| ROUNDUP 4: Angriffe auf Irans Machtzentrum - Merz betont Einigkeit |
| 03.03.2026 19:20:00 |
Mit neuen schweren
Luftangriffen im Iran hat Israel erneut auf den mächtigen
Führungsapparat im Land abgezielt. Seit Beginn der Angriffe an der
Seite der USA am Samstag kamen im Iran nach Angaben der
Hilfsorganisation Roter Halbmond fast 800 Menschen ums Leben. Bei
iranischen Gegenangriffen auf Israel gab es erneut Verletzte durch
Raketentrümmer. Auch in den Golfstaaten sorgen sie weiter für
Verwerfungen.
Angriff auf Regierungsgebäude im Iran
Bei den neuen US-israelischen Angriffen im Iran wurde nach
Medienberichten auch das Gebäude eines Expertenrats einflussreicher
Geistlicher in der Stadt Ghom schwer beschädigt. Es gab
widersprüchliche Angaben zu der Frage, ob dort zum Zeitpunkt des
Angriffs gerade ein Gremium iranischer Geistlicher tagte, das einen
Nachfolger von Ajatollah Ali Chamenei bestimmen soll.
Staatsoberhaupt Chamenei war am Samstag bei einem israelischen
Angriff getötet worden.
Israels Armee startete nach eigenen Angaben zudem eine großangelegte
Angriffsserie in Teheran. Ziel der Luftangriffe sei Infrastruktur
der Führung, teilte die Armee mit. Einwohner der Stadt berichteten
von schweren Explosionen. In der Nacht hatten Kampfflugzeuge auch
das Präsidentenbüro attackiert.
UN: Angriff auf Schule im Iran könnte Kriegsverbrechen sei
Die Hilfsorganisation Roter Halbmond sprach von Angriffen in mehr
als 150 Städten im Iran. Tausende Mitarbeiter von Rettungsdiensten
seien landesweit im Einsatz. Das UN-Menschenrechtsbüro ging am
Dienstag auf Berichte über einen Angriff auf eine Mädchenschule am
Samstag mit fast 200 Toten ein und verlangte eine umfassende
Untersuchung. Nach Angaben einer Sprecherin könnte es sich um ein
Kriegsverbrechen handeln. Israelische Vertreter hatten gesagt, ihnen
seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der besagten Region
bekannt. Sie wollten die Berichte ebenso wie die Amerikaner prüfen.
Am Dienstag kamen Menschenmassen zu Trauerfeiern in der betroffenen
Stadt zusammen.
Merz betont Übereinstimmung mit Trump
Derweil traf Bundeskanzler Friedrich Merz am Dienstag kurz nach
Kriegsausbruch als erster europäischer Regierungschef persönlich
US-Präsident Donald Trump, um über die Entwicklungen zu sprechen.
Bei dem Treffen im Weißen Haus begründete Trump den Krieg erneut mit
eigenen Sicherheitsinteressen - und nicht mit einer Entscheidung
Israels. "Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter
Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit", sagte
der US-Präsident. Er sei bereits während der Verhandlungen mit dem
Iran sicher gewesen, dass Teheran zuerst angreifen werde. "Und ich
wollte nicht, dass das passiert."
Trump hatte am Samstag gesagt, die iranische Raketenbedrohung solle
beseitigt und die Marine zerstört werden. Das Land dürfe außerdem
keine Atomwaffen haben.
Merz betonte bei dem Treffen Übereinstimmung in der Iran-Politik.
"Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran
gestürzt werden muss." Man werde auch "über die Zeit danach
sprechen, darüber, was dann geschieht, wenn sie gestürzt sind".
Trump zufolge haben die USA noch keinen konkreten Plan für die
politische Nachfolge im Iran. "Viele der Leute, die wir im Auge
hatten, sind tot", sagte er.
Neue Schäden auf Gelände von Urananreicherungsanlage
Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) bestätigte
derweil neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen
Urananreicherungsanlage in Natans. Die Organisation geht nicht davon
aus, dass Radioaktivität freigesetzt und die Anlage weiter
beschädigt worden ist, wie sie mitteilte. Israel und die Vereinigten
Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des
iranischen Atomprogramms bombardiert.
Iranische Gegenangriffe reißen nicht ab
Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden mehrere
Menschen im Zentrum des Landes verletzt. Der israelische TV-Sender
N12 berichtete von Einschlägen von Raketen- und Trümmerteilen rund
um die Küstenmetropole Tel Aviv. Zuvor hatte es in weiten Teilen des
Landes Luftalarm gegeben und Sirenen hatten geheult. Zahlreiche
Einwohner harrten in Schutzräumen aus.
Der Iran setzte auch seine Angriffe in der Golfregion fort. Die
katarische Regierung sieht mittlerweile "rote Linien" überschritten.
Nicht nur attackiere der Iran militärische Ziele, sondern nehme auch
lebenswichtige Infrastruktur ins Visier. Auch aus anderen Ländern
wurden Angriffe gemeldet.
Die US-Botschaften in Saudi-Arabien und Kuwait blieben vorerst
geschlossen, auch die US-Botschaft im Libanon schloss sich dem
Schritt an. In Riad und Kuwait hatte es Drohnenangriffe gegeben.
Israel schickt weitere Bodentruppen in den Libanon
Israel setzte derweil auch Angriffe auf Ziele der mit dem Iran
verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon fort und schickte weitere
Bodentruppen in den Süden des Nachbarlands. Israels Armee war dort
zuletzt an fünf Posten stationiert. Nun sind Soldaten den Angaben
nach auf weitere Punkte nahe der Grenze vorgerückt. Dies solle
Angriffe auf israelische Grenzgemeinden verhindern, teilte Israels
Verteidigungsminister Israel Katz mit. Die Hisbollah beanspruchte
mindestens sieben Angriffe auf Israel für sich.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte der Hisbollah
mit einer weiteren Verschärfung der Angriffe. Die Hisbollah hatte in
der Nacht zum Montag als Reaktion auf die Tötung Chameneis Raketen
in Richtung Israel abgefeuert. Daraufhin begann das israelische
Militär zahlreiche Ziele im Libanon anzugreifen, vor allem im Süden
des Landes und in den südlichen Vororten von Beirut. Diese Gebiete
gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah./lkl/DP/stw
AXC0363 2026-03-03/19:20
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 23.790,65 | -847,35 | -3,44% |
| TecDax | 3.617,31 | -104,55 | -2,81% |
| MDAX | 29.801,02 | -1.062,10 | -3,44% |
| Dow Jones (EOD) | 48.501,27 | -403,51 | -0,83% |
| Nasdaq 100 | 24.720,08 | -272,52 | -1,09% |
| S & P 500 (EOD) | 6.816,63 | -64,99 | -0,94% |
| SMI | 13.404,93 | -429,17 | -3,10% |
|
| EUR/US$ | 1,1605 | -0,00 | -0,07% |
| EUR/Yen | 182,4558 | -0,70 | -0,38% |
| EUR/CHF | 0,9059 | -0,00 | -0,24% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8704 | 0,00 | 0,12% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | 0,35% |
| CHF/US$ | 1,2810 | 0,00 | 0,18% |
|
| baha Brent Indication | 80,88 | 2,21 | 2,81% |
| Gold | 5.042,70 | -286,15 | -5,37% |
| Silber | 81,28 | -13,39 | -14,14% |
| Platin | 2.124,14 | -231,97 | -9,85% |
| |
|
|