| ROUNDUP/Bürgergeld vor Beschluss: 'Kapitel abgeschlossen' |
| 02.03.2026 18:02:00 |
Die Koalition will in dieser Woche die geplante
Umgestaltung des Bürgergelds in eine neue Grundsicherung
beschließen. Das Parlament entscheidet an diesem Donnerstag nach
einer einstündigen Debatte, wie der Bundestag mitteilte. Union und
SPD einigten sich auf letzte Details, wie die Deutsche
Presse-Agentur aus Koalitionskreisen in Berlin erfuhr. Zuerst hatte
der "stern" darüber berichtet. Die Reform soll verschärfte Regeln
für die rund 5,3 Millionen Bezieherinnen und Bezieher des
Bürgergelds bringen - etwa Totalsanktionen bei drei versäumten
Jobcenter-Terminen.
Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marc Biadacz
(CDU), sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das Kapitel Bürgergeld
ist abgeschlossen." Mit der Reform werde ein neues Kapitel
aufgeschlagen. "Wir schaffen ein System, das denen, die sich
ernsthaft bemühen, eine echte Perspektive bietet und gleichzeitig
deutlich macht: Wer Unterstützung sucht, muss auch Verantwortung
übernehmen", sagte Biadacz.
Letzte Details
Letzte Änderungen haben kleinere, wenn auch wichtige Details
betroffen, hieß es aus Fraktionskreisen. Die
SPD-Arbeitsmarktexpertin Annika Klose nannte etwa den Schutz von
Familien mit Kindern. Härten bei angespannten Wohnungsmärkten sollen
abgewendet werden. Auch solle die Arbeitsmarktintegration vor allem
für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen gestärkt
werden. Die vielen Langzeitarbeitslosen mit Gesundheitsproblemen
sollen demnach etwa leichter an Rehas kommen.
"Zudem werden wir bei der Bekämpfung von Schwarzarbeitsbekämpfung
Arbeitgeber stärker in die Pflicht nehmen", sagte Klose der dpa.
"Die Änderungen stellen eine sinnvolle Ergänzung des Gesetzes dar
und haben unsere volle Unterstützung."
Laut "stern" sollen Jobcenter bei Terminversäumnissen zudem künftig
ein amtsärztliches Attest verlangen können, nicht nur einen
Krankenschein vom Hausarzt. Das Gesetz, das noch vom Bundesrat
gebilligt werden muss, soll großteils am 1. Juli 2026 in Kraft
treten.
"Notwendig, gerecht und fair"
"Sanktionen bei Pflichtverletzungen sind notwendig, gerecht und
fair", sagte Biadacz. Der Schutz von Familien bei den Kosten für die
Unterkunft bleibe gewährleistet.
Auf die Betroffenen kommt auch ein härteres Vorgehen beim Vermögen
zu. So sieht der Gesetzentwurf die Abschaffung einer festen
Karenzzeit für Schonung von Vermögen vor. Vorrangig soll eigenes
Einkommen und Vermögen eingesetzt werden, bevor Grundsicherung
fließt.
Das Bürgergeld in heutiger Form gilt seit Anfang 2023. Damals wurde
unter anderem Weiterbildung Vorrang vor direkter Job-Vermittlung
gegeben - nun wird dieses Prinzip wieder umgekehrt. Vor allem die
Union war für strengere Regeln und die Streichung des Worts
"Bürgergeld" eingetreten. Die Einsparungen durch die Reform sollen
im zweistelligen Millionenbereich überschaubar bleiben./bw/DP/nas
AXC0335 2026-03-02/18:02
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Autor: - dpa-AFX
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