| AKTIE IM FOKUS 2: Beiersdorf schwer belastet von schwachem Ausblick |
| 03.03.2026 10:47:00 |
(Neu: mehr Analysten und Details)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Bei Beiersdorf hat am
Dienstag ein schwacher Ausblick im großen Stil die Anleger
vergrault. In einem Marktumfeld, das im Zuge des Iran-Kriegs von
weiteren Kursverlusten wegen Ölpreissorgen geprägt war, brach der
Kurs des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns um mehr als 15 Prozent
ein. Die Aktien rutschten unter der 90-Euro-Marke auf ein Tief seit
Anfang Dezember.
Das ist ein großer Dämpfer für den Kursanstieg der vergangenen
Monate: Seit Anfang Dezember hatte sich der Kurs erholt von 90 Euro
bis auf ein Hoch seit Juli bei 110 Euro Ende Februar - allerdings
von einem niedrigen Niveau aus. Denn: 2025 waren die Aktien mit
einem Rückgang um fast ein Viertel der drittschlechteste Dax-Wert.
Charttechnisch trübt sich die Lage nun massiv ein: Nach der Linie
des 21-Tage-Durchschnitts am Vortag wurden nun auch die 50-, 100-
und 200-Tage-Linien unterschritten. Also wesentliche Indikatoren für
den kurz- bis langfristigen Trend.
2026 sei von einem "flachen bis leicht wachsenden organischen
Umsatz" und einer operativen Umsatzrendite gemessen am Gewinn vor
Zinsen und Steuern (Ebit) ohne Sondereffekte "leicht unter" dem
Vorjahresniveau auszugehen, hatte Beiersdorf am Vorabend mitgeteilt.
Callum Elliott von Bernstein Research schrieb, um den Ausblick werde
es Diskussionen geben, ob er konservativ oder schlicht enttäuschend
sei. Gemessen an der Kursentwicklung entschieden sich Anleger für
letzteres.
"Wir hatten mit einer schwachen Prognose gerechnet", schrieb Analyst
Warren Ackerman von der britischen Barclays-Bank. Ein stagnierendes
organisches Wachstum in der Consumer-Sparte und sinkende Margen
seien jetzt aber noch schwächer als gedacht. Er verwies dabei vor
allem auf die Hautpflege-Kernmarke.
"Nivea hat die Erwartungen bis 2025 nicht erfüllt und es gibt noch
viel zu tun, um das Ruder in einem schwachen Hautpflegemarkt
herumzureißen", schrieb der Experte. Neue Aktienrückkäufe, die
Beiersdorf ankündigte, könnten die operativen Sorgen kaum
übertünchen, fuhr der Barclays-Experte fort.
"Beiersdorf leidet weiterhin unter der Schwäche des
Hautpflege-Massenmarktes mit Mengen- und Preisdruck sowie einer
Nachfrageverschiebung zu Handelsmarken", kommentierte Thomas Maul
von der DZ Bank. Eine schnelle Erholung zeichne sich nicht ab. Nivea
habe im Schlussquartal die Erwartungen verfehlt. Auf Konzernebene
wies er darauf hin, dass Beiersdorf im ersten Quartal eine
organische Umsatzentwicklung noch unter der enttäuschenden
Gesamtjahresspanne erwarte.
Cedric Besnard von der Citigroup nannte neben Nivea eine generell
schwierige Marktlage als Begründung für den schwachen Ausblick. Den
Korrekturbedarf beim Analystenkonsens bezifferte er auf drei bis
vier Prozent, während David Hayes von Jefferies diesen sogar bei
etwa fünf Prozent sieht./tih/err/mis
ISIN DE0005200000
AXC0164 2026-03-03/10:47
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Autor: - dpa-AFX
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