| ROUNDUP 2/Gestrandete Touristen: Erster Nahost-Rückholflug am Mittwoch |
| 03.03.2026 17:28:00 |
(Angaben der Lufthansa zum Flug im Auftrag der Bundesregierung)
FRANKFURT/DUBAI/BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung will ihre
Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere unter den in Nahost
gestrandeten Deutschen an diesem Mittwoch starten. Ein erster Flug
sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt des Oman, kündigte
Außenminister Johann Wadephul (CDU) im Sender Welt TV an.
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen
weiterhin Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub
machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen
wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen,
Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
"Wir müssen schauen, wen wir dort mitnehmen können"
Die Bundesregierung werde versuchen, alte, kranke und schwache
Menschen sowie schwangere Frauen und Kinder nach Deutschland
zurückzubringen. "Wir müssen schauen, wen wir dort mitnehmen
können", sagte Wadephul.
Die Lufthansa nannte Details zu dem geplanten
Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung: Demnach soll ein
Jet vom Typ Airbus A340-300 in der Nacht von Mittwoch
auf Donnerstag die Menschen nach Hause bringen. Die Maschine hat in
der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze.
Wie viele Passagiere mit an Bord sein könnten, wollte der Minister
nicht sagen. Dies werde sich nach der Größe des Flugzeuges richten,
die er noch nicht exakt kenne. Es werde aber eine Maschine in der
Größenordnung sein, mit der auch sonst üblicherweise Touristen über
entsprechend große Entfernungen transportiert würden.
Passagiere müssen über Landweg nach Oman reisen
Man müsse "ein bisschen danach gehen, welche Personen da sind",
sagte Wadephul. Die Passagiere müssten teils zunächst aus den
Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in den Oman ausreisen. Das
Auswärtige Amt habe in diesem Zusammenhang sein Personal verstärkt.
"Aber es hängt natürlich auch davon ab: Wer schafft diesen Landweg.
Wer kann sich ein Fahrzeug besorgen." Hier sei man auf eine enge
Zusammenarbeit mit den Reiseverkehrsunternehmen angewiesen. Zudem
werde der eine oder andere auch individuell anreisen.
Allen anderen deutschen Staatsbürgern außerhalb dieser besonders
hilfsbedürftigen Gruppe müsse man entweder noch einen längeren
Aufenthalt zumuten oder anbieten, direkt von den Vereinigten
Arabischen Emiraten aus nach Deutschland zu fliegen. "Ich bin guter
Dinge, dass wir jetzt in den nächsten Tagen vorankommen", so dass
"die allermeisten der deutschen Touristen endlich zurückkommen
können nach Deutschland", sagte Wadephul.
Emotionales Wiedersehen: Flieger aus Dubai in Frankfurt gelandet
Unterdessen landete nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des
Iran-Krieges am Dienstag ein erstes Flugzeug der Fluggesellschaft
Emirates aus Dubai wieder in Frankfurt am Main. Der Linienflieger
landete um kurz nach 13.30 Uhr. Ein Ehepaar wartete am Gate sehr
besorgt auf den Sohn, eine Frau hatte rote Rosen für ihren Partner
dabei.
Einige Passagiere zeigten sich erleichtert, wieder in Deutschland zu
sein. Bei einer Begrüßung flossen Tränen. Ein Fluggast erzählte,
dass er das Ticket selbst am Montagabend bei Emirates gebucht habe.
Andere berichteten, sie hätten Hilfe vom Hotel bekommen oder am
Flughafen noch Tickets erhalten. Wie viele Passagiere insgesamt an
Bord waren, teilte die Airline zunächst nicht mit.
Am Münchner Flughafen sollte am Abend eine Sondermaschine von
Emirates aus Dubai ankommen. An Bord sind nach Angaben eines
Sprechers des Reisekonzerns Tui voraussichtlich rund
200 Tui-Gäste.
Emirates: Begrenzte Zahl an Rückkehrer-Flügen läuft wieder
Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Samstag eine teilweise
Schließung ihres Luftraums angekündigt und alle Flüge an den
Flughäfen von Dubai ausgesetzt. Am Montag teilte das Medienbüro von
Dubai am Abend mit, es werde wieder eine kleine Anzahl an Flügen
möglich. Emirates erklärte, eine begrenzte Zahl an Rückkehrer- und
Frachtflügen laufe wieder. Etihad Airways mit Sitz in Abu Dhabi flog
laut Flugzeugtrackern unter anderem London, Paris, Amsterdam und
Moskau an.
Warum die Flüge nun teils wieder aufgenommen wurden, teilten die
emiratischen Behörden nicht mit. Denn die Gefahr iranischer Angriffe
im Land und der Region besteht weiterhin. Ziel ist vermutlich,
zumindest teilweise eine Heimkehr für gestrandete Touristen zu
ermöglichen. Die Emirate wollen auch den Eindruck vermitteln, dass
der Alltag im Land trotz der Angriffe weitergeht - dazu zählt auch
eine schrittweise Normalisierung des Flugverkehrs.
Nach Angaben des DRV sind derzeit allein rund 30.000 Kunden
deutscher Reiseveranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen
Amts nannte dies "eine einigermaßen verlässliche Größe".
Kritik am Vorgehen der Bundesregierung
Aus der Opposition kommt weiter Kritik am Krisenmanagement der
Bundesregierung. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann forderte
einen entschlosseneren Einsatz zur Rückholung deutscher
Staatsbürger. "Die Bundesregierung muss jetzt dafür Sorge tragen,
dass die Zivilistinnen und Zivilisten, die in der Region festsitzen,
weil es keine Möglichkeit für Flüge gibt, nach Deutschland kommen
können", sagte sie. "Wir haben hier eine Schutzverantwortung."
Außenminister Wadephul korrigierte derweil eine Äußerung im
ZDF-"heute-journal" zum Zeitpunkt einer offiziellen Reisewarnung des
Auswärtigen Amts für die Golfstaaten. "Ich bedaure den Irrtum im
@heutejournal gestern", schrieb der CDU-Politiker auf X. Die
formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit
dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne
seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen
im Flugverkehr. Wadephul hatte am Montagabend in der Sendung auf
mehrere Nachfragen von Moderatorin Marietta Slomka mehrfach darauf
beharrt, dass es bereits vor dem 28. Februar eine Reisewarnung
gegeben habe.
Auch erste Rückholflüge von Reiseveranstaltern geplant
Deutsche Reiseveranstalter arbeiten parallel weiter an der Rückreise
festsitzender Urlauber. "Es geht darum, die Gäste zu beruhigen,
Sachlichkeit, transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, damit
eben keine Panik ausbricht", sagte Anke Budde, Präsidentin der
Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, im rbb-Inforadio. Zugleich
warnte sie vor wirtschaftlichen Folgen, falls mit Dubai und Doha
wichtige internationale Drehkreuze länger eingeschränkt bleiben. "Es
herrscht eine große Unsicherheit."
Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) setzt auf enge Abstimmung mit
Behörden. DRV-Sprecher Thorsten Schäfer bekräftigte im
Deutschlandfunk die Empfehlung des Auswärtigen Amts, "im Hotel zu
bleiben und sich nicht auf eigene Faust in ein anderes Land oder zum
Flughafen zu begeben"./pls/DP/stw
ISIN DE0008232125 DE000TUAG505 NL0000235190
AXC0318 2026-03-03/17:28
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Autor: - dpa-AFX
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