| ROUNDUP 3: VW-Betriebsrat will Wolfsburg stärken - Ausblick auf neuen Golf |
| 04.03.2026 16:30:00 |
(neu: Details zu Streit um Anerkennungsprämie)
WOLFSBURG (dpa-AFX) - Weltpremieren auf Betriebsversammlungen haben
bei VW Tradition: 2023 wurde hier der damals neue
Tiguan enthüllt, vergangenes Jahr im September bekam die Belegschaft
als erste den ID. Polo zu sehen, wenige Tage vor der Weltpremiere
auf der IAA. Jetzt gab es einen ersten Ausblick auf den kommenden
vollelektrischen Golf 9. Allerdings nur als Silhouette in
Schwarz-Weiß auf der Großbildleinwand vor mehreren Tausend
Beschäftigten.
Das Seitenprofil sieht dabei fast genauso aus wie beim derzeitigen
Golf 8. Damit, so Betriebsratschefin Daniela Cavallo, bleibe der
Golf auch in der neunten Generation ein echter Wolfsburger. Dass die
erste Skizze nun hier gezeigt werde, bezeichnete sie als "großartige
Wertschätzung für die Belegschaft".
VW will die Produktion des aktuellen Verbrenner-Modells ab der
zweiten Jahreshälfte 2027 nach Mexiko verlagern, um in Wolfsburg
Platz zu machen für den Umbau für E-Modelle. Ende des Jahrzehnts
soll im Stammwerk dann der vollelektrische Nachfolger anlaufen.
Sorgen, dass VW die Pläne noch einmal ändere, müsse sich niemand
machen, sagte Cavallo. Der E-Golf aus Wolfsburg sei "jetzt schon
verbindlich beschlossen - ohne Wenn und Aber".
"Kraut und Rüben" bei Audi und Porsche
Tochtergesellschaften wie Audi und Porsche AG sollte
der Konzern dagegen an die kürzere Leine nehmen, forderte Cavallo.
"Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten
Konzernverbund sein", sagte sie laut Redemanuskript, das der
Deutschen Presse-Agentur in Auszügen vorliegt. "Alleingänge
einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten", so
Cavallo.
"Im Moment ist das oft Kraut und Rüben", kritisierte sie. "Es
mangelt an Disziplin!" Die Konzernspitze um Oliver Blume forderte
sie auf, Machtworte zu sprechen, "um Marken-Egoismen einzufangen".
Nur so ließen sich Synergien im Konzern nutzen. "Es braucht
gemeinsame Ziele." Dafür brauche es klare Vorgaben und den nötigen
Durchgriff aus dem Konzernvorstand.
Markenchef Schäfer: "Die Richtung stimmt"
Markenchef Thomas Schäfer sprach mit Blick auf die ein halbes
Dutzend Weltpremieren 2026 von einem entscheidenden Jahr für VW.
"Die Marke Volkswagen kommt voran, die Zahlen zeigen, dass wir auf
dem richtigen Weg sind", sagte er laut Mitteilung. "Diesen Stand
haben wir uns hart erarbeitet. Die Richtung stimmt, aber wir sind
noch nicht im Ziel und dürfen jetzt nicht nachlassen."
Konzernchef Oliver Blume, der eigentlich nicht auf der Rednerliste
stand, wandte sich ebenfalls mit einem kurzen Statement an die
Belegschaft. "Wir gehen voran in der Mobilität der Zukunft", sagte
er laut Mitteilung. Das sei der Erfolg der gesamten Belegschaft und
zugleich Ansporn für den Konzern. "Dafür sage ich euch Danke von
Herzen - im Namen des gesamten Vorstands."
Entscheidung über Anerkennungsprämie noch offen
Noch keine Entscheidung gibt es nach Aussage Cavallos über die von
ihr geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten bei
VW. Der Vorstand werde darüber erst nach der Betriebsratswahl - die
kommende Woche stattfindet - entscheiden, sagte sie. Hintergrund für
die Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern
im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daraufhin gefordert, die
Belegschaft an den sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen.
Laut Betriebsrat hatte der Konzernvorstand zunächst ein externes
Gutachten eingeholt - mit dem Ergebnis, dass der Vorstand vor Ende
der Betriebsratswahl nicht über eine Prämie beschließen dürfe.
Sonst, so die Befürchtung, könnte das die Wahl beeinflussen, was
verboten sei.
Cavallo regierte mit Unverständnis: "Wir fordern das unabhängig
davon, ob nun gerade Betriebsratswahl ist oder nicht." Sondern
einfach, "weil es jetzt ansteht und weil es nur fair ist". Sie werde
daher weiter für die Prämie kämpfen. Schließlich erhalte auch der
Vorstand einen Bonus. "Also alle oder keiner. Fair muss es
sein."/fjo/DP/stw
ISIN DE0007664039 DE000PAG9113
AXC0293 2026-03-04/16:30
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Autor: - dpa-AFX
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