| ROUNDUP: Kein Ende der Angriffe im Iran-Krieg absehbar |
| 04.03.2026 14:50:00 |
Bombardierungen in Teheran,
Raketenalarm in Tel Aviv, Raketen auch aus dem Libanon: Am fünften
Tag des Iran-Kriegs haben die Konfliktparteien ihre Angriffe im
Nahen Osten unvermindert fortgesetzt.
Die israelische Armee startete nach eigenen Angaben eine neue
Angriffswelle im Iran und nahm Ziele der iranischen Führung in
Teheran ins Visier. Im Großraum Tel Aviv heulten indes wegen
andauernder Raketenangriffe immer wieder die Warnsirenen - die
Raketen flogen dabei nach Militärangaben erstmals parallel aus dem
Iran und dem Libanon. Die Zahl der Todesopfer im Iran ist einer
staatsnahen Stiftung zufolge auf mehr als 1.000 gestiegen.
Israel will auch Chamenei-Nachfolger töten
Im Iran geht unterdessen die Suche nach einem Nachfolger für den am
Samstag getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei weiter.
Israel drohte zugleich, man werde auch diesen töten.
Verteidigungsminister Israel Katz schrieb in einem Post auf X, jeder
Anführer, der im Iran ernannt werde, "um weiterhin das Programm zur
Vernichtung Israels voranzutreiben, die USA, die freie Welt und die
Staaten der Region zu bedrohen und das iranische Volk zu
unterdrücken, wird ein eindeutiges Ziel für eine Eliminierung sein".
In Kürze soll eine Trauerzeremonie für Chamenei stattfinden.
Berichte über eine Veranstaltung am Mittwochabend wies der
staatliche Rundfunk zunächst zurück. Ort und Zeit würden bald
verkündet werden, hieß es. Dabei dürften auch Sicherheitsgründe eine
Rolle spielen. Chamenei soll im schiitischen Heiligtum und
Pilgerzentrum seiner Heimatstadt Maschhad beerdigt werden.
Türkei: Geschoss aus Iran von Nato-Abwehrsystem abgefangen
Ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss ist nach Angaben des
türkischen Verteidigungsministeriums von einem Nato-Abwehrsystem
abgefangen worden. Das ballistische Geschoss war in Richtung des
türkischen Luftraums unterwegs und durchquerte den Luftraum des Irak
und Syriens, wie das Ministerium mitteilte. Ein Teil der
Abwehrrakete fiel demnach in der Grenzprovinz Hatay auf eine freie
Fläche, es gab keine Verletzten. Der Kommunikationschef des
Präsidialamts, Burhanettin Duran, schrieb auf X, es habe sich um
eine Rakete gehandelt. Die Türkei verhält sich im Krieg gegen den
Iran neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des
Konflikts bemüht.
Israel und Iran greifen sich weiter gegenseitig an
Die israelische Armee startete in der Nacht eigenen Angaben nach die
bisher zehnte Angriffswelle auf den Iran seit Kriegsbeginn am
Samstag. Zudem wurde mitgeteilt, ein israelischer Kampfjet des Typs
F-35 (Adir) habe ein iranisches Trainingsflugzeug des Typs Jak-130
im Himmel über Teheran abgeschossen. Dies sei der erste Vorfall
dieser Art.
Auch in Israel dauerten iranische Raketenangriffe an, in der Nacht
und am Morgen gab es Raketenalarm im Großraum Tel Aviv. Eine 17.
Welle mit mehr als 40 Raketen sei auf israelisch-amerikanische Ziele
gefeuert worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk
veröffentlichten Erklärung der Revolutionsgarden.
Erneute Raketen aus dem Libanon seien in der Nacht größtenteils
abgefangen worden, teilte die israelische Armee mit. Nach Angaben
von Rettungskräften gab es zunächst keine Verletzten bei den neuen
Angriffen auf Israel. Am Vortag waren nach Angaben des
Rettungsdienstes Magen David Adom 45 Menschen bei Raketenangriffen
verletzt worden.
Der Iran schoss nach eigenen Angaben israelische und amerikanische
Kampfdrohnen ab. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen kamen
bisher mindestens 1.045 Menschen ums Leben. Unter den Toten seien
sowohl Zivilisten als auch Militärangehörige, berichteten iranische
Medien übereinstimmend unter Berufung auf die staatliche Stiftung
für Märtyrer und Veteranen.
Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig
überprüfen.
Israel startet neue Angriffe im Libanon
Israels Armee begann am Morgen indes selbst mit Angriffen auf
"Hisbollah-Infrastruktur" in Beirut, nachdem das Militär die
Einwohner mehrmals vorgewarnt hatte. Laut Augenzeugen bombardierten
Kampfjets am Morgen weiter die südlichen Vororte der Hauptstadt.
Bei einem Angriff auf ein Beiruter Hotel wurden nach dortigen
Angaben fünf Menschen verletzt. Eine Frau davon lebensgefährlich,
sagte der Hotelbesitzer der Deutschen Presse-Agentur. In dem Hotel
hätten sich Menschen aufgehalten, die vor Israels Angriffen im Raum
Beirut geflohen seien.
Israel setzte seine Angriffe auch in anderen Teilen des Libanons
fort. Bei einem Angriff auf ein Wohngebäude in Baalbek im Osten
wurden nach offiziellen Angaben sechs Menschen getötet und 15
weitere verletzt. Bei Angriffen unter anderem in der Küstenstadt
Saadijat wurden dem Gesundheitsministerium zufolge sechs Menschen
getötet und acht weitere verletzt. Im Libanon wurden in vergangenen
Tagen mehr als 40 Menschen durch Israels Angriffe getötet.
Der Iran attackierte weiterhin Golfstaaten. Saudi-Arabien und Katar
meldeten Angriffe etwa auf US-Stützpunkte. Als Reaktion auf die
amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran greift Teheran seit
Tagen unter anderem Ziele in den Golfstaaten an, darunter auch
US-Militärstützpunkte und -Botschaften./thn/DP/stk
AXC0248 2026-03-04/14:50
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Autor: - dpa-AFX
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