| ROUNDUP 3: Iran-Krieg weitet sich aus - Hisbollah greift Israel an |
| 02.03.2026 08:53:00 |
Der Iran-Krieg weitet sich nach
der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei
immer weiter aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der
Nacht Raketen auf Israel ab und greift damit an der Seite Teherans
in den Kampf gegen den Erzfeind ein. Die USA und Israel setzen ihre
Angriffe im Iran fort - auch die Gegenangriffe Teherans auf Israel
und Golfstaaten rissen nicht ab.
Israel: Müssen uns auf langwierige Kämpfe einstellen
Israel reagierte auf die Hisbollah-Angriffe mit Bombardements in
südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut und anderen Teilen des
nördlichen Nachbarlandes. Am Morgen begann die Armee eine weitere
Angriffswelle. Ziel seien unter anderem Waffenlager der Hisbollah.
Nach vorläufigen Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums
kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, 149 seien verletzt worden.
Israels Armee griff nach eigenen Angaben ranghohe Mitglieder der
Hisbollah-Miliz an. Ein weiteres Mitglied sei im Süden des Libanons
getroffen worden. "Wir agieren nicht nur defensiv, sondern gehen nun
auch in die Offensive. Wir müssen uns auf viele Tage langwieriger
Kämpfe einstellen", sagte Armeechef Ejal Zamir am Morgen.
Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe zwischen der
Hisbollah und Israel im November 2024, dass die Schiiten-Miliz
Israel mit Raketen angegriffen hat. Sie begründete dies mit der
Tötung Chameneis bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in
Teheran. Israels Armee fing nach eigenen Angaben ein Geschoss ab,
andere gingen in offenem Gelände nieder. Israel und die Hisbollah
führten bis Ende 2024 Krieg. Die Miliz ist zwar stark geschwächt,
soll jedoch noch über große militärische Fähigkeiten verfügen.
Iran greift erneut Israel an
Der Iran feuerte nach Angaben des israelischen Militärs am Morgen
erneut Raketen auf den jüdischen Staat ab. Die Verteidigungssysteme
waren im Einsatz, erklärte die Armee, bevor sie Entwarnung gab.
Israels Luftwaffe hatte in der Nacht nach eigenen Angaben eine neue
Angriffswelle gegen Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran
begonnen. Israel greift den Iran seit Samstag mit den verbündeten
USA an.
In Teheran wurde dabei iranischen Angaben zufolge eine Klinik
beschädigt. Das Gandhi-Krankenhaus in Teheran sei am späten
Sonntagabend von einer Rakete getroffen worden, berichteten
iranische Medien übereinstimmend.
Golfstaaten verurteilen Irans Gegenangriffe
Teheran reagiert auf die israelisch-amerikanischen Angriffe mit
Gegenangriffen nicht nur auf Israel, sondern auch auf Golfstaaten,
in denen die USA Militärstützpunkte unterhalten. Die Staaten in der
Region des Persischen Golfs verurteilten Irans "ungerechtfertigte"
Angriffe auf ihre Territorien. Man werde "alle nötigen Maßnahmen"
ergreifen, Sicherheit und Stabilität zu gewähren sowie alle Bürger
zu schützen, "einschließlich der Option, auf die Aggression zu
antworten", erklärten die Außenminister des Golfkooperationsrats
(GCC).
Bislang haben die Staaten Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain,
Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Angriffe des
Irans nur abgewehrt, aber nicht zurückgeschlagen. Die USA und eine
Gruppe arabischer Staaten verurteilten Irans Gegenangriffe in einer
gemeinsamen Erklärung. Diese stellten eine gefährliche Eskalation
dar, die die Souveränität mehrerer Staaten verletze und die
regionale Stabilität gefährde, erklärte das US-Außenministerium.
Eine mit dem Iran verbündete Miliz im Irak griff nach eigenen
Angaben einen Stützpunkt der US-Truppen in der Hauptstadt Bagdad an.
Sie habe heute am frühen Morgen den US-Stützpunkt nahe dem Flughafen
mit einer Drohne attackiert, teilte Saraja Aulija al-Dam mit. Auch
sie sprach von "Vergeltung" für Chameneis Tod und "Unterstützung"
für den Iran. Eine Bestätigung von offizieller irakischer Seite oder
vom US-Militär gab es zunächst nicht.
Emirate schließen Botschaft in Teheran
Die Emirate schließen nach eigenen Angaben ihre Botschaft in Teheran
und ziehen ihren Botschafter sowie sämtliches diplomatisches
Personal aus dem Iran ab. Das Militär des Landes wehrte nach eigenen
Angaben inzwischen unter anderem 152 ballistische Raketen und 506
Drohnen aus dem Iran ab. In Bahrain stürzten Trümmer einer
abgefangenen Rakete auf ein Schiff und lösten ein Feuer aus. Dabei
starb ein Arbeiter, wie das Innenministerium auf X mitteilte.
Europäer verurteilen Irans Angriffe als unverhältnismäßig
Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten den Iran auf,
die Angriffe zu stoppen und behalten sich militärische
Abwehrmaßnahmen vor. Die Angriffe seien "wahllos und
unverhältnismäßig", hieß es in einer in Berlin verbreiteten
gemeinsamen Erklärung von Kanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs
Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer.
Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern wurde in der
Nacht von einer mutmaßlichen Drohne getroffen. Das bestätigte das
Verteidigungsministerium in London laut Nachrichtenagentur PA.
Niemand sei verletzt worden. Wer die Drohne abgefeuert hatte, war
zunächst nicht bekannt.
USA und Israel greifen weiter an
Derweil greifen die USA und Israel den Iran weiter an. Dabei werden
vor allem Mitglieder der Staats- und Militärführung ins Visier
genommen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichte am
Sonntagabend die Namen von sieben getöteten Generälen. Darunter sind
Mohammed Schirasi, der Stabschef des getöteten Chamenei und dessen
Stellvertreter Akbar Ebrahimzadeh.
"Die Kampfhandlungen werden derzeit mit voller Kraft fortgesetzt und
werden so lange andauern, bis alle unsere Ziele erfüllt sind", sagte
US-Präsident Trump. Der Iran sieht seine Fähigkeiten, Krieg zu
führen, durch die amerikanisch-israelischen Bombardierungen nicht
eingeschränkt. Dezentralisierte Verteidigungsstrukturen ermöglichten
seinem Land, den Krieg nach Belieben in die Länge zu ziehen, schrieb
Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X./ln/DP/stw
AXC0105 2026-03-02/08:53
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Autor: - dpa-AFX
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