| ROUNDUP: Trump kündigt Ausweitung der Angriffe auf Iran an |
| 02.03.2026 18:43:00 |
Drei Tage nach Beginn der
israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat US-Präsident
Donald Trump die Ausweitung der Attacken angekündigt. "Wir haben
noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen", sagte er dem
Sender CNN. "Die große Welle kommt bald." Er gehe von etwa vier
Wochen Krieg aus, fügte Trump hinzu. Der Iran wäre nach seinen
Worten schon bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen
US-Territorium zu treffen.
USA nennen drei Kriegsziele
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat Befürchtungen entgegen,
es könne Krieg wie im Irak werden. "Dies ist kein endloser Krieg",
sagte Hegseth, der sich als Kriegsminister bezeichnet, in
Washington. Die USA haben ihm zufolge ihre Lehren aus der
Vergangenheit gezogen und gehen mit einem klaren Fokus in den Krieg:
"Die Raketenbedrohung zerstören, die Marine zerstören, keine
Atomwaffen." Ob für die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen
eingesetzt werden sollen, blieb unklar. Ausdrücklich ausschließen
wollte Trump das nicht.
Unterdessen wächst die Sorge vor einem Flächenbrand im Nahen Osten.
Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an, Teheran
antwortet mit Gegenschlägen auf Israel und andere Länder. Inzwischen
hat der Krieg nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon
erfasst.
Trump spricht von mehreren Wochen Krieg
Trump sagte, die Attacken liefen bislang sehr gut. "Wir prügeln sie
windelweich." Er bekräftigte sein Ziel, den Krieg in etwa vier
Wochen zu beenden. "Wir sind dem Zeitplan sogar voraus." Bislang
hätten die USA 49 iranische Anführer ausgeschaltet. "Sie wissen
nicht einmal, wer sie derzeit anführt", sagte er.
Als größte Überraschung nannte Trump die Angriffe des Irans auf die
arabischen Staaten in der Region und deren Reaktion. "Sie wollten
sich nur sehr geringfügig beteiligen. Und jetzt bestehen sie darauf,
einbezogen zu werden", sagte er. "Sehr enttäuscht" zeigte sich Trump
vom britischen Premierminister Keir Starmer, der die Nutzung
britischer Stützpunkte durch die US-Armee zu spät erlaubt habe.
Hegseth kritisiert Verbündete: Zögern und Zaudern
Auch Minister Hegseth kritisierte frühere Partner der USA scharf.
"Fähige Partner, wie wir von Anfang an gesagt haben, fähige Partner
sind gute Partner", sagte mit Blick auf Israel. Im Gegensatz dazu
stehen ihm zufolge die "traditionellen Verbündeten", die sich empört
geben und "beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern".
Konkrete Länder nannte Hegseth nicht. "Amerika, unabhängig davon,
was sogenannte internationale Institutionen sagen, entfesselt die
tödlichste und präziseste Luftangriffskampagne der Geschichte."
Spanien betonte, die US-Basen Morón und Rota im eigenen Land seien
nicht für die Angriffe auf den Iran genutzt worden, weil diese
einseitig und ohne eine internationale Resolution erfolgt seien.
Zahlreiche Todesopfer und neue Angriffswelle
In dem am Samstag begonnenen Krieg sind bereits zahlreiche Menschen
getötet worden. Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds
mindestens 555 Tote. Bei israelischen Angriffen im Libanon wurden
nach örtlichen Angaben Dutzende Menschen getötet und mehr als
hundert verletzt. Auch in Israel gab es Tote und Verletzte durch
iranische Gegenangriffe. Das US-Militär teilte mit, vier US-Soldaten
seien getötet worden.
Israel und die USA griffen Hunderte Ziele im Iran an. Dazu zählen
nach ihren Angaben Raketenabschussrampen, Anlagen des umstrittenen
Atomprogramms, Hauptquartiere der Militärführung sowie Vertreter der
politischen Führung. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei
wurde am Samstag getötet.
Aus Sicht der UN-Atomwächter hat es jedoch keine Anzeichen für ein
Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. "Wir sehen kein strukturiertes
Programm zur Herstellung von Atomwaffen", sagte der Chef der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in Wien.
Hegseth: Kein "Regimewechselkrieg"
Der Militäreinsatz soll Minister Hegseth zufolge nicht
notwendigerweise zu einem Machtwechsel in Teheran führen. "Dies ist
kein sogenannter "Regimewechselkrieg", aber das Regime hat sich
tatsächlich geändert, und die Welt ist dadurch besser dran", sagte
er in Washington. Ebenso wie die USA setzt auch Israel auf einen
Umsturz im Iran durch die Bevölkerung. Es sei das angestrebte
Ergebnis, "dass das iranische Volk in der Lage sein wird, dieses
Regime für sich selbst zu beseitigen, und damit auch für uns, für
die gesamte Region und für die ganze Welt", sagte der israelische
Verteidigungsminister Israel Katz.
Golfstaaten unter Beschuss - Kampfjets stürzen ab
Die Golfstaaten werden immer weiter in den Konflikt hineingezogen.
Die kuwaitische Luftverteidigung schoss unterdessen versehentlich
mehrere US-Kampfjets ab, wie das zuständige Regionalkommando des
US-Militärs (Centcom) mitteilte. Die Besatzungen hätten überlebt.
Frankreich sagte den Golfstaaten Unterstützung zu. Man sei bereit,
sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen, sagte Außenminister
Jean-Noël Barrot in Paris.
Drohenalarm auf EU-Inselstaat Zypern
Auch auf dem EU-Inselstaat Zypern kam es in der Nacht zum Montag zu
einem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri in der
Nähe der Hafenstadt Limassol. Die Drohne war vom Typ "Shahed", wie
der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese
Drohnen werden hauptsächlich im Iran produziert. Später wehrte der
Stützpunkt zwei weitere unbemannte Flugobjekte ab.
Israel beginnt weitere Angriffswelle im Libanon
Israel bombardierte nach Beschuss aus dem Libanon erneut Stellungen
der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz. Dabei sei Hussein
Makled, der Chef des Geheimdiensthauptquartiers der Hisbollah Miliz,
getötet worden, teilte die israelische Armee mit. Tausende
Zivilisten flohen vor allem aus dem Südlibanon gen Norden.
Zehntausende Reisende gestrandet
Wegen des Krieges sitzen auch Zehntausende Reisende fest, die im
Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als
Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands
(DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter
betroffen. Für einen Teil der gestrandeten deutschen Urlauber gab es
Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Heimat: Das Auswärtige Amt
bereitet die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der
Konfliktregion vor./arb/DP/nas
AXC0349 2026-03-02/18:43
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Autor: - dpa-AFX
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