| ROUNDUP: Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr |
| 02.03.2026 11:42:00 |
Der Iran-Krieg macht Sprit und Heizöl teurer. Am
Montag stiegen die Preise kräftig, nachdem sie bereits übers
Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC mitteilt. Im
bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags hatte ein Liter Super
E10 bereits 1,6 Cent mehr gekostet als am Freitag, dem letzten Tag
vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich alleine von Freitag bis
Sonntag um 1,3 Cent.
"Ich befürchte, dass es heute an den Zapfsäulen noch weiter nach
oben geht", sagt der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian
Laberer. "Die Zahlen am Vormittag deuten auf eine Dimension von drei
bis vier Cent." Die Tagesdurchschnitte sind wegen der typischen
starken Schwankungen der Spritpreise im Tagesverlauf schwer zu
vergleichen. Betrachtet man allerdings die Preise jeweils um 10.30
Uhr am Freitag, Sonntag und Montag, zeigt sich über die gesamte
Spanne bei E10 ein Plus von 5 Cent, bei Diesel von 5,2 Cent - mit
jeweils dem deutlichsten Plus am Montag.
Es könnte weiter nach oben gehen
Und es könnte noch weiter nach oben gehen: "Sollte der Ölpreis nicht
bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten
Tage anhalten", sagt Laberer. Mittelfristig gebe es aber - sofern
sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte - Hoffnung auf
gemäßigtere Preise, da die Opec+ angekündigt hat, die Fördermengen
zu erhöhen. Schnelle Besserung ist aber nicht in Sicht: "Während
steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen,
dauert es bei sinkenden Preisen oft länger", sagt der Experte.
Die Sonntags-Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und
1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei
Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang
April 2024. Sollte der erwartete Anstieg im Tagesverlauf des Montags
sich bestätigen, könnte bei Diesel sogar der höchste Preis seit 2023
erreicht werden.
Heizölpreis steigt schneller
Beim Heizöl ist der aktuelle Ausschlag deutlich stärker. Das
Internetportal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag
zwischenzeitlich mit mehr 120 Euro pro 100 Litern an. Noch am
Freitag lagen die Preise deutlich unter 100 Euro. Die Preise
entwickelten sich am Montag allerdings sehr dynamisch. Zudem
verzeichnete die Seite bereits am Samstag und Sonntag sehr hohe
Nachfrage nach Heizöl.
Dass der Anstieg beim Sprit im Verhältnis geringer ausfiel, könnte
laut Laberer auch daran gelegen habe, dass insbesondere Diesel in
den letzten Wochen seiner Ansicht nach im Vergleich zum Ölpreis zu
teuer war. "Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas
geringer aus."
Wer aktuell beim Tanken sparen will, dem rät Laberer weiterhin zu
den Abendstunden - dann ist Sprit in der Regel günstiger als am
Morgen. Zudem lohne es sich jetzt erst recht, zu vergleichen, betont
er. "Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede
zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen."
Es kommt aufs Rohöl an
Der Ölpreis ist - in Kombination mit dem Dollarkurs - typischerweise
der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit und Heizöl. Die
Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch
deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von
Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte
passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen
Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die
internationalen Märkte verunsichern./ruc/DP/stw
ISIN US20825C1045 GB0007980591 AT0000743059 US30231G1022 GB00BP6MXD84
AXC0182 2026-03-02/11:42
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Autor: - dpa-AFX
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