| ROUNDUP: Spionage im Auftrag Chinas? Festnahmen in London und Wales |
| 04.03.2026 16:08:00 |
Drei Männer sind in Großbritannien wegen des
Verdachts der Spionage für China festgenommen worden. Die
Verdächtigen im Alter von 39, 68 und 43 Jahren wurden von Beamten
der Anti-Terror-Polizei in London und Wales aufgespürt, wie Scotland
Yard mitteilte. Erst vor wenigen Wochen sorgte die Genehmigung der
Regierung für die Errichtung einer riesigen chinesischen Botschaft
in London wegen Sicherheitsbedenken für Wirbel.
Die drei Männer stehen der Polizei zufolge im Verdacht, im Auftrag
des Geheimdiensts der kommunistischen Regierung Chinas spioniert zu
haben. Sie befinden sich demnach weiter in Haft, auch mehrere
Durchsuchungen wurden im Zuge der Festnahmen von den Beamten
durchgeführt. Nähere Angaben zu den Umständen machte die Polizei
zunächst nicht.
Einer der Festgenommenen ist der Nachrichtenagentur PA zufolge der
Ehemann der schottischen Labour-Abgeordneten Joani Reid. "Ich habe
nie etwas gesehen, das mich vermuten lässt, dass mein Mann gegen das
Gesetz verstoßen hat", sagte Reid. Sie sei nicht an den Geschäften
ihres Mannes beteiligt und sei auch noch nie in China gewesen.
"Soweit mir bekannt ist, habe ich als Abgeordnete nie chinesische
Geschäftsleute, chinesische Diplomaten oder Regierungsangestellte
getroffen", sagte sie laut PA.
Erst vor wenigen Wochen hatte die britische Regierung den Weg für
eine umstrittene chinesische "Super-Botschaft" in London
freigemacht. Der riesige Komplex wird auf dem Gelände des
historischen Royal-Mint-Gebäudes errichtet, das sich zentral in der
Nähe des Tower of London und neben dem Finanzviertel befindet. Vor
allem wegen Sicherheitsbedenken gilt das Projekt seit Jahren als
höchst umstritten. Kritiker fürchten, dass die chinesische Regierung
den riesigen Komplex als Basis für Spionage nutzen könnte.
Großbritannien sei "zutiefst besorgt" über zunehmende "verdeckte
Aktivitäten chinesischer, staatsnaher Akteure, die auf die britische
Demokratie abzielen", sagte der Staatssekretär für Sicherheit, Dan
Jarvis, im britischen Parlament. Sollte sich dieser Verdacht
bestätigen, werde das "schwerwiegende Konsequenzen" haben, kündigte
er an. Unklar blieb, ob er damit womöglich auf die anstehenden
Kommunal- und Regionalwahlen in Großbritannien im Mai
anspielte./pba/DP/stw
AXC0285 2026-03-04/16:08
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Autor: - dpa-AFX
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