| AKTIEN IM FOKUS: Chemiewerte schwer belastet von Öl- und Gaspreissorgen |
| 03.03.2026 13:25:00 |
Die Aktien aus dem deutschen Chemiesektor
haben am Dienstag weiterhin besonders stark unter Iran-Krieg
gelitten. Im Dax waren die Titel des Branchenriesen
BASF und des Agrarchemiekonzerns Bayer
zuletzt mit bis zu fünf Prozent unter den größten Verlierern.
Im MDax galt dies für Wacker Chemie ,
Lanxess und Evonik mit Abgaben
zwischen 5,6 und 8,4 Prozent.
Verängstigt reagieren die Anleger am Dienstag vor allem auf die
weiter steigenden Öl- und Gaspreise, weil die Sicherheit auf der für
den Öl- und Flüssiggas-Export wichtigen Schifffahrtsstraße von
Hormus nicht gewährleistet ist.
Analyst James Hooper von Bernstein Research fürchtet, dass steigende
Preise für Energieträger in der Chemiebranche zu Lasten der Margen
geht. Sollte die Situation länger so bleiben, geht er davon aus,
dass auch die Konsumlaune der Menschen gebremst wird - und damit
einer breiten Erholung der Nachfrage im Weg steht, die die
Chemieindustrie in ihrer Krise eigentlich brauche.
Die Schläge der USA und Israels gegen den Iran haben seit dem
Wochenende vor allem die europäischen Gaspreise kräftig in die Höhe
getrieben. Am Dienstag erreichte richtungweisende
Erdgas-Terminkontrakt TTF den höchsten Stand seit drei Jahren wegen
eines fortgesetzten Lieferstopps von Flüssiggas aus dem wichtigen
Förderland Katar. Anhaltend hohe Preise könnten die Aktienkurse
belasten, sagte der Analyst Sebastian Bray von der Berenberg Bank
mit Blick auf BASF. Den Gasverbrauch der Ludwigshafener schätzt der
Experte auf rund 30 Terrawattstunden pro Jahr.
Die Aktien des Düngemittelherstellers K+S sowie des
Gasekonzerns Air Liquide entwickelten sich am
Dienstag in der Branche relativ solide mit Abgaben kleiner 1,6
Prozent.
Unternehmen aus dem Gasebereich zählt Bernstein-Experte Hooper in
der aktuellen Situation wegen ihres defensiveren Charakters weiter
zu den Branchenfavoriten.
Es gebe auch vereinzelt Profiteure mit normalerweise starker
Konkurrenz aus dem Iran. Er erwähnte dabei unter anderem Produzenten
von Harnstoff und Ammoniak - Stoffe, die im Düngerbereich eine Rolle
spielen./tih/jsl
ISIN DE000BAY0017 DE000BASF111 DE0005470405 DE000WCH8881 DE000EVNK013
AXC0221 2026-03-03/13:25
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Autor: - dpa-AFX
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