| ROUNDUP/Meisterschaft scheint entschieden: Bayern enteilt dem BVB |
| 01.03.2026 09:35:00 |
Der einmal mehr überragende Harry Kane tanzte
mit ausgebreiteten Armen vor den mitgereisten Fans, für die der
Titelkampf nach dem Prestigesieg bei Borussia Dortmund
bereits entschieden ist. "Deutscher Meister FCB",
sangen die Bayern-Fans. Angesichts des 3:2 (0:1)-Siegs beim
Tabellenzweiten und nun elf Punkten Vorsprung zweifelt am 35.
Meistertitel der Münchner kaum noch jemand.
"Wir wollen weiter unsere Spiele gewinnen. Wir wussten aber, dass
das ein bedeutendes Spiel für uns war", sagte Bayerns
Nationalspieler Jonathan Tah bei Sky. Der an vielen wichtigen Szenen
beteiligte BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck meinte: "Das war ein
All-in-Spiel für uns. Ich glaube, man kann uns nicht vorwerfen, dass
wir zu wenig gemacht haben." Am Ende habe es aber leider nicht
gereicht. "Es ist sau ärgerlich, hier zu verlieren."
Schlotterbeck bringt BVB in Führung
Schlotterbeck (26.) hatte den BVB in Führung gebracht, allerdings
gleich zweimal Glück, nicht vom Platz gestellt zu werden.
Super-Torjäger Kane mit einem Doppelpack (54. Minute/70.,
Foulelfmeter) und Joshua Kimmich (87.) entschieden das Prestigeduell
nach der Pause. Daniel Svensson (83.) hatte zum zwischenzeitlichen
2:2 getroffen.
Neben der schmerzhaften Niederlage beklagte Dortmund auch den
Ausfall von Kapitän Emre Can, der vor der Pause anscheinend
ernsthaft verletzt ausgewechselt werden musste.
Trotz einer klaren Leistungssteigerung zum 1:4-Desaster bei Atalanta
Bergamo in der Champions League verloren die Dortmunder damit auch
das zweite Saisonspiel gegen die Bayern. Der bislang letzte Heimsieg
gegen den Rekordmeister liegt bereist mehr als sieben Jahre zurück.
Für das Team von Trainer Niko Kovac war es zudem die erste
Heimniederlage überhaupt in dieser Saison.
Dortmund verbessert nach Königsklassen-Klatsche
Von Beginn an war Feuer im Prestigeduell, das zum 114. Mal
ausgetragen wurde. In der Bundesliga gab es nur die Duelle der
Bayern mit Werder Bremen (118) und Borussia Mönchengladbach (115)
öfter. Die Dortmunder waren sichtlich bemüht, die Schmach von
Bergamo und das blamable Ausscheiden in der Champions League unter
der Woche wettzumachen. Die Intensität gegen mental und physisch
frischere Bayern war deutlich höher.
Den Ball ließ aber erstmal der Tabellenführer laufen. Der BVB
verteidigte leidenschaftlich, kam aber kaum aus der eigenen Hälfte
raus. Die Führung fiel wie aus dem Nichts und nicht aus dem Spiel
heraus. Eine Freistoßflanke von Daniel Svensson köpfte Schlotterbeck
vorbei an Jonas Urbig ins Netz. Manuel Neuer hatte den Wettlauf mit
der Zeit nach seinem Faserriss verloren und es nicht in den Kader
geschafft. Schlotterbeck hatte bei seinem vierten Saisontreffer
Glück, überhaupt noch auf dem Platz zu stehen.
Nach gut einer Viertelstunde hatte der Nationalverteidiger Josip
Stanisic übel und stumpf umgetreten und die Gelbe Karte gesehen.
Damit war der 26-Jährige gut bedient. Nach dem 1:0 des BVB änderte
sich das Spiel. Die Dortmunder bekamen nun etwas mehr Zugriff, es
entwickelte sich bis zur Pause ein intensiver Schlagabtausch, den
die Bayern-Fans weitestgehend still verfolgten.
Darum schwiegen die Bayern-Fans
Vor dem Bundesliga-Gipfel hatte es eine Auseinandersetzung der
Polizei mit Teilen der organisierten Fanszene des Rekordmeisters
gegeben. Laut Sky-Informationen hätten Gäste-Fans aus Protest und
aus Solidarität mit den betroffenen Anhängern entschieden, sich mit
Gesängen und Anfeuerungen zurückzuhalten.
Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff war es kurzzeitig vorbei mit
der guten Abwehrarbeit der Dortmunder. Beim Ausgleich durch
Goalgetter Kane rückte der für Can eingewechselte Ramy Bensebaini
etwas zu ungestüm aus dem Abwehrzentrum raus, weshalb Serge Gnabry
und Torschütze Kane bei einem Chipball von Joshua Kimmich komplett
frei vor dem BVB-Tor auftauchten. Der Kapitän der englischen
Nationalmannschaft ließ sich diese Einladung nicht nehmen und
vollstreckte zum 29. Mal in dieser Saison.
Bensebaini und Guirassy wegen Ramadan zunächst auf der Bank
Bensebaini hatte schon in Bergamo schwerwiegend mehrfach gepatzt und
war wie Serhou Guirassy zu Spielbeginn zunächst auf der Bank
geblieben. Dortmunds Trainer Kovac hatte dies vor dem Spiel mit dem
muslimischen Fastenmonat Ramadan begründet. "Wir sind seit zwei
Wochen in der Fastenzeit und wir haben schon vier Spiele gespielt.
Es kostet viel Energie, wenn du den ganzen Tag nicht essen und nicht
trinken kannst und deswegen konnte ich die Jungs heute einfach auch
nicht bringen", sagte Kovac bei Sky.
Guirassy-Ersatz Fábio Silva erwischte allerdings einen
rabenschwarzen Tag und war im Angriff ein Totalausfall. Der
Portugiese gewann kaum einen Zweikampf und verlor viele Bälle. Erst
nach über eine Stunde hatte Kovac ein Einsehen und tauschte die
beiden Angreifer gegeneinander aus.
Schlotterbeck im Glück
Eine Wirkung hatte dies zunächst nicht. Ein Schlotterbeck-Tritt
gegen Stanisic im Strafraum brachte die Bayern in Führung. Der
sichere Elfmeterschütze Kane verwandelte den fälligen Strafstoß.
Auch bei der Szene hatte Schlotterbeck Glück. Die eigentlich fällige
zweite Gelbe Karte gegen ihn ließ Schiedsrichter Sven Jablonski
diesmal stecken.
Nach dem 2:2-Ausgleich durch Svensson witterte Dortmund wieder
Morgenluft, doch das Traumtor von Kimmich kurz vor dem Spielende
ließ die euphorisierten BVB-Fans verstummen./lap/DP/zb
ISIN DE0005493092
AXC0047 2026-03-01/09:35
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Autor: - dpa-AFX
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