| ROUNDUP 2: Auswärtiges Amt schickt Chartermaschinen in Golfregion |
| 02.03.2026 17:33:00 |
(neu: weitere Details)
BERLIN (dpa-AFX) - Hoffnung für einen Teil der im Nahen Osten
gestrandeten deutschen Urlauber auf eine baldige Rückkehr in die
Heimat: Das Auswärtige Amt bereitet die Rückholung von Kranken,
Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor. Sie will dazu
gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und
Maskat (Oman) schicken, wie Außenminister Johann Wadephul in Berlin
ankündigte.
Grundsätzlich sieht die Bundesregierung jedoch die Reiseveranstalter
und Fluglinien in der Verantwortung, ihre Kunden nach Deutschland
zurückzubringen.
Das Bereitstellen von Flugzeugen für besonders vulnerable Gruppen
sei das Mittel zweiter Wahl, sagte Wadephul. "An allererster Stelle
müssen natürlich die Reiseverkehrsunternehmen hier eintreten. Und an
dritter Stelle, wenn all das nicht reichen sollte, dann würden wir
gegebenenfalls auf die Bundeswehr zurückgreifen." Ein Sprecher des
Bundesverteidigungsministeriums hatte zuvor erklärt: "Die Bundeswehr
ist wirklich das letzte Mittel der Wahl."
Rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter sitzen fest
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen
derzeit Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen
oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten.
Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe
liegen in Häfen fest. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV)
sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Ein
Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies "eine einigermaßen
verlässliche Größe".
Israel und die USA hatten am Samstagfrüh Luft- und Raketenangriffe
auf den Iran begonnen, bei denen auch Staatsoberhaupt Ajatollah Ali
Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf
Israel sowie auf Ziele in der Golfregion.
Auswärtiges Amt entsendet Krisenunterstützungsteams
Wadephul teilte mit, dass das Auswärtige Amt auch
Krisenunterstützungsteams nach Maskat, Doha und Dubai entsenden
werde. "Weitere Teams erkunden die Lage an den Grenzübergängen."
Dabei gehe es um die Möglichkeit des Grenzübergangs in Richtung von
Ländern wie den Oman und Saudi-Arabien, deren Luftraum noch geöffnet
sei. Ein Team der deutschen Botschaft in Kairo unterstütze den
Grenzübertritt aus Israel.
Der Außenminister betonte, das Auswärtige Amt koordiniere sich sehr
eng mit der Reiseindustrie. Er sei im Gespräch unter anderem mit der
Lufthansa , dem Reisekonzern Tui und
dem Deutschen Reiseverband. "Wir haben zusammen ein Ziel: Wir wollen
Deutschen helfen, nach Hause zu kommen."
Lufthansa hat Transportkapazitäten
Er habe auch mit dem Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr
telefoniert, sagte Wadephul. Die Lufthansa habe grundsätzlich
Kapazitäten, um Deutsche nach Hause zu bringen. "Die Voraussetzungen
müssen jedoch immer im Einzelfall geprüft werden."
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte, die Region habe
eine sehr gut ausgebaute Luftverkehrsinfrastruktur. Sie zähle zu den
besten weltweit. Rund um den Iran gebe es befreundete Länder, die
Möglichkeiten für eine zivile Ausreise zuließen, wenn der Luftraum
offen sei. Es seien jetzt in allererster Linie die Airlines und die
Reiseveranstalter zuständig.
Auch andere Länder fliegen Bürger aus
Auch andere Länder wie Italien fliegen erste Staatsbürger aus. Ein
Charterflug mit 127 Italienern an Bord startete von Maskat, wie das
Außenministerium in Rom mitteilte. Die Menschen saßen demnach im
Oman fest oder waren zuvor mit Unterstützung der italienischen
Behörden aus Dubai dorthin gebracht worden. Nach Angaben von
Minister Antonio Tajani halten sich Zehntausende Italiener derzeit
in der Golfregion auf.
Tschechien kündigte an, zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten zu
schicken, um Bürger des EU- und Nato-Mitgliedstaats in Sicherheit zu
bringen. Eine Maschine werde in den ägyptischen Küstenort Scharm el
Scheich fliegen, die andere in die jordanische Hauptstadt Amman,
sagte Regierungschef Andrej Babis nach einer Sitzung des nationalen
Sicherheitsrats in Prag.
Reiseveranstalter reagieren
Der Reisekonzern Dertour teilte mit, derzeit halte sich eine
niedrige vierstellige Zahl seiner Gäste in von Reisewarnungen
betroffenen Ländern im Nahen Osten auf. Sie seien informiert worden
und würden vor Ort betreut. Das Unternehmen richtete zudem eine
Rund-um-die-Uhr-Hotline für Kunden der Veranstalter Dertour, ITS,
Meiers Weltreisen und Clevertours ein.
Bis einschließlich Donnerstag sagte Dertour alle Reisen in die
genannten Länder mit Reisewarnung ab. Betroffene Kunden können
kostenfrei umbuchen oder erhalten den Reisepreis zurück. Auch für
Transit-Reisende, deren Flüge gestrichen wurden, suche man nach
Alternativen.
Luftdrehkreuze sind gestört
Besonders betroffen sind internationale Umsteigeflughäfen in der
Golfregion. An den Flughäfen von Dubai wurde der Flugverkehr
zeitweise ausgesetzt. Nach Angaben der dortigen Generalbehörde für
Zivilluftfahrt werden rund 20.200 Passagiere betreut, deren Flüge
verschoben werden mussten. Unterkünfte, Mahlzeiten und Erfrischungen
wurden bereitgestellt. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten
an, alle Unterbringungs- und Verpflegungskosten für gestrandete
Passagiere zu übernehmen.
Der Deutsche Reiseverband rät Urlaubern, den Anweisungen der
örtlichen Behörden zu folgen, in ihren gebuchten Hotels zu bleiben
und nicht eigenständig zu Flughäfen oder in Nachbarländer zu reisen.
Sobald die Lufträume wieder geöffnet sind, wollen die Veranstalter
über Rückreisemöglichkeiten informieren.
Die Lufthansa meidet den Nahen Osten weitgehend. Bis einschließlich
8. März werde der Luftraum über Israel, Libanon, Jordanien und Irak
nicht von den Airlines der Lufthansa-Gruppe genutzt, teilte die
Fluggesellschaft mit. Auch Qatar, Kuweit, Bahrain, Dammam und Iran
seien von dieser Vorsichtsmaßnahme betroffen. Zudem werde der
Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich 4.
März nicht genutzt. Qatar Airways teilte mit, der Flugbetrieb bleibe
wegen der Sperrung des Luftraums über Katar vorübergehend
ausgesetzt.
Kreuzfahrtgäste warten ebenfalls auf Weiterreise
Beim Reisekonzern Tui wartet man nach Angaben eines Sprechers
derzeit vor allem darauf, dass die Lufträume wieder geöffnet werden.
"Im Moment kann man wirklich nur eines machen: Man kann sich um die
Gäste vor Ort kümmern", sagte er. Eigene Flüge oder Hotels betreibe
Tui in der Region nicht, sondern arbeite dort mit
Drittfluggesellschaften und Partnerhotels zusammen.
Auch Kreuzfahrtschiffe bleiben wegen der angespannten Lage in Häfen
der Region, darunter die "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" des
Anbieters Tui Cruises mit einer möglichen Kapazität für insgesamt
gut 5.000 Reisende./sk/DP/nas
ISIN DE0008232125 DE000TUAG505
AXC0323 2026-03-02/17:33
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 24.638,00 | -646,26 | -2,56% |
| TecDax | 3.721,86 | -66,06 | -1,74% |
| MDAX | 30.863,12 | -697,22 | -2,21% |
| Dow Jones (EOD) | 48.904,78 | -73,14 | -0,15% |
| Nasdaq 100 | 24.992,60 | 32,57 | 0,13% |
| S & P 500 (EOD) | 6.881,62 | 2,74 | 0,04% |
| SMI | 13.834,10 | -180,20 | -1,29% |
|
| EUR/US$ | 1,1699 | 0,00 | 0,09% |
| EUR/Yen | 184,0957 | 0,16 | 0,09% |
| EUR/CHF | 0,9115 | 0,00 | 0,04% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8723 | 0,00 | 0,04% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | -0,06% |
| CHF/US$ | 1,2835 | -0,00 | -0,05% |
|
| baha Brent Indication | 78,67 | 5,57 | 7,62% |
| Gold | 5.328,84 | 104,25 | 2,00% |
| Silber | 94,67 | 4,66 | 5,17% |
| Platin | 2.356,11 | -21,82 | -0,92% |
| |
|
|