| ROUNDUP: Macron präsentiert neue Pläne für Frankreichs Atomwaffen |
| 02.03.2026 07:35:00 |
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will an
diesem Montag Pläne zum Ausbau der atomaren Abschreckung seines
Landes präsentieren. In der Grundsatzrede am Stützpunkt von
Frankreichs Atom-U-Booten will Macron sich außerdem zur Einbeziehung
europäischer Partner in Frankreichs nuklearen Schutzschirm äußern.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor zwei Wochen hatte die
Debatte über eine stärkere europäische atomare Abschreckung Fahrt
aufgenommen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte damals in
München, dass er mit Macron Gespräche über eine gemeinsame
europäische Abschreckung führe. Macron hatte Deutschland und anderen
EU-Partnern solche Gespräche bereits 2020 angeboten.
Frankreich und Großbritannien koordinieren Abschreckung
Konkret haben sich bislang Frankreich und Großbritannien im
vergangenen Sommer auf eine engere Koordination ihrer nuklearen
Abschreckung verständigt. Im Winter waren hohe britische
Militärvertreter als Beobachter bei einer Übung der französischen
Atomstreitkräfte dabei. Merz sagte nach den Gesprächen mit Macron,
er könne sich theoretisch vorstellen, Bundeswehr-Flugzeuge für einen
möglichen Einsatz französischer oder britischer Atombomben
bereitzustellen.
Zu den Ankündigungen von Macron könnte eine Erhöhung der Zahl der
französischen Atom-U-Boote oder Kampfjets gehören, von denen
Nuklearsprengköpfe abgeschossen werden können. Vor einem Jahr
bereits hatte Macron die Schaffung eines vierten
Luftwaffenstützpunkts angekündigt, auf dem zwei neue Staffeln mit
ungefähr 40 Kampfjets samt Hyperschall-Atomwaffen stationiert werden
sollen. Dass Frankreich die Gesamtzahl seiner Atomwaffen erhöhen
wird, ist wenig wahrscheinlich.
Frankreich setzt auf Macht und Unabhängigkeit
Wie Macron allerdings auf der Konferenz in München sagte, müsse die
nukleare Abschreckung neu justiert werden, um im Dialog mit Russland
glaubwürdig zu sein. Wie es am Wochenende aus dem Élysée-Palast
hieß, zeigten die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten, dass in der
Welt von morgen Macht und Unabhängigkeit zwei unverzichtbare Kräfte
sein werden, um der Zunahme von Bedrohungen begegnen zu können.
In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Großbritanniens 2020 die
einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut
Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und
ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte
Atommacht. Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen
Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000
Kilometern abgefeuert werden können. Auch aus der Luft kann
Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die
gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen
abschießen. Diese haben offiziell eine Reichweite von etwa 500
Kilometern./evs/DP/zb
AXC0080 2026-03-02/07:35
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Autor: - dpa-AFX
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