| AKTIE IM FOKUS: Ausblick hält Bayer unter Druck - Jahresgewinne aufgezehrt |
| 04.03.2026 11:17:00 |
Die Euphorie bei Bayer für eine
mögliche Lösung der US-Glyphosat-Klagewelle und neue Medikamente in
der Pharmasparte verfliegt weiter. Seitdem die Aktien im Februar
wegen eines angestrebten milliardenschweren Sammelvergleichs fast
die 50-Euro-Marke erreicht hatten, befindet sich ihr Kurs auf einer
stetigen Talfahrt. An diesem Mittwoch nun enttäuschte der Konzern
ein Stück weit mit seinem Ausblick auf das laufende Geschäft für
2026.
Am Vormittag wurden die Aktien auf Xetra drei Prozent tiefer zu
37,13 Euro gehandelt. Die seit dem Jahresbeginn erzielten
Kursgewinne sind damit so gut wie aufgezehrt. 36,69 Euro bedeuteten
im Tagestief den niedrigsten Kurs seit dem letzten Handelstag im
Dezember. Seit Beginn der zuvor starken Kurserholung im November
liegen die Papiere aber weiterhin rund zehn Euro im Plus.
Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten brockten dem Chemie- und
Pharmakonzern 2025, wenig überraschend, einen Milliardenverlust ein.
Mit Blick auf das Tagesgeschäft rechnet Bayer 2026 mit einem
operativen Ergebnis in der Spanne von 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro,
während die Analysten im Schnitt bisher etwas mehr erwartet hatten.
Richard Vosser von JPMorgan und Charles Pitman-King von Barclays
sehen daher Korrekturbedarf an den mittleren Analystenerwartungen im
Größenbereich von bis zu drei Prozent. Ein großer Teil davon sei
aber auf Währungseffekte zurückzuführen, erklärte Vosser.
Seit November hatte Bayer den Anlegern zunächst mit Studiendaten zum
Blutgerinnungshemmer Asundexian Wachstumshoffnungen gemacht, die
eine Kursrally ausgelöst hatten. Zudem setzten Anleger dann im neuen
Jahr auf Fortschritte bei den US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten,
nachdem das höchste US-Gericht, der US Supreme Court, einen Fall zur
Verhandlung angenommen hatte. Bayer hofft hier auf ein positives
Grundsatzurteil, dass bereits im Juni gefällt werden könnte.
Seit Februar strebt der Konzern zudem einem Sammelvergleich an, mit
dem auch die vielen tausend offenen Glyphosat-Klagen beigelegt
werden sollen. Hier muss ein Gericht aber noch zustimmen, und auch
genügend Kläger müssen sich für den Vergleich entscheiden, da er
sonst hinfällig ist. Es bleiben also Unsicherheiten./tih/mis/stw
ISIN DE000BAY0017
AXC0154 2026-03-04/11:17
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Autor: - dpa-AFX
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