| ROUNDUP 4: Iran-Krieg lässt Spritpreise immer weiter steigen |
| 02.03.2026 16:53:00 |
(neu: Wirtschaftsverband Fuels und Energie im 5. Absatz)
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg macht Sprit und Heizöl teurer. Am
Montag stiegen die Preise an den Tankstellen kräftig, nachdem sie
bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC
mitteilt. Am Nachmittag war Superbenzin der Sorte E10 um 7,3 Cent
teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Freitag, dem letzten Tag vor
der Eskalation. Bei Diesel waren es sogar 8,1 Cent.
Schon am Sonntag hatten die Kraftstoffe im bundesweiten
Tagesdurchschnitt die höchsten Werte seit dem Frühjahr 2024
erreicht. Übers Wochenende war der Anstieg aber mit 1,6 Cent bei E10
und 1,3 Cent bei Diesel noch zurückhaltend ausgefallen. Am Montag
nahm er dann allerdings immer mehr Fahrt auf. Bei Diesel könnte
dadurch der höchste Tagesdurchschnittspreis seit 2023 erreicht
werden.
Es könnte weiter nach oben gehen
Und es könnte noch weiter nach oben gehen: "Sollte der Ölpreis nicht
bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten
Tage anhalten", sagt Laberer. Mittelfristig gebe es aber - sofern
sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte - Hoffnung auf
gemäßigtere Preise, da die Opec+ angekündigt hat, die Fördermengen
zu erhöhen. Schnelle Besserung ist aber nicht in Sicht: "Während
steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen,
dauert es bei sinkenden Preisen oft länger", sagt der Experte.
Experten sprechen hier auch vom Rakete-und-Feder-Effekt.
Kritik am schnellen Anstieg kam auch aus der SPD: "Was wir an vielen
Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend
Abzocke!", sagte der Sprecher der realpolitisch orientierten
SPD-Seeheimer, Esra Limbacher. Benzin und Diesel, die jetzt verkauft
würden, seien überwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen
eingekauft worden." Es sei "inakzeptabel, wenn geopolitische
Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden."
Wer steigende Weltmarktpreise sofort weitergebe, müsse das auch mit
sinkenden Preisen tun.
Der für die Raffinerien und Markentankstellen zuständige
Wirtschaftsverband Fuels und Energie betonte, "auch in der aktuellen
Situation herrscht harter Preiswettbewerb an den deutschen
Tankstellen". Die weitere Preisentwicklung hänge vor allem vom
Fortgang der geopolitischen Ereignisse ab. Die Märkte in Deutschland
für Benzin, Diesel und weitere Produkte wie Heizöl und
Flugkraftstoff seien weiter intakt: "Die Versorgung Deutschlands ist
gesichert, da wir Rohöl aus rund 30 Ländern beziehen.
Hauptlieferländer sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und
Großbritannien."
Heizölpreis steigt schneller
Beim Heizöl ist der aktuelle Ausschlag deutlich stärker. Das
Internetportal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag
zwischenzeitlich mit mehr 120 Euro pro 100 Litern an, später sank
dieser Wert auf rund 118 Euro. Noch am Freitag hatten die Preise
aber deutlich unter 100 Euro gelegen. Parallel zum Anstieg
verzeichnete die Seite eine hohe Nachfrage.
Dass der Anstieg beim Sprit im Verhältnis geringer ausfiel, könnte
laut Laberer auch daran gelegen habe, dass insbesondere Diesel in
den letzten Wochen seiner Ansicht nach im Vergleich zum Ölpreis zu
teuer war. "Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas
geringer aus."
Wer aktuell beim Tanken sparen will, dem rät Laberer weiterhin zu
den Abendstunden - dann ist Sprit in der Regel günstiger als am
Morgen. Zudem lohne es sich jetzt erst recht, zu vergleichen, betont
er. "Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede
zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen."
Es kommt aufs Rohöl an
Der Ölpreis ist - in Kombination mit dem Dollarkurs - typischerweise
der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit und Heizöl. Die
Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch
deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von
Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte
passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen
Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die
internationalen Märkte verunsichern./ruc/DP/nas
ISIN US20825C1045 GB0007980591 AT0000743059 US30231G1022 GB00BP6MXD84
AXC0306 2026-03-02/16:53
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Autor: - dpa-AFX
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