| ROUNDUP 2: Spritpreis steigt immer schneller - Diesel überholt E10 |
| 03.03.2026 15:57:00 |
(mit neuen Zahlen aktualisiert)
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg lässt die Preise für Sprit und
Heizöl weiter steigen. Am Dienstag setzte sich der Anstieg der
vergangenen Tage fort, wie Daten des ADAC und von Heizoel24 zeigen.
Bei Diesel zogen die Preise besonders schnell an. Am Nachmittag um
14.30 Uhr kostete der Kraftstoff im bundesweiten Tagesdurchschnitt
1,921 Euro pro Liter, wie der Verkehrsclub mitteilt. Das waren 9,7
Cent mehr als zur selben Tageszeit am Montag und 17,8 Cent mehr als
am Freitag, vor der Eskalation im Nahen Osten.
Superbenzin der Sorte E10 kostete am Dienstag um 14.30 Uhr 1,895
Euro pro Liter. Das waren 4,6 Cent mehr als am Montag und 11,9 Cent
mehr als am Freitag zu dieser Zeit.
Schon am Montag war der Spritpreis kräftig angestiegen. Im
bundesweiten Tagesdurchschnitt war Super E10 so teuer wie seit Mai
2024 nicht mehr, Diesel so teuer wie seit Oktober 2023 nicht mehr.
Für die aktuellen Werte vom Dienstag ist ein historischer Vergleich
wegen der starken Schwankungen der Spritpreise im Tagesverlauf nicht
sinnvoll.
Diesel ist krisenanfälliger
Mit dem aktuellen Preisanstieg hat Diesel E10 überholt, obwohl
Diesel eigentlich einen deutlichen Steuervorteil hat. "Diesel
reagiert erfahrungsgemäß sensibler auf äußere Faktoren wie Krisen
oder Kriege. Die Preisausschläge - sei es nach oben oder unten -
sind daher meist stärker", erklärte der Kraftstoffmarkt-Experte des
ADAC, Christian Laberer.
Der aktuelle Anstieg der Spritpreise ist zwar deutlich, in der
jüngeren Vergangenheit aber nicht ohne Vergleich. Zu Beginn des
Ukraine-Krieges vor vier Jahren hatte sich Diesel binnen gut zwei
Wochen um mehr als 60 Cent pro Liter verteuert. E10 stieg damals um
rund 50 Cent. Auch bei den Angriffen der USA und Israels auf den
Iran im Juni vergangenen Jahres hatte sich Sprit deutlich verteuert,
Diesel stieg damals um rund 10 Cent - diese Marke hat der Kraftstoff
nun offenbar überschritten.
Heizöl steigt ebenfalls weiter
Auch wer zum Ende der Heizsaison seinen Öltank füllen muss, hat
aktuell ein Problem. Die Seite Heizoel24 gab den Preis für 100 Liter
am Nachmittag mit zwischenzeitlich mehr als 128 Euro an. Das waren
noch einmal rund 10 Euro mehr als am Montag. Noch am Freitag hatte
der Preis unter 100 Euro gelegen.
Hintergrund des weiteren Anstiegs an den Tankstellen und beim Heizöl
dürfte der Ölpreis sein, der weiter zulegte. Er ist - in Kombination
mit dem Dollarkurs - typischerweise der wichtigste Treiber für
Veränderungen bei Sprit und Heizöl. Die Eskalation des Konflikts
treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den
Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund
ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge
in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die
Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte
verunsichern.
Keine Versorgungsengpässe zu befürchten
"Versorgungsengpässe sind nicht zu befürchten, weder bei Benzin und
Diesel, noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff", heißt es vom
Wirtschaftsverband Fuels und Energie. Ein Grund dafür ist, dass
Deutschland Rohöl aus rund 30 Ländern beziehe. "Hauptlieferländer
sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien."
Die steigenden Preise an den Tankstellen begründet man dort damit,
dass Rohöl, aber auch fertiges Benzin und Diesel teurer geworden
sind. "Kritik an deutschen Tankstellengesellschaften und -betreibern
ist unberechtigt", betont ein Sprecher. "Weder die einen noch die
anderen sind für den Nahostkonflikt verantwortlich, der die globalen
Ölpreise und die europäischen Produktpreise für Benzin und Diesel
steigen lässt."
Spritpreisvergleich überlastet
Wer beim Tanken sparen will, sollte die morgendliche Preisspitze
meiden und die Preise verschiedener Tankstellen vergleichen, rät der
ADAC. Gerade in Krisenzeiten mit viel Bewegung gebe es auch große
Unterschiede. Diesen Rat befolgen offenbar viele Menschen. Am
Sonntag hatten laut ADAC fünfmal so viele Menschen den
Spritpreisvergleich des Verkehrsclubs genutzt, was ihn
zwischenzeitlich überlastete. Auch am Montag sei es noch zu kürzeren
Aussetzern gekommen. Inzwischen habe man aber die Serverkapazitäten
angepasst, sagte ein Sprecher./ruc/DP/stw
ISIN US20825C1045 GB0007980591 AT0000743059 US30231G1022 GB00BP6MXD84
AXC0283 2026-03-03/15:57
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Autor: - dpa-AFX
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