| ROUNDUP 2: Conti strebt Margenverbesserung an - Aktie macht Minus wett |
| 04.03.2026 12:20:00 |
(neu: Kurs aktualisiert, Aussagen Pk zu Effekten Nahost im neuen
vierten Absatz.)
HANNOVER (dpa-AFX) - Der Reifenhersteller und
Kunststofftechnikkonzern Continental setzt in diesem
Jahr trotz eines schwierigen Umfelds auf ein besseres Ergebnis im
Tagesgeschäft. Eigene Maßnahmen dürften greifen, aber auch sinkende
Rohstoffpreise sowie ein Anspringen der Konjunktur bei den
Industriekunden im zweiten Halbjahr sollten dazu beitragen, sagte
Finanzchef Roland Welzbacher am Mittwoch laut Mitteilung. Risiken
aus dem Nahost-Krieg hat das Management dabei jedoch noch nicht
einbezogen. Trotz eines Nettoverlusts im vergangenen Jahr soll die
Dividende steigen. Die Aktie fiel am Mittwoch auf die Nachrichten
allerdings zunächst, erholte sich dann aber wieder.
Die Aktie verlor im Verlauf bis zu drei Prozent, am Mittag notierte
der Kurs aber schon wieder fast ein halbes Prozent im Plus. Das
Kursminus seit Ausbruch des Nahost-Krieges am Wochenende liegt damit
wieder unter 8 Prozent. Die Erfolgsbilanz seit der Abspaltung der
Autozulieferung unter dem Namen Aumovio ist nach wie
vor intakt - seit dem Börsen-Spin-Off der ehemaligen Tochter steht
die Conti-Aktie rund 19 Prozent im Plus.
Nach Meinung von Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank
Jefferies ist Conti in den Zielsetzungen für die wichtigste Sparte
mit der Reifenherstellung etwas hinter den Erwartungen geblieben.
Fraglich sei, ob das Management hier habe Vorsicht walten lassen.
Nach dem starken Lauf der Aktie sei jedenfalls mit einem Rücksetzer
zu rechnen, so Aspinall.
Rohöl sei ein wichtiger Rohstoff für Continental in der
Gummiherstellung, sagte Finanzchef Welzbacher in der
Pressekonferenz. Daher könnten Preissteigerungen das Unternehmen
belasten. Für eine konkrete Abschätzung solcher Effekte als auch bei
der Beurteilung der Lieferketten sei es aber noch zu früh. Die
Ölpreise waren in den vergangenen Tagen mit der Krise am Golf
deutlich gestiegen.
Der Dax-Konzern geht bei der um Sondereffekte bereinigten
Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im neuen Jahr von 11,0 bis 12,5
Prozent aus, wie die Hannoveraner mitteilten. Im Vorjahr war die
Marge wie bereits im Wesentlichen bekannt von 11,0 auf 10,3 Prozent
gefallen. Dabei belasteten die US-Zölle und Wechselkurse mit jeweils
mehr als 100 Millionen Euro, sagte Welzbacher.
Aber auch Contitech schnitt unerwartet schwach ab. Bei der noch in
diesem Jahr zu verkaufenden Kunststofftechnik-Sparte hat Conti
bereits den Rotstift angesetzt und im November angekündigt, durch
einen Stellenabbau die jährlichen Kosten ab 2028 um 150 Millionen
Euro drücken zu wollen.
Beim Umsatz rechnet Unternehmenschef Christian Kötz im laufenden
Jahr unter anderem wegen der Zollbarrieren mit einem weiteren
Rückgang auf 17,3 bis 18,9 Milliarden Euro. So hat laut
Finanzmanager Welzbacher das jüngste Urteil des obersten
US-Gerichtshofes zu den Zöllen keine Auswirkungen, der Einfuhrzoll
auf Pkw-Reifen bleibe bei den erhöhten 15 Prozent. Analysten hatten
für das neue Jahr bislang bei Umsatz und Marge im Schnitt etwas mehr
auf dem Zettel als die Mitte der von Conti ins Auge gefassten
Spannen. 2025 war der Erlös im schwierigen Umfeld wie bekannt um
zwei Prozent auf 19,7 Milliarden Euro gesunken.
Unter dem Strich war Conti 2025 wegen Sonderkosten für die
Abspaltung des Autozuliefergeschäfts sowie für den mittlerweile
erfolgten Verkauf eines Teils der Kunststofftechniksparte in die
roten Zahlen gerutscht. Weil die Umbauaktionen buchhalterisch mit
rund 1,2 Milliarden Euro an Belastungen zu Buche schlugen, stand
nach 1,2 Milliarden Euro Gewinn ein Jahr zuvor nun ein Verlust von
165 Millionen Euro.
Die Dividende soll jedoch von 2,50 Euro auf 2,70 Euro steigen. Conti
hatte den Anlegern bereits in Aussicht gestellt, die
Ausschüttungsquote nach dem Spin-Off von Aumovio etwas zu erhöhen
und die buchhalterischen Sonderbelastungen nicht zu berücksichtigen.
Ohne die Sondereffekte, die laut Conti den aktuellen
Zahlungsmittelfluss (Free Cashflow) nicht belasten, hätte das
Unternehmen auch weiter einen Gewinn erwirtschaftet./men/tav/mis
ISIN DE0005439004 DE000AUM0V10
AXC0182 2026-03-04/12:20
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Autor: - dpa-AFX
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