten Filmfotografie zur digitalen Welt
fast verpasst und stand kurz vor dem Aus. Trotz der aktuellen
Produkterfolge begleiten das Unternehmen derzeit Berichte über einen
möglichen Eigentümerwechsel. Der US-Finanzinvestor Blackstone
, der seit dem Rückzug von Leica von der Frankfurter
Börse 2011 rund 44 Prozent der Anteile hält, bereitet laut
Medienberichten seinen Ausstieg vor. Diesen Gerüchten zufolge wird
die Leica Camera AG in diesem Zusammenhang mit rund einer Milliarde
Euro bewertet./chd/DP/stk
ISIN US0378331005 US09253U1088 KR7005930003 JP3359600008
AXC0064 2026-02-28/17:24
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Autor: - dpa-AFX
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